Belagerung von Minden (1758)

Belagerung von Minden
Teil von: Siebenjähriger Krieg

Plan der Belagerung von Minden durch die Alliierten
Datum 4. März 1758 bis 14. März 1758
Ort Minden 52° 17′ 0″ N, 8° 55′ 0″ O
Ausgang Kapitulation der Franzosen
Folgen Rückzug der Franzosen bis an den Rhein
Konfliktparteien

Frankreich Konigreich 1791 Frankreich

Preussen Konigreich Preußen
Kurfürstentum Braunschweig-Lüneburg Kurhannover

Befehlshaber

Generalleutnant Marquis de Morangies

Ferdinand von Braunschweig
Generalleutnant Oberg

Verluste

3516 Mann gehen in Kriegsgefangenschaft

8 Tote, 12 Verwundete

Die Belagerung von der von französischen Truppen besetzten Stadt Minden fand im März 1758 statt und war eine Episode während des Siebenjährigen Krieges.

Vorgeschichte

Die Franzosen waren im Sommer 1757 weit nach Mitteldeutschland vorgedrungen und hatten die Engländer/Hannoveraner in der Schlacht bei Hastenbeck besiegt. Die verbündeten Preußen schickten im Frühjahr 1758 Ferdinand von Braunschweig, um den neuerlichen Vorstoß der Franzosen aufzuhalten. Am 4. März 1758 rückte der Erbprinz Karl Wilhelm Ferdinand von Braunschweig auf Minden vor und beschoss den Platz.

Die Belagerung

Der französische Generalleutnant Molette de Morangiès verteidigte Minden mit ca. 3500 Mann und lehnte jede Aufforderung zur Übergabe ab. Am 7. März 1758 traf der Herzog Ferdinand von Braunschweig zur Unterstützung der nun anstehenden Belagerung ein. Kommandiert wurde die Belagerung von Generalleutnant Oberg.

Am 8. März wurde der Ort von beiden Weserufern eingeschlossen und das alliierte Hauptquartier nach Hartum, einige Kilometer westlich von Minden, verlegt. In der Nacht vom 9. zum 10 März wurden die Tranchéen eröffnet, und am 14. März war man mit den Laufgräben trotz der Ausfälle der Verteidiger bis auf 100 Meter vor den Festungsgraben angelangt.

Da der Kommandant durch das rasche Vordringen der Belagerer verunsichert war und der General en chef der französischen Armee Graf Clermont keinen Entsatz in Aussicht stellte, beschloss der Kommandant die Kapitulation. Die Besatzung, bestehend aus zwei Brigadiers, 200 Offizieren, acht Bataillonen und acht Eskadronen – insgesamt 3516 Mann – ging in Kriegsgefangenschaft.

Folgen

Mit der Eroberung von Minden konnten die Preußen die französische Rückzugslinie an den Niederrhein nun unmittelbar bedrohen, damit liefen die in Westfalen befindlichen Truppen Gefahr, eingeschlossen zu werden. Daher musste sich die französischen Armee nun von der Weser an den Rhein zurückziehen.

Großbritannien sagte Preußen in einer Vereinbarung vom 11. April 1758 4,5 Millionen Taler und die Aufstellung eines neuen Heeres in Kurhannover zu.

Literatur

  • Müller: Helden-, Staats- und Lebens-Geschichte des Allerdurchlauchtigsten und Grosmächtigsten Fürsten und Herrns, Herrn Friedrichs II. Band 5, Schaffhausen 1761 S. 344f, mit Kapitulationsbedingungen
  • Beyträge zur neuern Staats-Und Krieges-Geschichte. Band 6, Danzig 1759 S. 88ff
  • Friedrich Rudolph von Rothenburg: Schlachten, Belagerungen und Gefechte in Deutschland und den angrenzenden Ländern. Seit dem 10. September 1756 bis 1. Januar 1759. Wien 1833 S. 64