Bertrand Meigh Peek

Bertrand Meigh Peek (* 27. Dezember 1891 in Boscombe, Dorset; † 5. Mai 1965 in Melbourne) war ein britischer Amateurastronom.[1]

Leben

Bertrand Meigh Peek wurde am 27. Dezember 1891 in Boscombe, östlich von Bournemouth, geboren. Schon während seiner Schulzeit zeichnete er erste astronomische Beobachtungen auf. Er studierte am Magdalene College der University of Cambridge und machte dort seinen Master-Abschluss. Im Ersten Weltkrieg diente er im Royal Hampshire Regiment in Indien und stieg zum Captain auf.[2] Nach dem Krieg ergriff Peek den Lehrerberuf und wurde Schulleiter der unteren Klassen an der Solihull-Schule. Dort richtete er ein Observatorium ein, über dessen Ausrüstung und die dort gemachten Beobachtungen regelmäßig in den Monthly Notices of the Royal Astronomical Society berichtet wurde, zuletzt 1948 über dessen Abbau, nachdem er seine Anstellung an der Schule aufgegeben hatte.[3][4] 1947 wechselte Peek zur Simon Langton Grammar School in Canterbury. Dort unterrichtete er Mathematik und gründete einen Schulastronomieverein. Er lebte im nahegelegenen Herne Bay und ging 1955 in den Ruhestand.[5]

Peek war in der British Astronomical Association (BAA) aktiv. Er war 1930–1931 Direktor der Mars-Sektion,[6] 1934–1935 Direktor der Saturn-Sektion[7] und 1934 bis 1949 Direktor der Jupiter-Sektion.[8] Von 1938 bis 1940 hatte er die Präsidentschaft der BAA inne.[9] Er publizierte über Beobachtungen von Doppelsternen, Novae, Meteoren, Kometen, Fragen zur Expansion des Weltalls[10], über die Entstehung von Spiralarmen[11] und über Planeten. 1958 veröffentlichte er sein Hauptwerk „The Planet Jupiter“.[12]

Peek war verheiratet und hatte zwei Söhne.[2] Er starb am 5. Mai 1965, während er einen seiner Söhne im australischen Melbourne besuchte, im Alter von 73 Jahren.[5]

Privates

Auf der Rückseite einer Fotografie von Bertrand Peek vermerkte dessen Sohn Brian, sein Vater habe dreimal den Cambridge Mathematikpreis gewonnen, sei Cambridge Tennis-Champion und Teammitglied in einem anglo-sowjetischen Schach-Match gewesen, habe (eine) musikalische Symphonie komponiert und sei ein früher Radio-Spezialist gewesen. Diese von der BAA veröffentlichten Angaben,[13] die auch in Nachrufen wiedergegeben wurden,[14] sind nicht leicht zu verifizieren. Am 9. Mai 1918 wurde tatsächlich eine von Peek komponierte Tondichtung (tone poem) „Taj Mahal“ in Bournemouth erstaufgeführt,[15] zu weiteren Aufführungen gibt es keine Quellen. Peek hatte 1920 beim Hampshire-Tennis-Championship-Turnier ein einziges Match bestritten, ein gegen George Dodd verlorenes Viertelfinalmatch, Champion war er aber nicht.[16] (Der Name P. M. Peek tritt auch in der Badminton-Turnierliste All England 1920 auf, siehe dort. Sehr wahrscheinlich handelt es sich hierbei ebenfalls um Bertrand Meigh Peek.) Peeks Name taucht bei Schachturnieren nicht auf, es lässt sich nichts finden, was nicht auf obige Notiz zurückginge. Auch bleibt unklar, um welchen Mathematikpreis es sich gehandelt hat und worin er sich als Radio-Spezialist ausgezeichnet hat. Jedenfalls muss Peek sportlich und musikalisch gewesen sein.

Ehrungen

  • Von 1938 bis 1940 war er zum Präsidenten der British Astronomical Association gewählt.[9]
  • 1957 erhielt Peek die Walter Goodacre Medaille der British Astronomical Association.[17]
  • Im Jahre 1973 benannte die Internationale Astronomische Union den Mondkrater Peek offiziell nach Bertrand Meigh Peek.[18]
  • Am 15. Juli 2014 wurde am Observatorium der Simon Langton Grammar School for Boys zu Ehren von Peek eine Gedenkplakette enthüllt.[5]
Commons: Bertrand Meigh Peek – Sammlung von Bildern

Einzelnachweise

  1. Obituaries of BAA Members – P. British Astronomical Association, abgerufen am 2. Dezember 2025 (englisch, hier werden die genauen Geburts- und Sterbedaten genannt).
  2. a b W. E. Fox: Bertrand Meigh Peek. In: Journal of the British Astronomical Association. Band 76, Nr. 4, 1966, S. 295 (englisch, britastro.org [PDF]).
  3. Mr. B. M. Peek's Observatory, Solihull. In: Monthly Notices of the Royal Astronomical Society. Band 89, Nr. 4, 1929, S. 356, doi:10.1093/mnras/89.4.356, bibcode:1929MNRAS..89..356. (englisch).
  4. B. M. Peek: Report of his observatory (Solihull). In: Monthly Notices of the Royal Astronomical Society. Band 108, 1948, S. 79, doi:10.1093/mnras/108.1.79, bibcode:1948MNRAS.108...79P (englisch).
  5. a b c John Rogers: A plaque to B.M. Peek at the Simon Langton School. British Astronomical Association, 18. September 2014, abgerufen am 27. November 2025 (englisch).
  6. Directors of the BAA Mars Section. British Astronomical Association, abgerufen am 1. Dezember 2025 (englisch).
  7. Directors of the BAA Saturn Section. British Astronomical Association, abgerufen am 1. Dezember 2025 (englisch, Die Quelle W. E. Fox nennt hier von den BAA-Daten abweichend den Zeitraum 1933–1934 und vermeidet so eine Überschneidung von Peeks Zeit als Direktor der Saturn- und Jupiter-Sektion.).
  8. Directors of the BAA Jupiter Section. British Astronomical Association, abgerufen am 1. Dezember 2025 (englisch).
  9. a b Presidents of the British Astronomical Association. British Astronomical Association, abgerufen am 1. Dezember 2025 (englisch).
  10. B. M. Peek: The expansion of the Universe. In: The Observatory. Band 54, 1931, S. 111–112, bibcode:1931Obs....54..111P (englisch).
  11. B. M. Peek: The formation of spiral arms. In: Monthly Notices of the Royal Astronomical Society. Band 92, 1932, S. 707–715, doi:10.1093/mnras/92.7.707, bibcode:1932MNRAS..92..707P (englisch).
  12. Bertrand Meigh Peek: The Planet Jupiter. Faber and Faber, London 1958 (englisch, archive.org).
  13. Directors of the Mars Section. British Astronomical Association, abgerufen am 1. Dezember 2025 (englisch).
  14. John Rogers: Peek, Bertrand Meigh. In: Thomas Hockey (Hrsg.): The Biographical Encyclopedia of Astronomers. 3 L-R. Springer-Verlag, 2007, ISBN 978-1-4419-9916-0, S. 1673–1673 (englisch).
  15. Music in the Provinces. In: The Music Times. Band 59, Nr. 904, 1. Juni 1918, S. 277–281, Absatz Bournemouth, JSTOR:909877 (englisch).
  16. Hampshire Championships 1920. Tennisarchives.com, abgerufen am 1. Dezember 2025 (englisch).
  17. Awards. British Astronomical Association, abgerufen am 27. November 2025 (englisch).
  18. Peek im Gazetteer of Planetary Nomenclature der IAU (WGPSN) / USGS