Becker (Malerfamilie)
Die Becker (auch Becker-Berke) sind eine deutsche Malerfamilie des 19., 20. und 21. Jahrhunderts, deren Vorfahren als Kunst- und Landschaftsgärtner in Bonn tätig waren. Stammvater der Künstlerfamilie ist Anton Becker (1803–1853), Kunst- und Landschaftsgärtner und Zeichner. Bekanntestes Familienmitglied ist die Leichtathletin und mehrfache Weltrekordlerin Ruth Engelhard geb. Becker (1909–1975).
Familienmitglieder
Stammvater der Malerfamilie ist Anton Becker (1803–1853), der in Bonn als Kunst- und Landschaftsgärtner und Zeichner tätig war und dort eine Gärtnerei betrieb. Mit ihm beginnt, wie erhaltene Zeichnungen belegen, der Übergang von der gärtnerischen zur künstlerisch geprägten Familientradition.
Sein Sohn Carl Leonhard Becker (1843–1917) war Maler und Kupferstecher und heiratete Franziska Berke (1851–1903). Das Ehepaar hatte sieben Kinder: Elisabeth, Hans-Josef Becker-Leber, Bruno, Maria, Peter, Leo-Heino und Carl Becker-Berke. Aus diesen Linien gingen vor allem Künstler hervor.
Die älteste Tochter Elisabeth Becker (1874–1942) heiratete den Philosophen Joseph Geyser (1869–1948). Aus dieser Ehe stammt Maria Elisabeth Geyser (1912–2008), die später als Bundesrichterin tätig war.
Der Sohn Hans-Josef Becker-Leber (1876–1962) war Maler und heiratete die Malerin Sophia Becker-Leber geb. Leber (1869–1952). Zu ihren Kindern gehörte Hans Bruno Becker (* 1903), der eine Kunstausbildung in Berlin erhielt und als Maler, Zeichner und Grafiker wirkte. Seine Tochter Diana Becker (* 1950) arbeitet als Malerin und Graphikerin und war mit Konrad Schulz (1940–2001), Maler, Graphiker, Bildhauer und Objektkünstler, verheiratet. Ihre Schwester Gloria Becker (* 1958) heiratete Hans-Otto Mertens (* 1944), Manager von Otto Waalkes und Mitinhaber von Rüssl Räckords. Die Tochter Eleonore Becker (* 1905) begann mit Unterstützung der Eltern nach ihrer Eheschließung mit dem Ölfabrikanten Karl Deventer (⚭ 1923) zu malen. Ein weiterer Sohn aus dieser Linie ist Helmar Becker-Berke (1906–1980), Maler, Zeichner und Grafiker, der in erster Ehe mit Bessie Becker (1919–1971) verheiratet war, die als Modedesignerin, Modephotographin, Werbedesignerin und Kostümbildnerin tätig war. Aus dieser Verbindung ging die deutsch-dänische Malerin Marietta Bonnet geb. Becker hervor, Eigentümerin der „Galleri Krebsen“ in Kopenhagen, die mit Tor Wergeland (* 1951), Associate Professor an der Copenhagen Business School und Visiting Professor an der Shanghai Maritime University, verheiratet ist.
Bruno Becker (1877–1916), ein weiterer Sohn Carl Leonhard Beckers, war als Architekt tätig. Peter Becker (1884–1974) besuchte ab 1903 das Seminar für Zeichenlehrer an der Kunstschule Berlin und wurde später Oberschulrat.
Leo-Heino Becker-Berke († 1980) wirkte als Maler und Zeichenlehrer an einem Gymnasium in Berlin und war mit Ella N.N. verheiratet. Zu seinen Kindern gehörte Ruth Engelhard geb. Becker (1909–1975), die als Leichtathletin, Deutsche Meisterin und Weltrekordlerin bekannt wurde; sie war mit Hermann Engelhard (1903–1984), Leichtathlet und zweifacher Medaillengewinner der Olympischen Spiele 1928, verheiratet. Eine weitere Tochter, Gisela Becker-Berke, war als Schauspielerin tätig.
Der jüngste Sohn Carl Becker-Berke (1891–1961) war Regierungsdirektor und begründete durch Namensänderung die zusammengesetzte Namensform „Becker-Berke“. Zu seinen Nachkommen zählt Reiner Becker-Berke, Notar. Dessen Tochter Monika Becker-Berke (* 1959), Enkelin der Elisabeth Maurenbrecher, ist stellvertretender Komtur und Kanzler der Ballei An Rhein und Ruhr des Deutschen Ordens (FamOT) und mit Hans-Gerd Jauch (* 1953), Insolvenzverwalter, verheiratet.
Wappen
Das Familienwappen wurde 1897 von Carl Leonhard Becker entworfen: Durch einen blauen Fluss geteilt. Oben in Silber auf grünem Grund eine natürliche, beblätterte rote Rose, unten in Rot eine silberne Brezel. Auf dem Helm mit rot-silbernem Wulst und rot-silberner Decke ein wachsender Mann in weiß besetztem roten Rock mit rot und weiß befiedertem schwarzem Hut, in der Rechten die Rose, in der Linken die silberne Brezel.
Name
Neben „Becker“ wurden verschiedene Künstlernamen geführt. Die Namensform „Becker-Berke“ entstand aufgrund einer Namensänderung für den Regierungsdirektor Carl Becker-Berke (1891–1961) und seine Nachkommen. Carl Becker-Berke gestattete den weiteren Namensträgern Becker-Berke, den Namen zu führen; nach 1980 führte ihn auch die Witwe von Helmar Becker-Berke.
Begräbnisstätte
Das Familienbegräbnis liegt auf dem Alten Friedhof Bonn gegenüber dem Grab von Maria Magdalena Beethoven, der Mutter Ludwig van Beethovens.