Basketball-Weltmeisterschaft

Basketball-Weltmeisterschaft
Voller Name FIBA Basketball World Cup
FIBA World Championship (bis 2010)
Abkürzung Basketball World Cup
Verband FIBA
Gründung 1950
Erstaustragung 1950
Mannschaften 32
Spielmodus Gruppenphase und K.-o.-System
Titelträger Deutschland Deutschland (1. Titel)
Rekordsieger Vereinigte Staaten Vereinigte Staaten
und Jugoslawien Bundesrepublik 1992 Jugoslawien (beide jeweils 5 Titeln)
Website eurobasket.basketballVorlage:InfoboxBasketballwettbwerb/Wartung/Webseite

Die Basketball-Weltmeisterschaft ist ein Turnier für Basketballnationalmannschaften, das seit 1950 von der FIBA alle vier Jahre veranstaltet wird. In der Geschichte des Turniers wurde das Veranstaltungsjahr mehrfach um ein Jahr (vor und zurück) verschoben. Neben den Wettbewerben für Männer und Frauen werden auch Jugendweltmeisterschaften in den Altersklassen U21, U19 und U17 ausgetragen.

Aktueller Weltmeister der Männer ist Deutschland, das Serbien im Finale der Basketball-Weltmeisterschaft 2023 mit 83:77 besiegen konnte.

Geschichte

1930 wurde auf dem Olympischen Kongress in Berlin beschlossen, Basketball in das Programm der Leichtathletikspiele (zu denen auch Fußball, Tennis, Polo und Hockey gehörten) aufzunehmen. Auf auf Initiative der Schweizerischen Basketball-Liga gründete sich am 18. Juni 1932 in Genf die (FIBA). Gründungsmitglieder waren die nationalen Basketballverbände Argentiniens, Griechenlands, Italiens, Litauens, Portugals, Rumäniens, der Tschechoslowakei und der Schweiz. Im Februar 1935 wurde Basketball auf einer Sitzung des IOC-Exekutivkomitees in Oslo als olympische Sportart für die Olympischen Sommerspiele 1936 in Berlin zugelassen.[1] Im selben Jahr organisierte die FIBA die erste Basketball-Europameisterschaft in Genf.

Die Idee einer eigenständigen Weltmeisterschaft entstand während des FIBA-Kongresses 1948 anlässlich der Olympischen Sommerspiele in London. Ziel war es, ein Turnier zwischen den Olympischen Spielen zu etablieren, das ähnlich wie die Fußball-Weltmeisterschaft der FIFA alle vier Jahre ausgetragen wird.

Die erste FIBA Basketball-Weltmeisterschaft fand 1950 in Buenos Aires statt. Argentinien gewann das Turnier und wurde damit erster Basketball-Weltmeister.[2]

In den Anfangsjahren dominierten vor allem Mannschaften aus Nord- und Südamerika sowie Ost-Europa. Vor allem die Sowjetunion und Jugoslawien entwickelten sich ab Mitte der 1960er Jahre zu führenden Basketballnationen. Die USA trat lange während dieser Zeit ohne ihre NBA-Profispieler an. Während dieser Zeit traten die Vereinigten Staaten lange Zeit ohne ihre NBA-Profispieler an.

Die 1990er-Jahre markierten eine prägende Phase im internationalen Basketball. Zu Beginn des Jahrzehnts zerfielen die Sowjetunion und Jugoslawien in mehrere Nachfolgestaaten, wodurch sich für andere Nationen erstmals realistische Chancen auf Titelgewinne eröffneten. Gleichzeitig änderte die FIBA ihre Regeln und erlaubte nun die Teilnahme von Profispielern. Dies ermöglichte den Vereinigten Staaten, erstmals mit NBA-Spielern anzutreten, was das Niveau und die Aufmerksamkeit des internationalen Wettbewerbs deutlich steigerte.

2006 fand die WM zum ersten Mal in Asien statt. Japan war Gastgeberland, und Spanien sicherte sich seinen ersten Titel.[3]

2019 wurde das Teilnehmerfeld von 24 auf 32 Mannschaften erweitert.

Erstteilnahmen

Insgesamt sind in der FIBA 212 nationale Verbände registriert. Bis einschließlich der WM 2023 waren über 60 dieser Verbände bei einer Weltmeisterschafts-Endrunde mit einer eigenen Auswahl vertreten. Die folgende Liste gibt einen Überblick der WM-Premieren aller bisherigen Teilnehmer einschließlich der zum jeweiligen Zeitpunkt gültigen Bezeichnung ihres Staates bzw. Teilstaates.

  • Fett geschriebene Mannschaften wurden bei ihrer ersten Teilnahme Weltmeister.
  • mit einem * gekennzeichnete Mannschaften waren bei ihrer ersten Teilnahme gleichzeitig Ausrichter.
  • Kursiv geschriebene Mannschaften gehörten zum Rechtsnachfolger aufgelöster Staaten bzw. Verbände und hatten in der offiziellen FIFA-Statistik die vollständigen Ergebnisse und Titel ihrer Vorgänger übernommen (siehe auch Fußnoten).
Jahr Erstteilnehmer
1950 Agypten 1922 Ägypten Argentinien Argentinien * Brasilien 1889 Brasilien Chile Chile
Ecuador 1900 Ecuador Frankreich Frankreich Jugoslawien Jugoslawien[A 1] Peru Peru
Spanien 1945 Spanien Vereinigte Staaten Vereinigte Staaten
1954 Israel Israel Kanada Kanada Paraguay Paraguay Philippinen 1944 Philippinen
Uruguay Uruguay Republik China (Taiwan) Republik China
1959 Bulgarien 1948 Bulgarien Mexiko 1934 Mexiko Puerto Rico Puerto Rico Sowjetunion Sowjetunion
Vereinigte Arabische Republik Vereinigte Arabische Republik[A 2]
1963 Italien Italien Japan Japan
1967 Polen Polen
1970 Australien Australien Kuba Kuba Panama Panama Korea Sud Südkorea
Tschechoslowakei Tschechoslowakei
1974 Zentralafrikanische Republik Zentralafrikanische Republik
1978 China Volksrepublik Volksrepublik China Dominikanische Republik Dominikanische Republik Senegal Senegal
1982 Kolumbien Kolumbien *
1986 Angola Angola Deutschland BR Deutschland[A 3] Griechenland Griechenland Malaysia Malaysia
Niederlande Niederlande
1990 Agypten Ägypten[A 2] Venezuela 1954 Venezuela
1994 Deutschland Deutschland[A 3] Kroatien Kroatien Russland Russland
1998 Jugoslawien Bundesrepublik 1992 BR Jugoslawien[A 1] Litauen Litauen Nigeria Nigeria
2002 Algerien Algerien Libanon Libanon Neuseeland Neuseeland Turkei Türkei
2006 Serbien und Montenegro Serbien und Montenegro[A 1] Slowenien Slowenien Katar Katar
2010 Iran Iran Jordanien Jordanien Serbien Serbien Tunesien Tunesien
2014 Finnland Finnland Ukraine Ukraine
2019 Montenegro Montenegro
2023 Georgien Georgien Kap Verde Kap Verde Lettland Lettland Sudsudan Südsudan
  1. a b c Die jugoslawische Nationalmannschaft bestand bis 1991. Zwischen 1995 und 2001 trat die Bundesrepublik Jugoslawien als Nachfolger an. Beide Nationalmannschaften repräsentierten „Jugoslawien“. Die Medaillen und Titeln werden daher zusammengerechnet, obwohl es sich nicht um die Nationalmannschaft desselben Staates handelt. Von 2003 bis 2005 trat die Basketballmannschaft von Serbien und Montenegro an, die völkerrechtlich identisch war, von der FIBA jedoch nicht als Nachfolger Jugoslawiens betrachtet wurde. Serbien und Montenegro nahm 2006 an der Basketball-Weltmeisterschaft teil, etwa zwei Monate nach dem Ende der Union. Die Mannschaft bestand überwiegend aus serbischen Spielern, ergänzt durch einen montenegrinischen Spieler.
  2. a b 1958 vereinten sich Ägypten und Syrien zur Vereinigten Arabischen Republik (VAR). Unter diesem Namen nahm das Team 1959 an der Basketball-Weltmeisterschaft teil. 1961 verließ Syrien die Union, Ägypten behielt jedoch den Namen VAR bis 1971 bei und trat 1970 unter diesem Namen erneut bei der WM an. Nach einer längeren Pause qualifizierte sich Ägypten 1990 wieder für die WM und nimmt seitdem erneut als Ägypten in den Weltmeisterschaften teil.
  3. a b Die Bundesrepublik Deutschland nahm erstmals 1986 an einer Basketball-Weltmeisterschaft teil. Aufgrund der deutschen Teilung trat das Team damals als BR Deutschland (engl. West Germany) an. Seit der Wiedervereinigung 1990 startet die Nationalmannschaft unter dem Namen Deutschland (engl. Germany) und wird vom Deutschen Basketball Bund (DBB) vertreten. Die DDR qualifizierte sich nie für eine Basketball-Weltmeisterschaft; ihr Basketballverband ging nach der Wiedervereinigung im DBB auf. Die FIBA erkennt das wiedervereinigte Deutschland als Kontinuität der westdeutschen Mannschaft an.

Turniere im Überblick

Jahr Ausrichter Finale Spiel um Platz 3
Land Spielorte Weltmeister Ergebnis Zweiter Platz Dritter Platz Ergebnis Vierter Platz
1950
Details
Argentinien Buenos Aires Argentinien
Argentinien
64:50 Vereinigte Staaten 48
USA
Chile
Chile
51:40 Brasilien 1889
Brasilien
1954
Details
Brasilien Rio de Janeiro Vereinigte Staaten 48
USA
62:41 Brasilien 1889
Brasilien
Philippinen 1944
Philippinen
66:60 Frankreich 1946
Frankreich
1959
Details
Chile Antofagasta, Concepción,
Santiago de Chile, Temuco, Valparaíso
Brasilien 1889
Brasilien
81:67 Vereinigte Staaten 49
USA
Chile
Chile
86:85 Taiwan
Taiwan
1963
Details
Brasilien Belo Horizonte, Curitiba,
Petrópolis, Rio de Janeiro, São Paulo
Brasilien 1960
Brasilien
90:71 Jugoslawien
Jugoslawien
Sowjetunion 1955
Sowjetunion
69:67 Vereinigte Staaten
USA
1967
Details
Uruguay Córdoba, Mercedes,
Montevideo, Salto
Sowjetunion 1955
Sowjetunion
71:59 Jugoslawien
Jugoslawien
Brasilien 1960
Brasilien
80:71 Vereinigte Staaten
USA
1970
Details
Jugoslawien Karlovac, Ljubljana,
Sarajevo, Skopje,
Split
Jugoslawien
Jugoslawien
74:68 Brasilien 1968
Brasilien
Sowjetunion 1955
Sowjetunion
62:58 Italien
Italien
1974
Details
Puerto Rico Caguas, Ponce,
San Juan
Sowjetunion 1955
Sowjetunion
82:79 Jugoslawien
Jugoslawien
Vereinigte Staaten
USA
83:70 Kuba
Kuba
1978
Details
Philippinen Manila, Quezon City Jugoslawien
Jugoslawien
82:81 n. V. Sowjetunion 1955
Sowjetunion
Brasilien 1968
Brasilien
86:85 Italien
Italien
1982
Details
Kolumbien Bogotá, Bucaramanga,
Cali, Cúcuta, Medellín
Sowjetunion
Sowjetunion
95:94 Vereinigte Staaten
USA
Jugoslawien
Jugoslawien
119:117 Spanien
Spanien
1986
Details
Spanien Barcelona, Ferrol,
Madrid, Málaga,
Oviedo, Saragossa,
Teneriffa
Vereinigte Staaten
USA
87:85 Sowjetunion
Sowjetunion
Jugoslawien
Jugoslawien
117:91 Brasilien 1968
Brasilien
1990
Details
Argentinien Buenos Aires Jugoslawien
Jugoslawien
92:75 Sowjetunion
Sowjetunion1
Vereinigte Staaten
USA
107:105 Puerto Rico
Puerto Rico
1994
Details
Kanada Hamilton, Toronto Vereinigte Staaten
USA
137:91 Russland
Russland
Kroatien
Kroatien
78:60 Griechenland
Griechenland
1998
Details
Griechenland Marousi, Piräus Jugoslawien Bundesrepublik 1992
BR Jugoslawien
64:62 Russland
Russland
Vereinigte Staaten
USA
84:61 Griechenland
Griechenland
2002
Details
USA Indianapolis Jugoslawien Bundesrepublik 1992
BR Jugoslawien[4]
84:77 n. V. Argentinien
Argentinien
Deutschland
Deutschland
117:95 Neuseeland
Neuseeland
2006
Details
Japan Hamamatsu, Hiroshima,
Saitama, Sapporo,
Sendai
Spanien
Spanien[5]
70:47 Griechenland
Griechenland
Vereinigte Staaten
USA
96:81 Argentinien
Argentinien
2010
Details
Türkei Ankara, Istanbul,
Izmir, Kayseri
Vereinigte Staaten
USA[6]
81:64 Turkei
Türkei
Litauen
Litauen
99:88 Serbien
Serbien
2014
Details
Spanien Barcelona, Barakaldo,
Granada, Las Palmas,
Madrid, Sevilla
Vereinigte Staaten
USA[7]
129:92 Serbien
Serbien
Frankreich
Frankreich
95:93 Litauen
Litauen
2019
Details
Volksrepublik China Peking, Nanjing, Suzhou, Wuhan, Guangzhou, Shenzhen, Foshan, Dongguan Spanien
Spanien[8]
95:75 Argentinien
Argentinien
Frankreich
Frankreich
67:59 Australien
Australien
2023
Details
Philippinen, Indonesien, Japan[9] Bocaue, Quezon City, Pasay, Jakarta, Okinawa[10] Deutschland
Deutschland[11]
83:77 Serbien
Serbien
Kanada
Kanada
127:118 n. V. Vereinigte Staaten
USA
2027
Details
Katar[12] Doha

1Die UdSSR spielte ohne Spieler aus Litauen, Lettland und Estland.

Medaillenspiegel

Stand: 2023

Rang Land
1 Vereinigte Staaten USA 5 3 4 12
2 Jugoslawien Bundesrepublik 1992 Jugoslawien
(davon Jugoslawien SFR Jugoslawien)
(davon Jugoslawien Bundesrepublik 1992 BR Jugoslawien)
5
(3)
(2)
3
(3)
(–)
2
(2)
(–)
10
3 Sowjetunion Sowjetunion 3 3 2 8
4 Brasilien Brasilien 2 2 2 6
5 Spanien Spanien 2 0 0 2
6 Argentinien Argentinien 1 2 0 3
7 Deutschland Deutschland 1 0 1 2
8 Russland Russland 0 2 0 2
Serbien Serbien 0 2 0 2
10 Griechenland Griechenland 0 1 0 1
Turkei Türkei 0 1 0 1
12 Chile Chile 0 0 2 2
Frankreich Frankreich 0 0 2 2
14 Kroatien Kroatien 0 0 1 1
Philippinen Philippinen 0 0 1 1
Litauen Litauen 0 0 1 1
Kanada Kanada 0 0 1 1

Einzelnachweise

  1. Basketball. History of Basketball at the Olympic Games. (PDF; 642 kB) In: The Olympic Studies Center. IOC, 19. Oktober 2017, abgerufen am 12. Januar 2026.
  2. Argentina won the first basketball world cup 75 years ago. A military coup almost erased them from history. In: Buenos Aires Herald. Abgerufen am 14. Januar 2026.
  3. Basketball-WM: Spanien erstmals Basketball-Weltmeister. Tagesspiegel, 3. September 2006, abgerufen am 14. Januar 2026.
  4. Jugoslawien erneut Weltmeister. Der Spiegel, 9. September 2002, abgerufen am 15. Januar 2026.
  5. Basketball-WM: Spanien sichert sich den Titel. Stern.de, 3. September 2006, abgerufen am 15. Januar 2026.
  6. Basketball-WM: Durant führt USA zum Titel. Der Spiegel, 12. September 2010, abgerufen am 15. Januar 2026.
  7. Die USA sind Weltmeister. Süddeutsche Zeitung, 14. September 2014, abgerufen am 16. Januar 2026.
  8. Spanien gelingt Rückkehr auf den WM-Thron. ntv.de, 15. September 2019, abgerufen am 15. Januar 2026.
  9. Basketball-WM 2023 auf den Philippinen, in Japan und Indonesien. In: Focus Online. 9. Dezember 2017, abgerufen am 9. September 2019.
  10. FIBA Basketball World Cup 2023 bid in focus: Indonesia / Japan / Philippines. In: FIBA Basketball. 12. Oktober 2017, abgerufen am 9. September 2019 (englisch).
  11. Deutschland zum ersten Mal Weltmeister. Deutschlandfunk, 10. September 2023, abgerufen am 14. Januar 2026.
  12. Nächste WM nach Katar vergeben. In: sport1.de. SID, 28. April 2023, abgerufen am 28. April 2023.