Beatriz Corredor

Beatriz Corredor Sierra (* 1. Juli 1968 in Madrid) ist eine spanische Juristin und Politikerin (PSOE). Von 2008 bis 2010 war sie Wohnungsbauministerin im Kabinett Zapatero II und ist seit 2020 Verwaltungsratsvorsitzende von Redeia.

Leben und Wirken

Corredor studierte Rechtswissenschaften an der Autonomen Universität Madrid, wo sie 1991 ihren Abschluss machte. Ab 1993 arbeitete sie Grundbuchbeamtin. Mit ihrem Alter von 25 Jahren war sie die bis dato jüngste Grundbuchbeamtin in der Geschichte Spaniens.[1] Von 2002 bis 2007 war sie Direktorin des Registerstudiendienstes von Kastilien-La Mancha. 2003 trat sie in die PSOE ein. Hier begann sie in der Regionalpolitik als Gleichstellungsbeauftragte für den Madrider Stadtteil San Blas-Canillejas. Bei den Kommunalwahlen 2007 wurde sie in den Madrider Stadtrat gewählt und war hier die sozialistische Sprecherin für Wohnungswesen.

Nach den Parlamentswahlen 2008 wurde Corredor von José Luis Rodríguez Zapatero als Wohnungsbauministerin in dessen Kabinett berufen. Hier verantwortete sie unter anderem eine Reform des Bodengesetzes, das Gesetz über Maßnahmen zur Förderung und Rationalisierung des Mietprozesses und der Energieeffizienz von Gebäuden und den staatlichen Wohnungsbau- und Renovierungsplan 2009–2012. Im Oktober 2010 fiel ihr Ressort Konsolidierungsmaßnahmen zum Opfer; das Wohnungsbauministerium wurde gänzlich abgeschafft. Corredor wurde sodann zur Staatssekretärin für Wohnungsbau und Stadtentwicklung im Ministerium für öffentliche Arbeiten ernannt. Nach der Wahlniederlage 2011 der Sozialisten schied sie aus dem Amt, ließ ihre politische Tätigkeit zunächst ruhen und arbeitete wieder als Grundbuchbeamtin. Hier war sie von Oktober 2013 bis Juni 2017 Direktorin für institutionelle Beziehungen am spanischen Standesamt.

Im Juni 2017 kehrte Corredor in die aktive Politik zurück und wurde nach dem 39. Parteitag der PSOE als Sekretärin für den Bereich Raumplanung und öffentliche Wohnungspolitik Mitglied des Parteivorstands. Von September 2018 bis Februar 2020 war sie zudem Präsidentin der Fundación Pablo Iglesias und war in der 13. und der 14. Legislaturperiode Mitglied des Congreso de los Diputados.

Im Januar 2020 schied sie aus dem spanischen Parlament aus. Ende Februar wurde sie vom Ernennungs- und Vergütungsausschuss des Verwaltungsrats der Redeia zu deren Vorstandsvorsitzenden ernannt.[2] In ihrer Amtszeit ereignete sich der Stromausfall auf der Iberischen Halbinsel 2025. Da ein Verantwortlicher nicht mit letzter Gewissheit ausgemacht werden konnte, kam es zu wechselseitigen Schuldzuweisungen zwischen den großen Stromkonzernen. Auch Corredor beteiligte sich hieran und führte den Stromausfall auf „konventionelle Stromerzeugungsgruppen zurück, die sich nicht an die Vorschriften gehalten haben“.[3] Die Iberdrola, die sich hiervon angesprochen fühlte, strengte daraufhin im Oktober 2025 eine Klage gegen Corredor an.[4][5]

Commons: Beatriz Corredor – Sammlung von Bildern

Einzelnachweise

  1. La registradora de la propiedad más joven, abgerufen am 13. Oktober 2025 (spanisch).
  2. El Gobierno elige a Beatriz Corredor para presidir Red Eléctrica de España, abgerufen am 13. Oktober 2025 (spanisch).
  3. Corredor atribuye el apagón a "grupos convencionales de generación que no cumplían con la normativa", abgerufen am 13. Oktober 2025 (spanisch).
  4. Iberdrola lleva a la Justicia a Beatriz Corredor por sus palabras contra la compañía, abgerufen am 13. Oktober 2025 (spanisch).
  5. Iberdrola llevará a los tribunales a Beatriz Corredor por señalar a la eléctrica como responsable del apagón, abgerufen am 13. Oktober 2025 (spanisch).