Besetzung von Nauru (Australien)
| Besetzung von Nauru | |||||||||||||||||
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| Teil von: Erster Weltkrieg außerhalb Europas | |||||||||||||||||
Hissung der britischen Fahne auf Nauru, 7. November 1914 | |||||||||||||||||
| Datum | 9. September und ab 6. November 1914 | ||||||||||||||||
| Ort | Nauru, Mikronesien | ||||||||||||||||
| Ausgang | Sieg der AN&MEF | ||||||||||||||||
| Folgen | Nauru besetzt | ||||||||||||||||
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Die Besetzung Naurus bezeichnet die Übernahme und anschließende Verwaltung der pazifischen Insel, die zum Schutzgebiet Deutsch-Neuguinea gehörte, durch Australien während des Ersten Weltkriegs. Sie begann im September 1914 mit der temporären Landung australischer Soldaten zur Zerstörung der Funkstation. Die Landung verlief ohne Widerstand. Die Aktion war Teil eines größeren Plans der Alliierten Japan, Großbritannien, Australien und Neuseeland, das deutsche Ostasiengeschwader abzufangen, bevor es nach Deutschland zurückkehren konnte. Die militärische Besetzung der Insel blieb bis 1921 bestehen.
Hintergrund
Nach dem nauruischen Stammeskrieg wurde Nauru 1888 deutsche Kolonie und 1906 Deutsch-Neuguinea angegliedert. Die Inbesitznahme durch das Deutsche Reich war einem Abkommen von 1886 zwischen dem Deutschen Reich und Großbritannien bezüglich der Abgrenzung ihrer Interessensphären im westlichen Pazifik gefolgt.
Nach Ausbruch des Ersten Weltkriegs besetzten das japanische Kaiserreich, Großbritannien, Australien und Neuseeland die deutschen Kolonien im Pazifikraum, das Pachtgebiet Kiautschou, Deutsch-Samoa und Deutsch-Neuguinea, zu dem auch die mikronesischen Inseln zählten. Speziell diese Inseln sowie die Besitzungen in Neuguinea und Samoa verfügten nicht über deutsche Truppenkontingente, sondern lediglich über Schutzpolizei und Freiwillige ohne Gefechtswert.[1] Daher verlief die Besetzung in der Regel ohne Widerstand.
Australische Landung
Nach der Besetzung Deutsch-Samoas nahm die HMAS Melbourne Kurs auf Nauru, wo das Schiff am 9. September 1914 eintraf. Die australische Besetzung führte zur Zerstörung der Funkstationen und zur temporären Festsetzung des deutschen Stationschefs Wilhelm Wostrack. Allerdings musste die Melbourne bereits kurze Zeit später nach Australien zurückkehren.[2] Somit blieb Nauru und die deutsche Besatzung der Insel zunächst nochmals ihrem Schicksal überlassen und Wostrack übernahm erneut das Amt des Stationschefs.[3] Auch die deutsche Flagge durfte vorerst weiter wehen.[4]
Am 6. November wurde die Insel schließlich von Australiern vollständig besetzt und blieb bis Kriegsende unter australischer Herrschaft[5][3] bzw. unter der Kontrolle der britischen Westpazifischen Hohen Kommission.
Nach dem Kriegsende wurde Nauru wie auch das Territorium Neuguinea Australien als Mandatsgebiet des Völkerbundes übertragen und die Militärverwaltung Anfang 1921 durch eine zivile Verwaltung abgelöst.[6] Großbritannien und Neuseeland fungierten als sog. Co-Trustees des Gebietes.
Literatur
- Rainer F. Buschmann: Anthropology's Global Histories: The Ethnographic Frontier in German New Guinea, 1870-1935. University of Hawai‘i Press. Honolulu. 2008. ISBN 978-0-8248-3184-4.
- C. Storr: From Protectorate to Colony to Mandate, 1920. International Status in the Shadow of Empire: Nauru and the Histories of International Law. In: Cambridge Studies in International and Comparative Law. Cambridge University Press. 2020. ISBN 978-1-108-49850-0.
Weblink
- Peter Emmett: The Republic of Nauru. Hanson Cooke Ltd. In: www.earth.northwestern.edu. Link. Abgerufen am 19. Dezember 2025.
Einzelnachweise
- ↑ Bernd G. Längin: Die deutschen Kolonien.Verlag E.S. Mittler & Sohn GmbH. Hamburg. 2005. ISBN 38132 0854 0. S. 303f.
- ↑ Vic Cassells: The Capital Ships: their battles and their badges. Simon & Schuster, East Roseville, NSW 2000, ISBN 0-7318-0941-6 (englisch).
- ↑ a b worldstatesmen.org: Nauru auf Worldstatesmen.org. Abgerufen am 18. Dezember 2025.
- ↑ Golf Dornseif: Pionierjahre der kolonialen Telegrafie-Verbindungen, S. 15 (PDF; 2,2 MB) ( vom 15. Oktober 2013 im Internet Archive)
- ↑ Rainer F. Buschmann: Anthropology's Global Histories: The Ethnographic Frontier in German New Guinea, 1870-1935. University of Hawai‘i Press. Honolulu. 2008. ISBN 978-0-8248-3184-4.
- ↑ Peter Emmett: The Republic of Nauru. Hanson Cooke Ltd. In: www.earth.northwestern.edu. Link. Abgerufen am 19. Dezember 2025.