Berenberg Verlag
| Berenberg Verlag GmbH | |
|---|---|
| Rechtsform | GmbH |
| Gründung | 2004 |
| Sitz | Berlin, Deutschland |
| Leitung | Heinrich von Berenberg |
| Branche | Fachverlag für biografische, essayistische und schöne Literatur |
| Website | www.berenberg-verlag.de |
Der Berenberg Verlag wurde 2004 von Petra und Heinrich von Berenberg-Gossler, einem Verlagslektor und Abkömmling der Hamburger Bankiersfamilie Berenberg-Gossler, mit Sitz in Berlin gegründet. Den Verlagsschwerpunkt bilden (auto-)biographische Literatur, Essay-Literatur und Memoiren-Literatur. Erweitert wurde das Programm seit Herbst 2010 durch schöne Literatur und Lyrik. Die Einstellung der Geschäftstätigkeit ist bis zum 31. März 2026 geplant.
Geschichte
Im Herbst 2004 erschienen die ersten vier Bücher.[1]
Heinrich von Berenberg-Gossler hatte vor der Verlagsgründung 20 Jahre lang als Lektor und Übersetzer im Verlag Klaus Wagenbach gearbeitet,[2] für den er u. a. Javier Tomeo und Michel Houellebecq entdeckte.[3] Er wurde 2010 mit dem Karl-Heinz-Zillmer-Preis der Hamburgischen Kulturstiftung für verdienstvolles verlegerisches Handeln ausgezeichnet.[4] Im März 2015 erhielt der Verlag den mit 26.000 Euro dotierten Preis der Kurt Wolff Stiftung. Im September 2019 wurde der Verlag erstmals mit dem Deutschen Verlagspreis ausgezeichnet;[5] der Erfolg wiederholte sich 2020 und 2023.
Am 25. September 2025 kündigte der Berenberg Verlag an, seine Geschäftstätigkeit zum 31. März 2026 einzustellen. Heinrich von Berenberg-Gossler nannte dafür unter anderem finanzielle Gründe.[6][7][8]
Programm
Seit Herbst 2010 werden auch belletristische Titel verlegt. Mit den Romanen Die Dame mit der bemalten Hand und Wachs, jeweils von Christine Wunnicke, standen 2020 und 2025 Titel aus dem Verlagsprogramm auf der Shortlist für den Deutschen Buchpreis. Im August 2012 erschien im Berenberg Verlag erstmals Lyrik. Die zweisprachige Reihe wurde mit Gedichten des US-Amerikaners Jeffrey Yang und des Argentiniers Sergio Raimondi eröffnet.[9] Katharina Hacker, selbst Autorin des Verlags, erkennt im Verlagsprogramm das „Abbild der Weltgewandtheit des Verlegers, der Reisefreude und Neugierde, der Lust sich umzuwenden und umzutun, und mehr noch: der Freude daran, zugewandt zu sein“.[10]
Autoren
Autoren des Verlags sind unter anderem Héctor Abad, Maike Albath, Perry Anderson, André Bernold, Léon Blum, Roberto Bolaño, Georg Brandes, Félix Bruzzone, David Cannadine, Gilbert K. Chesterton, Detlev Claussen, María Sonia Cristoff, Géza von Cziffra, Marc Degens, Alicia Giménez Bartlett, Jean Giraudoux, Alma Guillermoprieto, Katharina Hacker, Ben Hecht, Christopher Isherwood, Joachim Kalka, Otto Kallscheuer, John Maynard Keynes, Michael Krüger, Paul Léautaud, A. J. Liebling, Michael Maar, Norbert Miller, Pankaj Mishra, Ursula Muscheler, Julia Neuberger, Franz Overbeck, Cristina Peri Rossi, Ricardo Piglia, Josep Pla, Francine du Plessix Gray, Michael Rutschky, Thomas Sparr, Mario Rigoni Stern, Sonia Simmenauer, Hilary Spurling, Lytton Strachey, August Strindberg, Damián Tabarovsky, Hans von Trotha, Juan Pablo Villalobos, Georg von Wallwitz, Eliot Weinberger, Christine Wunnicke, Eugeni Xammar.
Auszeichnungen
- 2010: Karl-Heinz-Zillmer-Preis der Hamburgischen Kulturstiftung
- 2015: Kurt-Wolff-Preis[11]
- 2019: Deutscher Verlagspreis
Weblinks
- Literatur von und über Berenberg Verlag im Katalog der Deutschen Nationalbibliothek
- Webpräsenz des Berenberg Verlages
- Selbstdarstellung der Verlagsgeschichte
Einzelnachweise
- ↑ Internetseite des Verlags.
- ↑ Verlagsgründer Heinrich von Berenberg - Mit dem Sinn fürs Schöne, in: cicero.de, abgerufen am 26. November 2022.
- ↑ Interview mit Heinrich von Berenberg. In: Der Standard, 22. Juni 2012.
- ↑ Karl-Heinz Zillmer-Preis für verdienstvolles verlegerisches Handeln ( vom 9. September 2016 im Internet Archive), Internetseite der Hamburgischen Kulturstiftung.
- ↑ Preisträger des ersten Deutschen Verlagspreises ausgezeichnet. Abgerufen am 18. September 2019.
- ↑ Berenberg Verlag hört auf, in: Börsenblatt, 25. September 2025.
- ↑ Heinrich von Berenberg zum Ende des Berenberg Verlags. In: deutschlandfunkkultur.de. 25. September 2025, abgerufen am 25. September 2025.
- ↑ Der Berenberg-Verlag gibt auf. In: deutschlandfunkkultur.de. 25. September 2025, abgerufen am 25. September 2025.
- ↑ Meldung auf der Internetseite der Fachzeitschrift Buchmarkt vom 24. Juni 2012.
- ↑ Katharina Hacker: Wissensdurst ist wünschenswert. Lobrede auf den Berenberg-Verlag. In: Sinn und Form 1/2025, S. 135–137.
- ↑ Ina Hartwig, Berenbergs Zeitkapsel, Hinkes Sternstunde. Laudatio zum Kurt Wolff Preis. In: Sinn und Form 4/2015, S. 559–564.