Bahnstrecke Krnov–Głuchołazy
| Krnov–Głuchołazy 1913: Jägerndorf–Ziegenhals | |||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||
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| Streckennummer: | 333 (PKP-PLK) | ||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||
| Kursbuchstrecke (SŽ): | 318 | ||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||
| Streckenlänge: | 37,698 km | ||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||
| Spurweite: | 1435 mm (Normalspur) | ||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||
| Streckengeschwindigkeit: | 80 km/h | ||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||
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Die Bahnstrecke Krnov–Głuchołazy ist eine Eisenbahnverbindung in Tschechien und Polen, die ursprünglich durch die k.k. privilegierte Mährisch-Schlesische Centralbahn (MSCB) erbaut und betrieben wurde. Sie zweigt in Krnov (Jägerndorf) von der Bahnstrecke Olomouc–Opava východ ab und führt nördlich des Altvatergebirges nach Głuchołazy (Ziegenhals), wo sie in die Bahnstrecke Nowy Świętów–Głuchołazy einmündet.
Geschichte
Am 21. April 1870 erhielt die MSCB die Konzession für ihre Hauptstrecke von Olmütz über Jägerndorf zur Landesgrenze bei Leobschütz. Teil dieser Konzession war auch der Bau mehrerer abzweigender Nebenstrecken. Genehmigt wurden Linien nach Olbersdorf mit eventueller Weiterführung ins preußische Neisse, nach Troppau, Römerstadt und Würbenthal.[3]
Am 1. Oktober 1872 wurde die konzessionierte Strecke von Olmütz über Jägerndorf bis Hennersdorf zunächst provisorisch für den Güterverkehr eröffnet. Der Reiseverkehr wurde kurz darauf – am 15. Oktober 1872 – aufgenommen. Die Inbetriebnahme des grenzüberschreitenden Abschnitts Hennersdorf–Ziegenhals erfolgte am 1. Dezember 1875. Damit bestand mit der anschließenden Strecke der Oberschlesischen Eisenbahn nach Deutsch Wette eine durchgehende Hauptverbindung nach Neisse.
Zum 1. Januar 1895 wurde die MSCB verstaatlicht. Eigentümer und Betreiber waren jetzt die k.k. Staatsbahnen (kkStB). Der Fahrplan 1918 verzeichnete drei Personenzugpaare in der Relation Jägerndorf–Olmütz über Mährisch Schönberg, die wie heute auch über Ziegenhals in Richtung Freiwaldau und Hannsdorf geführt waren.[4]
Nach dem Ersten Weltkrieg ging die Strecke an die neu gegründeten Tschechoslowakischen Staatsbahnen (ČSD) über.
Nach der Angliederung des Sudetenlandes an Deutschland im Herbst 1938 kam die Strecke zur Deutschen Reichsbahn, Reichsbahndirektion Oppeln. Im Reichskursbuch war die Verbindung als Teil der KBS 151 Brieg–Neisse–Jägerndorf–Schönbrunn-Witkowitz enthalten.[5]
Nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs kam der tschechoslowakische Streckenabschnitt wieder zu den ČSD, der in Schlesien gelegene Abschnitt wurde hingegen Teil des Streckennetzes der Polnischen Staatsbahnen (PKP). Der grenzüberschreitende Verkehr wurde nicht wieder aufgenommen, allerdings verkehrten wiederum ČSD-Züge im Privilegierten Durchgangsverkehr in der Relation Krnov–Jesenik über polnisches Territorium. Wegen des Richtungswechsels hatten alle Züge in Głuchołazy einen Betriebshalt zum Umsetzen der Lokomotive, ein Ein- oder Ausstieg von Reisenden war bis 2006 nicht gestattet.
Zum 1. Jänner 1993 ging die Strecke im Zuge der Dismembration der Tschechoslowakei an die neu gegründeten České dráhy (ČD) über. Seit 2003 gehört sie zum Netz des staatlichen Infrastrukturbetreibers Správa železniční dopravní cesty (SŽDC), heute: Správa železnic. Der polnische Abschnitt wird von den PKP Polskie Linie Kolejowe (PKP PLK) verwaltet.
Heute wird die Strecke nur noch von den Reisezügen der České dráhy in Richtung Jesenik befahren. Die über lange Jahre hinweg den Verkehr dominierenden direkten Schnellzüge (rychlík) im Vierstundentakt in der Relation Ostrava-Svinov–Jeseník wurden eingestellt und durch Eilzüge (Sp) der Relation Krnov-Jeseník in gleicher Taktung ersetzt. In Krnov besteht allerdings Anschluss zu den Schnellzügen Olomouc-Krnov-Opava-Ostrava. Hinzu kommen Personenzüge, die den Fahrplan im Abschnitt zwischen Krnov und Jindřichov ve Slezsku verdichten und zusätzlich die von den Eilzügen nur durchfahrenen Zwischenhalte Krásné Loučky und Linhartovy bedienen.
Der polnische Streckenbetreiber PLK hat im September 2025 mit der Erneuerung von Gleisen und Anlagen zwischen der Staatsgrenze und Głuchołazy begonnen. Teil des Projektes ist auch die Modernisierung des Bahnhofes Głuchołazy. Nach Fertigstellung im Dezember 2025 soll die Streckengeschwindigkeit von bislang 20–30 km/h auf 100 km/h angehoben werden. Es wird mit Kosten in Höhe von 19 Millionen Złoty gerechnet.[6] Mittelfristig ist zwischen der Staatsgrenze und Głuchołazy eine Streckengeschwindigkeit von 120 km/h geplant.[7]
Fahrzeugeinsatz
Sämtliche Züge werden mittlerweile durch die Baureihe 810 oder deren modernisierte Version, der Baureihe 814 „Regionova“ gefahren.
Weblinks
Einzelnachweise
- ↑ Zdeněk Hudec u. a.: Atlas drah České republiky. 2006–2007. Hrsg.: Verlag Pavel Malkus. 2. Auflage. Pavel Malkus, Praha 2006, ISBN 80-87047-00-1 (tschechisch).
- ↑ Artarias Eisenbahnkarte von Österreich-Ungarn und den Balkanstaaten, mit Stationsverzeichnis; Artaria & Co., Wien 1913
- ↑ Reichsgesetzblatt für die im Reichsrathe vertretenen Königreiche und Länder vom 1. Juni 1870
- ↑ Fahrplan 1918 ( des vom 10. April 2013 im Internet Archive) Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.
- ↑ Reichskursbuch 1944 – gültig vom 3. Juli 1944 bis auf weiteres
- ↑ „Třikrát rychlejší než dosud. Poláci začali s opravou ostudné peážní trati u českých hranic“ auf zdopravy.cz
- ↑ „Do Jeseníku pod dráty. Centrální komise schválila elektrizaci trati z Bludova“ auf zdopravy.cz