Baahubali: The Beginning

Film
Titel Baahubali: The Beginning
Produktionsland Indien
Originalsprache Telugu
Erscheinungsjahr 2015
Länge International: 138 Minuten
Original: 159 Minuten
Altersfreigabe
Produktions­unternehmen Arka Mediaworks
Stab
Regie S. S. Rajamouli
Drehbuch S. S. Rajamouli
Produktion Prasad Devineni,
Shobu Yarlagadda
Musik M. M. Keeravani
Kamera Senthil Kumar
Schnitt Venkateswara Rao Kotagiri
Besetzung
  • Prabhas: Baahubali / Sivudu
  • Rana Daggubati: Bhallaladeva
  • Anushka Shetty: Devasena
  • Tamannaah Bhatia: Avanthika
  • Ramya Krishnan: Sivagami
  • Nasser: Bijjaladeva
  • Sudeep: Aslaam Khan
  • Sathyaraj: Kattappa
  • Tanikella Bharani: Swamiji
Besetzung und Synchronisation

Baahubali: The Beginning (auch Bahubali: The Beginning) ist ein indischer Telugu-Film von S. S. Rajamouli aus dem Jahre 2015. Das Fantasydrama, das in den Hauptrollen Prabhas, Rana Daggubati, Tamannaah Bhatia und Anushka Shetty zeigt, war seinerzeit der teuerste indische Film und gilt als einer der erfolgreichsten indischen Filme überhaupt. Mit einem Kinostart in Deutschland am 28. April 2016 verschaffte sich ein Vertreter des Telugu-Filmes auch im deutschsprachigen Raum erstmals größere Aufmerksamkeit. In Indien erschien der Film bereits am 10. Juli 2015.

Handlung

Eine Frau flieht mit einem Säugling aus einer Höhle und wird von Soldaten gejagt. Auf der Flucht stürzt sie in einen Fluss und kann das Kind mit letzter Kraft über Wasser halten. Rechtzeitig wird es von Bewohnern eines naheliegenden Dorfes entdeckt und von Sanga, welche das Kind dem Namen Sivudu gibt, aufgezogen. Sivudus Dorf liegt in einer gigantischen Schlucht, die von Wasserfällen umgeben ist. Er versucht regelmäßig, die Fälle zu erklimmen, scheitert jedoch.

Eines Tages wird vom Wasserfall eine Maske gespült. Sivudu, besessen davon, deren Eigentümerin zu finden, erklettert die Wasserfälle erneut und es gelingt ihm, Avanthika zu finden. Sie gehört einer Rebellengruppe an, deren Ziel es ist, Bhallaladeva, den König des Reiches Mahishmati zu stürzen und Devasena, eine Gefangene zu befreien. Nach anfänglichen Annäherungsversuchen verbünden sich beide und dringen in den Königspalast ein. Dort wird Sivudu von Sklaven als Baahubali erkannt und es kommt zu einem Aufruhr, in welchem er Bhallaladevas Adoptivsohn Bhadra tötet und Devasena befreien kann.

Nach einem turbulenten Kampf erkennt der General von Mahishmati, Kattappa, in Sivudu ebenfalls Baahubali und legt sich ihm zu Füßen.

In einer Rückblende wird schließlich die Geschichte von Baahubali erzählt. Er wuchs mit seinem Cousin Bhallaladeva auf, dessen Mutter Sivagami ist und als Regentin das Königreich führt. Baahubali ist Sohn des verstorbenen Königs Vikramadeva, dessen Bruder Bijjaladeva ist und mit Sivagami verheiratet ist.

Baahubali und Bhallaladeva werden von Sivagami aufgezogen und ausgebildet. Beide Männer sind ebenbürtig, wobei Baahubali beim Volk beliebter ist und Bhallaladeva als machthungrig und brutal gilt. So versuchte Bhallaladeva, Baahubali während einer Mission umzubringen, was ihm jedoch aufgrund der Nachricht des bevorstehenden Angriffes der Kalakeya misslang. Sivagami entscheidet, dass derjenige der beiden Männer, der ihr den Anführer der Kalakeya lebendig ausliefert, zum König gekrönt werden soll. Die Schlacht wird von beiden mit einem eigenen Kontingent an Männern geführt. Während Bhallaladeva besonders brutal vorgeht und selbst gefangene Zivilisten tötet, gelingt es Baahubali mit einer klugen Strategie, große Teile der Kalakeya zu besiegen. Schließlich macht er deren Anführer ausfindig und kämpft gegen ihn. Doch Bhallaladeva stößt zu ihm und tötet diesen.

Aufgrund Baahubalis klügerem und besonnenen Vorgehens wird er schließlich von Sivagami als König ernannt.

Wieder in der Gegenwart erklärt Sivudu, dass er Baahubali treffen möchte. Kattappa erklärt ihm jedoch, dass dieser von ihm selbst ermordet wurde.

Produktion

Rajamouli habe bereits 2012 mit dem Projekt zum Film begonnen, erklärte aber, dass er die Idee schon über Jahre hinweg zuvor aufgebaut habe. Hierbei habe er sich von Filmen wie Ben Hur, Die zehn Gebote und Maya Bazaar beeinflussen lassen.[3] Als weitere Inspirationsquelle nannte er Mahabharata.[4] 2013 wurde schließlich Prabhas als Schauspieler für einen Film von Ramajouli genannt.[5] Die Dreharbeiten fanden zur selben Zeit in Hyderabad statt. Die Szenen am Wasserfall wurden in Kerala gedreht, wenige Szenen wurden in Bulgarien gefilmt.[6][7]

Die im Film zu sehenden Waffen wurden von Sabu Cyril aus kohlenstofffaserverstärktem Kohlenstoff entworfen.[8] Ein Teil der goldenen Statue, die im Film aufgestellt wird, wurde von einem 3D-Drucker hergestellt.[9] Laut Srinivas Mohan, zuständig für die visuellen Effekte, bestand der Film aus 2.500 Szenen mit visuellen Effekten enthalten, wobei insbesondere die Schlacht- und Wasserfallszenen ins Gewicht fielen. Es habe zwei Jahre gedauert, ehe der Wasserfall fertiggestellt war. Bis zu 600 Künstler arbeiteten am gesamten Projekt. 2.000 Komparsen und 500 Mitarbeiter waren am Set.[10]

Die Filmmusik und die Songs wurden von M. M. Keeravani komponiert. Es erschienen Versionen auf Telugu, Malayalam, Tamil und Hindi.[11][12][13][14]

Besetzung und Synchronisation

Für die deutsche Auswertung wurde der Film von der Splendid Synchron bearbeitet. Buch und Regie führte Ilya Welter.[15] In Indien erschienen Synchronfassungen auf Hindi, Malayalam und Tamil.

Darsteller Sprecher Rolle
Prabhas Daniel Sellier Sivudu / Baahubali
Rana Daggubati Tobias Brecklinghaus Bhallaladeva
Anushka Shetty Daniela Bette-Koch Devasena
Tamannaah Bhatia Milena Karas Avanthika
Ramya Krishnan Ilya Welter Sivagami
Nasser Daniel Werner Bhijjaladeva
Sudeep Maximilian Hilbrand Aslaam Khan
Sathyaraj Thomas Balou Martin Kattappa
Tanikella Bharani Renier Baaken Swami
Adivi Sesh Philipp Danne Bhadra
Bharani Fabian Körner Marthander
Rohini Kordula Leiße Sanga

Rezeption

Kommerzieller Erfolg

Der Film wurde mit etwa 1,8 Mrd. Rupien produziert. Dem gegenüber stand ein Nettogewinn von 1,19 Mrd. Rupien bei Bruttoeinnahmen von 1,65 Mrd. Rupien durch die indischen Kinovorführungen.[16] Sämtliche indische Synchronfassungen inklusive der originalen Telugu-Version spielten brutto jedoch 5,16 Mrd. Rupien ein. Weitere 839 Mio. kamen aus dem ausländischen Verleih.[17] Je nach Quelle betragen die gesamten Einspielergebnisse zwischen 6 und 6,5 Mrd. Rupien.[18] Seinerzeit war Baahubali der nach Einnahmen erfolgreichste Telugu-Film. Er wurde zwei Jahre später durch seinen Nachfolger Baahubali 2: The Conclusion abgelöst, welcher den Rekord bis heute hält.[19]

Kritiken

Filmfare spricht von einer „mehr als brillanten Vision und Ausführung“ in Bezug auf Rajamoulis Werk und lobte den Film trotz kleinerer Schwächen in Bezug auf die computergenerierten Grafiken in allen Bereichen.[20] Karthik Pasupulate der Times of India bezeichnete die erste Hälfte des Filmes als „Vorspiel“ in Bezug auf die später stattfindende Rückblende. Die große Schlachtszene wurde besonders gelobt, doch verschiedene Hollywood-Filme seien als Inspiration deutlich zu vernehmen.[21] Rediff schreibt, dass das geographische Setting und die Ära in der Tradition von Peter Jacksons Herr der Ringe stehe, das Narrativ sich jedoch auf die Hindu-Mythologie und Legenden beziehe. Sukanya Verma bemängelte die Hindi-Synchronisation, aber lobte besonders die Arbeit von Prabhas, Daggubati, Sathyaraj und Krishnan. Filme, die mit einem Cliffhanger endeten, seien für gewöhnlich frustrierend, doch Baahubali sei dies nicht.[22] Eine der wenigen negativen Rezensionen kam von der Hindustan Times: die Geschichte von Baahubali sei zu komplex und es tauchten zu viele Charaktere auf, was im Widerspruch zur Erwartungshaltung der Zuschauer stehe. Der Film, der versuche, amerikanische Blockbuster zu kopieren, scheitere daran, den Zuschauer mit der Geschichte zu fesseln. „Wenn Rajamouli geglaubt hat, dass sein Special-Effects-Team, das mit einmaligen Bildern aufwartet [...], die Schwäche des Filmes verschleiern könnte, dann hat er sich geirrt.“[23]

Lukas Foerster vom Perlentaucher sieht die Anlehnung an 300 als unübersehbar, merkt aber auch an, dass „Zeitlupengemetzel und martialisches Actiongepose“ nie Selbstzweck seien, sondern in „emotionale Spannungsbögen“ integriert seien. In Bezug auf die Ästhetik spricht er von „grundlegend instabiler Formgebung“ und schreibt, man stürze sich „vom tropischen Wasserfall in eine Eiswelt, mal wird man vom opulent entworfenen (freilich in der Aufsicht trotzdem ein bisschen nach einer kindlichen Lego-Fantasie ausschauenden) imperialen Palast in den ewigen Dreck geworfen.“[24] Der Filmdienst schreibt, der Film vereine „erzählerisch wenig stringent Fantasy, Musical, Erotik und Familiendrama“.[25] Jürgen Webermann vom Deutschlandfunk schrieb, der Film wecke Erinnerungen an Der Herr der Ringe und 300. Baahubali komme „ohne Superstar und ohne die Marke ‚Bollywood‘“ aus und bezieht den Film auf seine Herkunftsregion, deren Filmindustrie Tollywood heißt und von der die meisten Deutschen „noch nie etwas gehört haben“.[26] Thorsten Hanisch von Kino-Zeit schreibt: „Vom Start weg wird auf jeden Ansatz von Plausibilität gepfiffen, man etabliert eine bunte, stilisierte Welt, die nicht die unsere ist, eine Welt, in der alles möglich scheint. Dass man für solch einen Ansatz aber dann doch nicht das Budget hat, ist kein Hindernis, und so wird die Gemachtheit des Ganzen, sprich, die zahlreichen, teilweise etwas arg unglücklichen CGI-Effekte, offen ausgestellt. Man schämt sich nicht seiner Defizite, sondern fordert den Zuschauer auf, sich darauf einzulassen, was dem Ganzen trotz überquellendem Bombast im Hinblick auf die Ausstattung einen herrlich unbeirrten Charme gibt.“. Trotz schwacher visueller Effekte lobt er die Landschaftsaufnahmen sowie die Musik und dass Baahubali trotz des hohen Budgets „so viel Seele beibehalten“ habe.[27]

Auszeichnungen (Auswahl)

Aufgrund der Vielzahl von Nominierungen und Auszeichnungen, die der Film gewann, werden nachfolgend nur die Trophäen genannt, die vom Regisseur, von den Schauspielern, sowie vom Film als bestes Werk gewonnen werden konnten. Baahubali gewann insbesondere bei den CineMAA Awards und den Nandi Awards viele Preise für die Choreografien, die visuellen Effekte und die Musik.[28]

National Film Award

  • Bester Film für Baahubali

Filmfare Awards South

  • Bester Film für Baahubali
  • Bester Regisseur für S. S. Rajamouli

South Indian International Movie Awards

  • Bester Film für Baahubali
  • Bester Regisseur für S. S. Rajamouli
  • Beste Nebendarstellerin für Ramya Krishnan
  • Bester Antagonist für Rana Daggubati

CineMAA Awards

  • Bester Film für Baahubali
  • Bester Regisseur für S. S. Rajamouli
  • Bester Schurke für Rana Daggubati
  • Beste Nebendarstellerin für Ramya Krishnan

Nandi Awards

  • Bester Film für Baahubali
  • Bester Regisseur für S. S. Rajamouli
  • Bester Schurke für Rana Daggubati
  • Beste Nebendarstellerin für Ramya Krishnan

Ananda Vikatan Cinema Awards

  • Beste Nebendarstellerin für Ramya Krishnan
  • Bester Nebendarsteller für Sathyaraj

IIFA Utsavam

  • Bester Film für Baahubali (Telugu, Tamil)
  • Bester Regisseur für S. S. Rajamouli (Telugu)
  • Beste Nebendarstellerin für Ramya Krishnan (Telugu)
  • Bester Antagonist für Rana Daggubati (Telugu)

Einzelnachweise

  1. Freigabebescheinigung für Baahubali: The Beginning. Freiwillige Selbstkontrolle der Filmwirtschaft (PDF; Prüf­nummer: 158698/K).Vorlage:FSK/Wartung/typ nicht gesetzt und Par. 1 länger als 4 Zeichen
  2. Alterskennzeichnung für Baahubali: The Beginning. Jugendmedien­kommission.
  3. Shilpa Jamkhandikar, Sunil Kataria: Q&A: Director Rajamouli on the making of 'Baahubali'. In: Reuters. 28. April 2017 (reuters.com [abgerufen am 4. Oktober 2025]).
  4. For Baahubali, I turned to Mahabharata for inspiration: SS Rajamouli. 2. Juni 2015, abgerufen am 4. Oktober 2025 (englisch).
  5. Prabhas-Rajamouli film announced (Memento vom 24. September 2015 im Internet Archive)
  6. Here's why 'Baahubali' cast and crew went to Bulgaria for a shoot. Abgerufen am 4. Oktober 2025 (englisch).
  7. Varsha Mohan: Did You Know Where Bahubali's Waterfall Sequence Was Shot ? 2. Dezember 2015, abgerufen am 4. Oktober 2025 (englisch).
  8. ‘I felt I was in a factory’. In: The Hindu. 17. Juli 2015, ISSN 0971-751X (thehindu.com [abgerufen am 4. Oktober 2025]).
  9. “My inspirations are drawn from nature and school days” | The Navhind Times | Goa News | Goanews. 25. Oktober 2015, abgerufen am 4. Oktober 2025 (amerikanisches Englisch).
  10. Srinivas Mohan believes ‘Baahubali’ is the new benchmark for visual effects in Indian cinema (Memento vom 31. Oktober 2015 im Internet Archive)
  11. „Baahubali the Beginning (Malayalam) (Original Motion Picture Soundtrack)“ von M.M. Keeravani & Mankombu Gopalakrishnan bei Apple Music. 1. Januar 2015, abgerufen am 4. Oktober 2025 (deutsch).
  12. „Baahubali - The Beginning (Original Motion Picture Soundtrack)“ von Various Artists bei Apple Music. 19. Mai 2015, abgerufen am 4. Oktober 2025 (deutsch).
  13. „Baahubali - The Beginning (Original Motion Picture Soundtrack)“ von M.M. Kreem & Manoj Muntashir bei Apple Music. 10. Juli 2015, abgerufen am 4. Oktober 2025 (deutsch).
  14. „Baahubali - The Beginning (Original Motion Picture Soundtrack)“ von M.M. Keeravaani, Karky, Adithya & Noel Sean bei Apple Music. 19. Mai 2015, abgerufen am 4. Oktober 2025 (deutsch).
  15. Bahubali: The Beginning. In: Deutsche Synchronkartei. Abgerufen am 4. Oktober 2025.
  16. Bahubali - The Beginning - Movie - Box Office India. Abgerufen am 4. Oktober 2025.
  17. Top Grossers All Formats Worldwide Gross. Abgerufen am 4. Oktober 2025.
  18. Baahubali rights snapped up by Netflix for Rs 25.5 crore; The Conclusion completes 100 days in theatres. 10. August 2017, abgerufen am 4. Oktober 2025 (amerikanisches Englisch).
  19. Bahubali 2 To Sarkaru Vaari Paata, 10 Highest-Grossing Telugu Movies. Abgerufen am 4. Oktober 2025 (englisch).
  20. Movie Review: Baahubali. Abgerufen am 4. Oktober 2025 (englisch).
  21. Bahubali Movie Review {4/5}: Critic Review of Bahubali by Times of India. Abgerufen am 4. Oktober 2025 (englisch).
  22. Sukanya Verma: Review: Bahubali is mega, ingenious and envelope pushing! Abgerufen am 4. Oktober 2025 (englisch).
  23. Baahubali review: Spectacular visuals, amazing special effects (Memento vom 11. Juli 2015 im Internet Archive)
  24. Lukas Foerster und Thomas Groh - Im Kino: Bahubali von S.S. Rajamouli, Ein Hologramm für den König von Tom Tykwer - Im Kino. Archiviert vom Original am 16. April 2024; abgerufen am 4. Oktober 2025.
  25. Baahubali: The Beginning. Abgerufen am 4. Oktober 2025.
  26. deutschlandfunk.de: Tollywood-Blockbuster - "Ein derart großer Erfolg verwirrt mich doch ein bisschen". 28. April 2016, abgerufen am 4. Oktober 2025.
  27. Bahubali: The Beginning (2015). Archiviert vom Original am 20. Februar 2025; abgerufen am 4. Oktober 2025.
  28. Baahubali (2015) - Auszeichnungen - IMDb. Abgerufen am 5. Oktober 2025 (deutsch).