Belagerung von Münster (1759)
Die Belagerung von Münster im November 1759 war eine militärische Auseinandersetzung im Zuge des Siebenjährigen Krieges.
| Belagerung von Münster | |||||||||||||
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| Teil von: Siebenjähriger Krieg | |||||||||||||
Belagerung von Münster | |||||||||||||
| Datum | Anfang November 1759 bis 21. November 1759 | ||||||||||||
| Ort | 51° 57′ 47″ N, 7° 37′ 43″ O | ||||||||||||
| Ausgang | Abzug der Franzosen | ||||||||||||
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Westlicher Kriegsschauplatz
Geldern – Hastenbeck – Harburg – Minden – Rheinberg – Krefeld – Sandershausen – Mehr – Lutterberg – Bergen – Minden – Gohfeld – Fulda – Münster – Korbach – Emsdorf – Warburg – Rhadern – Kloster Kampen – Langensalza – Saalfeld – Vellinghausen – Arnsberg – Wilhelmsthal – Lutterberg – Grüningen – Johannisberg – Brücker Mühle
Vorgeschichte
Am Beginn des Siebenjährigen Krieges waren die Franzosen bis nach Norddeutschland vorgestoßen. Am 26. Juli 1757 schlugen sie bei Hastenbeck die braunschweig-Lüneburgischen und britischen Truppen und besetzten Kurhannover. Auf persönlichen Wunsch des britischen Königs wurde der preußische General Herzog Ferdinand von Braunschweig-Wolfenbüttel (1721–1792) mit dem Oberbefehl über die alliierten Truppen betraut. Im Feldzug von 1759 wollte der Herzog die Franzosen an den Rhein zurückwerfen. Um das zu verhindern, hatten die Franzosen am 25. Juli 1759 die Stadt Münster erobert.[1]
Am 1. August 1759 schlug Herzog Ferdinand die Franzosen in der Schlacht bei Minden. Anschließend wollte er nach Münster vorrücken. Am 22. August schickte er den braunschweigischen General Imhoff mit 6000 Mann, um die Festung zu belagern. Am 25. August schickte er noch einige Kavallerieregimenter zur Unterstützung.
Die Bewegungen blieben den Franzosen nicht verborgen. Feldmarschall Contades schickte den Marquis von Armentières zur Unterstützung. Dieser übernahm am Niederrhein einige französische Regimenter. Außerdem zog er Teile der Garnisonen von Wesel, Düsseldorf und anderen Rheinstädten ab. Mit diesem Korps sollte er Münster entsetzen.
Die Alliierten unter General Imhoff hatten inzwischen die Festung erreicht. Aber der Regen verhinderte Belagerungsarbeiten. Am 2. September trafen 10 Kanonen und 8 Mörser aus Hameln ein und der Beschuss der Stadt begann.[2] Am 4. September 1759 erreichte das Entsatzkorps, von Wesel kommend, Borken. Imhoff wollte einen Kampf vermeiden und zog sich rasch am 6. September nach Telligt zurück. Die Franzosen konnten daher die Besatzung von Münster verstärken und die Vorräte aufstocken. Am 12. September verließen sie die Stadt wieder, um über Dülmen nach Coesfeld zu erreichen.
Zweiter Versuch
Imhoff wollte kein Risiko eingehen. Er sah sich nun gezwungen, die Belagerung in eine Blockade zu verwandeln und auf Verstärkung durch Ferdinand zu warten. So gelang es dem Marquis von Armentières, am 27. September noch einmal Verstärkung in die Festung zu bringen. Aber Anfang Oktober erhielt auch Imhoff die benötigte Verstärkung und der Marquis zog sich nach Wesel zurück, General Imhoff folgte ihn nun. Bei der Festung verblieb nur der Oberst von Reden mit 3 Bataillonen und 1 Schwadron. Die Besatzung der Festung bemerkte, dass nur ein schwaches Korps zurückgeblieben war. In der Nacht vom 17. auf den 18. Oktober machte sie einen erfolgreichen Ausfall gegen eine schlecht bewachte Stellung; dabei nahmen sie 4 Offiziere und 123 Gemeine gefangen, töteten viele Belagerer und machten viel Beute.
Anfang November kam jedoch weitere alliierte Verstärkung. Die Belagerungsartillerie aus Bückeburg kam an sowie Wilhelm von Schaumburg-Lippe, Graf von Bückeburg, um nun das Kommando über die Belagerung zu übernehmen. Außerdem kam Herzog Ferdinands Adjutant Major von Bülow († 24. September 1760), der viel Zeit und Mühe dazu aufwenden musste, die beiden Generäle zur Zusammenarbeit zu bewegen.
Bereits in der Nacht vom 8. auf dem 9. wurden die Laufgräben geöffnet. Die Festung verteidigte sich tapfer, aber Ausfälle waren nicht mehr erfolgreich. Währenddessen verließ der Marquis von Armentières seine Deckung bei Wesel und schien auf Roxel zu marschieren, wo nun Graf Imhoff lagerte. Aber der Marquis kehrte schon bald ohne Kampfhandlung nach Dorsten zurück. Am 18. November begann der Dauerbeschuss der Festung. Am 19. November explodierte dann das Arsenal der Zitadelle. Der vergebliche Entsatz war dem Kommandanten der Festung General Gayon nicht verborgen geblieben und er bot nun die Übergabe der Festung an. General Schaumburg-Lippe gewährte den tapferen Verteidigern freien Abzug und in der Nacht vom 20. auf den 21. November übergab Gayon die Festung und zog sich zurück. Auch der Marquis von Armentières ging über den Rhein zurück. Dadurch konnte Herzog Ferdinand nun das Herzogtum Berg besetzen, Kontributionen erheben und dort Winterquartier nehmen.
Literatur
- Hans Eggert Willibald von der Lühe: Militair-Conversations-Lexikon. Band 5, S. 676
- Friedrich II.: Geschichte des siebenjährigen Krieges. Band 2, S. 12 ff.
- Ägidius Huppertz: Münster im Siebenjährigen Kriege, insbesondere die beiden Belagerungen des Jahres 1759. Franz Coppenrath, 1908 Digitalisat
- Gaston Bodart: Militär-historisches Kriegs-Lexikon (1618–1905). S. 236
- Luis Heinrich Friedrich von Sichart: Geschichte der königlich-hannoverschen Armee. Band 3, S. 555 f.
Einzelnachweise
- ↑ Johann Friedrich Seyfart: Geschichte des seit 1756 in Deutschland und dessen angränzenden Ländern geführten Krieges. Band 3, S. 645 ff.
- ↑ Joh. Frh. von Reitzenstein: Das Geschützwesen und die Artillerie in den Landen Braunschweig und Hannover von 1365 bis auf die Gegenwart. Band 2, S. 350