Auftragshersteller

Auftragshersteller (englisch Contract Manufacturer (CM)) sind Industrieunternehmen, die Produkte serienmäßig im Auftrag und auf Rechnung von Markenwareherstellern produzieren, ohne dem Käufer gegenüber als Hersteller in Erscheinung zu treten.

Weitere Bezeichnungen sind Auftragsfertiger oder Auftragsproduzenten. Die Unternehmen sind auch als Fertigungsdienstleister oder Fertigungsbetrieb bekannt. Ein weiterer Begriff ist die Vertragsfertigung.

Beschreibung

Auftragshersteller sind in der Produktion von Geräten spezialisiert und in der Regel von sogenannten (englisch Original Equipment Manufacturer (OEM) Originalgerätehersteller) beauftragt. Damit ergeben sich für beide Parteien gewisse wirtschaftliche Effekte: Der OEM kann sich beispielsweise auf seine sogenannten „Kernkompetenzen“, Kundenstamm oder Innovationen fokussieren, während der Auftragshersteller seine Produktionsprozesse optimiert.[1]

Auftragshersteller stellen mittlerweile einen eigenen Industriezweig dar und sind weltweit tätig. Diese Unternehmen bieten Produktionsdienstleistungen an und sind ursprünglich durch das Fabless-Geschäftsmodell in der Computer- und IT-Industrie bekannt geworden. Bekannte Beispiele sind die Auftragsfertiger Foxconn und Flextronics, die für Unternehmen wie Apple tätig sind.[2] Sie sind auch im Bereich Electronics Manufacturing Services (EMS) aktiv.

Heutzutage übernehmen Fertigungsdienstleister auch die Produktion für Pharmaunternehmen, wie beispielsweise die Aenova Group. Teilweise haben letztere eine eigene Vertragsproduktion unter dem Begriff Contract Manufacturing Organization (CMO) aufgebaut.

Siehe auch

Einzelnachweise

  1. R. Mudambi: Location, control and innovation in knowledge-intensive industries. In: Journal of Economic Geography. Band 8, Nr. 5, 21. Juli 2008, ISSN 1468-2702, S. 699–725, doi:10.1093/jeg/lbn024 (englisch, oup.com [abgerufen am 13. November 2025]).
  2. Julie Froud, Sukhdev Johal, Adam Leaver, Karel Williams: Financialization across the Pacific: Manufacturing cost ratios, supply chains and power. In: Critical Perspectives on Accounting. Band 25, Nr. 1, Februar 2014, S. 46–57, doi:10.1016/j.cpa.2012.07.007 (englisch, elsevier.com [abgerufen am 13. November 2025]).