Arthur Brücher

Arthur Brücher (* 3. April 1903 in Langendreer, Stadt Bochum; † 1. April 1983 in Witten) war ein deutscher Parteifunktionär (NSDAP) im Gau Westfalen-Süd.

Leben

Arthur Brücher, Sohn des Gastwirts Wilhelm Brücher, nahm nach dem Besuch der Handelsschule Bochum eine Tätigkeit in der elterlichen Gaststätte auf. Er engagierte sich politisch und wurde 1925 Mitglied im Bund Wiking, der ein Jahr später in Preußen verboten wurde. Brücher wechselte zum Jungstahlhelm, trat 1927 aus der rechtsextremen Organisation aus und zum 1. November 1929 der NSDAP bei (Mitgliedsnummer 242.160).[1] In Langendreer wurde er am 1. August 1931 Ortsgruppenleiter und war als Agenturleiter für den Vertrieb des NSDAP-Organs Rote Erde verantwortlich. Von 1933 bis 1940 hatte er einen Sitz im Bochumer Stadtrat. Zum Jahresbeginn 1941 wechselte er als Kreisleiter nach Wanne-Eickel-Wattenscheid, wo er bis Dezember 1943 im Amt war. Im Anschluss führte er den Ennepe-Ruhr-Kreis bis zum Kriegsende.

Am 27. April 1945 wurde er verhaftet und bis zum 30. April 1948 im Internierungslager Staumühle interniert. Das Spruchgericht Hiddesen verurteilte ihn am 15. April 1948 zu einer Gefängnisstrafe von 2 Jahren, die durch die Internierung verbüßt waren. Im Entnazifizierungsverfahren stufte ihn die Spruchkammer Bochum am 5. August 1949 in die Kategorie IV (Minderbelastet) ein. Er trat vor dem britischen Kriegsverbrechertribunal in Hamburg als Zeuge im Prozess gegen den Gauleiter Albert Hoffmann sowie gegen den Kreisleiter Friedrich Hermann Behr auf.

Im Nachkriegsdeutschland bestritt Brücher seinen Lebensunterhalt als Bauhilfsarbeiter. Über seinen weiteren Lebensweg gibt die Quellenlage keine Aufschlüsse.

Literatur

  • Wolfgang Stellbrink: Die Kreisleiter der NSDAP in Westfalen und Lippe. Veröffentlichung der staatlichen Archive des Landes Nordrhein-Westfalen: Reihe C, Quellen und Forschung; Band 48, Münster 2003, ISBN 3-932892-14-3, S. 221 (Digitalisat)

Einzelnachweise

  1. Bundesarchiv R 9361-IX KARTEI/4670409