Bayerlehnhof
Der Bayerlehnhof (auch Baierlehnhof[1]) ist ein denkmalgeschütztes Gebäude im Koblenzer Stadtteil Ehrenbreitstein mit der Anschrift Obertal 33. Seinen Namen trägt es nach dem Adelsgeschlecht der Beyer von Boppard, das hier einst begütert war. Heinrich IV. Beyer von Boppard erhielt von Balduin von Luxemburg ein festes Haus in Ehrenbreitstein als Lehen.
Geschichte
Eine Urkunde vom 13. Dezember 1327 belegt, dass Heinrich IV. Beyer von Boppard ein festes Haus im Dorf Mülheim unter Burg Helfenstein, nahe dem Brunnen Swalenborn, als Lehen von Erzbischof Balduin von Luxemburg erhielt. Dieses und weitere Lehen erhielt Heinrich IV., da er nach der Verpfändung von Boppard an Balduin von Luxemburg dem Kurfürsten loyal verbunden war. Es ist unklar, ob die Quelle und eine Mühle ebenfalls Teil des Lehens waren. Die Urkunde nennt lediglich das Haus und seine Lage. Der Standort dieses frühen Bayerhofs liegt vermutlich etwas südlich des heutigen Bayerlehnhofs. In der näheren Umgebung finden sich noch heute historische Gebäude, die auf das alte Lehen hinweisen. Die Sauerwasserquelle war der Dähler Born (Obertal 24), der Gesellenhausturm (Obertal 24d) war vermutlich das in der Urkunde genannte Gebäude und unter Obertal 27 befindet sich das Gebäude „Alte Mühle“. Das Haus Obertal 33 trägt heute die Bezeichnung Bayerlehnhof.[1][2][3]
Der Bayerlehnhof wurde 1705 nach Entwürfen von Philipp Honorius von Ravensteyn durch Lothar Friedrich Ehmant neu errichtet. Während des Zweiten Weltkriegs erlitt das Gebäude schwere Zerstörungen. Im Jahr 1956 erfolgte der Wiederaufbau des von der Straße zurückgesetzten Hauptflügels, während der linke, nach Nordosten gerichtete Querflügel, der den Hof begrenzte, nicht wiederhergestellt wurde.[2]
Baugefüge
Das Gebäude ist ein zweigeschossiger Putzbau mit heute neun Achsen und einem halbkreisförmigen Zwerchgiebel. Zwischen den beiden Fenstern des Giebels befindet sich das Wappen von Lothar Friedrich Ehmant, zusammen mit der Jahreszahl 1705. Der zentral in der Mittelachse gelegene Haupteingang ist über eine Freitreppe erreichbar, über dem sich ein gerohrtes Oberlicht befindet. Das Bauwerk ruht auf gewölbten Kellerräumen.[2]
Denkmalschutz
Die Gebäude mit der Anschrift Obertal 33 in Koblenz-Ehrenbreitstein ist ein geschütztes Kulturdenkmal nach dem Denkmalschutzgesetz (DSchG) und ist in der Denkmalliste des Landes Rheinland-Pfalz eingetragen.[4]
Seit 2002 ist das Gebäude Obertal 33 Teil des UNESCO-Welterbes Oberes Mittelrheintal.
Einzelnachweise
- ↑ a b Christian von Stramberg: Ehrenbreitstein: Feste und Thal. Hergt, 1845, S. 54 (google.de [abgerufen am 14. Oktober 2025]).
- ↑ a b c Ulrike Weber (Bearb.): Stadt Koblenz. Stadtteile (= Generaldirektion Kulturelles Erbe Rheinland-Pfalz Direktion Denkmalpflege [Hrsg.]: Kulturdenkmäler in Rheinland-Pfalz. Denkmaltopographie Bundesrepublik Deutschland. Band 3.3). Wernersche Verlagsgesellschaft, Worms 2013, ISBN 978-3-88462-345-9, S. 116–118.
- ↑ Hildegard Tschenett: Die Ritter Beyer von Boppard. Auf den Spuren eines erloschenen Stadtadelsgeschlechts. Hrsg.: Verkehrs- und Verschönerungs-Verein Boppard 1872 e.V. 1.6.1, S. 19.
- ↑ Generaldirektion Kulturelles Erbe Rheinland-Pfalz (Hrsg.): Nachrichtliches Verzeichnis der Kulturdenkmäler – Kreisfreie Stadt Koblenz. Mainz 19. November 2024, S. 21 (PDF; 6,5 MB).
Koordinaten: 50° 21′ 37″ N, 7° 36′ 51,4″ O