Atomenergiebehörde der Volksrepublik China
Die Atomenergiebehörde der Volksrepublik China (chinesisch 国家原子能机构; englisch: China Atomic Energy Authority (CAEA)) wurde 1999 gegründet und ist die zum Zuständigkeitsbereich des Ministeriums für Industrie und Informationstechnik gehörende verantwortliche Behörde für die Kernenergie in der Volksrepublik China. Hierzu gehören unter anderem die bestehenden Kernkraftwerke und Kernreaktoren. Die CAEA ist verantwortlich für die Entwicklung und Verwaltung der chinesischen Nuklearindustrie, den Austausch und die Zusammenarbeit mit anderen ausländischen Regierungen und internationalen Organisationen im Nuklearbereich und spielt eine führende Rolle bei der nationalen Reaktion und Bewältigung nuklearer Notfälle.
Leitung und Organisation der Behörde
Vorsitzender der CAEA ist Shan Zhongde, dem der stellvertretende Vorsitzende Liu Jing und der Generalsekretär der Behörde Huang Ping unterstehen. Darunter gehören folgende Abteilungen zur Behörde:
- Verwaltungsabteilung
- Diese Abteilung ist für die Logistik und Sicherheitsvorkehrungen der CAEA sowie für den physischen Schutz von Kernmaterial und den Brandschutz der Kernkraftwerke zuständig.
- Abteilung Systemtechnik
- Diese Abteilung verwaltet die wichtigsten nuklearen Forschungs- und Entwicklungsprojekte und erstellt Entwicklungspläne für Kernkraftwerke und Kernbrennstoffe. Sie ist außerdem für den Bau, die Verwaltung und Überwachung von Nuklearprojekten sowie für die Routinearbeit bei nuklearen Notfällen zuständig.
- Abteilung für internationale Zusammenarbeit
- Sie ist verantwortlich für die Organisation und Koordinierung des Austauschs und der Zusammenarbeit mit Regierungen und internationalen Organisationen sowie für die Lizenzierung von Nuklearexporten und -importen und die Erteilung behördlicher Genehmigungen.
- Abteilung Generalplanung
- Diese Abteilung ist verantwortlich für die Genehmigung des Entwurfsplans für Kernenergie und die Erstellung des Jahresplans für die Entwicklung der Kernenergie.
- Abteilung Wissenschaft, Technologie und Qualitätskontrolle
- Diese Abteilung ist verantwortlich für die Organisation von Vorstudien zur Kernenergie und die Ausarbeitung nukleartechnischer Kriterien.
Zum Aufsichtsbereich gehören im weiteren Sinne auch die Kraftwerksbetreiber China General Nuclear Power Group (CGN), die China National Nuclear Corporation (CNNC) und die State Nuclear Power Technology Corporation (SNPTC). Zudem arbeitet es mit anderen Regierungsbehörden wie dem Forschungsinstitut für Atomenergie und der Nationalen Behörde für nukleare Sicherheit sowie Bergbauunternehmen wie die China Nuclear International Uranium Corporation und der Chinesischen Atomgesellschaft zusammen.
Nukleare Nichtverbreitung und nukleare Sicherheit
China setzt sich nach Darstellung der CAEA konsequent für das vollständige Verbot und die vollständige Vernichtung von Atomwaffen ein und lehnt jede Form der Verbreitung von Atomwaffen entschieden ab. China beteiligt sich aktiv an der internationalen Zusammenarbeit im Bereich der Nichtverbreitung. 1992 trat China dem Vertrag über die Nichtverbreitung von Kernwaffen sowie 1997 dem Zangger-Komitee bei. Das zwischen China und der IAEO unterzeichnete Protokoll über zusätzliche Sicherungsabkommen trat 2002 in Kraft. 2004 trat China der Gruppe der Nuklearlieferländer (NSG) bei.
Nach dem Beitritt zur NSG überarbeitete China die „Verordnungen der VR China zur Exportkontrolle“ und die „Verordnungen der VR China zur Exportkontrolle von nuklearen Gütern mit dauerhaftem Verwendungszweck und verwandten Technologien“ gemäß den überarbeiteten Grundsätzen und der überarbeiteten Triggerliste der NSG. Dies soll unterstreichen, dass Chinas Standards für die nukleare Exportkontrolle mit der international üblichen Praxis übereinstimmen.
Die Volksrepublik trat 1989 dem Übereinkommen vom 26. Oktober 1979 über den physischen Schutz von Kernmaterial[1] bei, unterstützt die von der IAEO befürworteten „Grundlegenden Prinzipien des physischen Schutzes von Kernmaterial und Kernanlagen“ und hat den Änderungen des Übereinkommens über den physischen Schutz von Kernmaterial und des Internationalen Übereinkommens zur Bekämpfung nuklearterroristischer Handlungen und damit der Stärkung der nuklearen Sicherheit und zur gesetzeskonformen Terrorismusbekämpfung zugestimmt.
China leistete anderen Ländern aktiv Unterstützung im Bereich der nuklearen Sicherheit, kooperierte mit der IAEA und veranstaltete regionale Schulungen zur nuklearen Sicherheit für fast hundert Teilnehmer aus über zehn Ländern der Asien-Pazifik-Region. Die Volksrepublik leistet einen Beitrag zum IAEA-Fonds für nukleare Sicherheit, um den Kapazitätsaufbau in China und anderen Ländern der Region zu unterstützen. Zudem unternimmt es aktive Anstrengungen, um ein Kompetenzzentrum für nukleare Sicherheit aufzubauen, das zu einem regionalen Zentrum für technischen Austausch, Bildung und Ausbildung ausbauen und mit anderen Kompetenzzentren zusammenarbeiten, um gemeinsam das nukleare Sicherheitsniveau in der Region zu verbessern.[2]
Weblinks
- China Atomic Energy Authority. Homepage der CAEA, abgerufen am 17. September 2025 (englisch).
Einzelnachweise
- ↑ The Physical Protection of Nuclear Material. IAEO, abgerufen am 17. September 2025 (englisch).
- ↑ Nuclear Non-Proliferation and Nuclear Security. China Atomic Energy Authority, abgerufen am 17. September 2025 (englisch).