Arnold Metzger

Arnold Metzger (* 24. Februar 1892 in Landau in der Pfalz; † 16. August 1974 in Badgastein) war ein deutscher Philosoph und Hochschullehrer.[1]

Leben und Wirken

Nach seiner Reifeprüfung in Landau studierte Arnold Metzger von 1910 bis 1914 Philosophie, Nationalökonomie und Geschichte an der Universität Jena. 1914 promovierte er dort bei Rudolf Eucken. Als Soldat und Dolmetscher nahm er am Ersten Weltkrieg teil. Von 1920 bis 1924 arbeitete er als wissenschaftlicher Assistent bei Edmund Husserl an der Universität Freiburg/Br. Dort versuchte er, sich für das Fach Philosophie zu habilitieren. Wegen seines jüdischen Glaubens und des nahenden Nationalsozialismus war er damit jedoch nicht erfolgreich. Nachdem er einige Zeit an der Hochschule für die Wissenschaft des Judentums in Berlin als Dozent gearbeitet hatte, emigrierte er 1938 zunächst nach Paris, dann nach England (1940) und schließlich 1941 in die USA. 1947 erwarb er die US-amerikanische Staatsbürgerschaft und lehrte am Simmons College in Boston und an der Harvard University. 1952 kehrte er nach Deutschland zurück, nahm 1958 wieder die deutsche Staatsbürgerschaft an und las bis zu seinem Tod als Honorarprofessor für Philosophie an der Universität München. In den USA war ein freundschaftliches Verhältnis zu Ernst Bloch entstanden.

In seinen Veröffentlichungen beschäftigte sich Arnold Metzger mit der Phänomenologie, dem Individualismus und dem Tod sowie dem Existentialismus.

Sein Sohn ist der US-amerikanische Sinologe Thomas A. Metzger (1933–2025).

Veröffentlichungen (Auswahl)

  • Untersuchungen zur Frage der Differenz der Phänomenologie und des Kantianismus. Versuch einer erkenntnistheoretischen Studie am Gegenstandsbegriff. Kämpfe, Jena 1915 (= Dissertation Universität Jena).
  • Phänomenologie und Metaphysik. Das Problem des Relativismus und seiner Überwindung. Niemeyer, Halle/S. 1933 (2. Aufl. Neske, Pfullingen 1966).
  • Freiheit und Tod. Niemeyer, Tübingen 1955 (2. Aufl. Rombach, Freiburg/Br. 1972, ISBN 3-7930-0627-1).
  • Die sokratische Todessehnsucht. In: Merkur, Bd. 15 (1961), H. 4, S. 302–328.
  • Automation und Autonomie. Das Problem des Relativismus und seiner Überwindung (= Opuscula aus Wissenschaft und Dichtung, Bd. 17). Neske, Pfullingen 1964.
  • Der Einzelne und der Einsame (= Opuscula aus Wissenschaft und Dichtung, Bd. 35). Neske, Pfullingen 1967.
  • Existentialismus und Sozialismus. Der Dialog des Zeitalters. Neske, Pfullingen 1968.
  • Wir suchen das Eine. Meditationen über Sehnsucht, Dauer und Gegenwart. Rombach, Freiburg/Br. 1972.
  • Dämonie und Transzendenz. Neske, Pfullingen 1964.
  • Phänomenologie der Revolution. Frühe Schriften. Syndikat, Frankfurt/M. 1979, ISBN 3-8108-0096-1.
  • Ernst Bloch / Arnold Metzger: "Wir arbeiten im gleichen Bergwerk". Briefwechsel 1942–1972. Hrsg. von Karola Bloch. Suhrkamp, Frankfurt/M. 1987, ISBN 3-518-02686-0.

Literatur

  • Albert Dikovich: Arnold Metzger (1892–1974). In: Internationales Jahrbuch für philosophische Anthropologie, Bd. 7 (2017), S. 261–278.
  • Albert Dikovich: Arnold Metzger und die Phänomenologie der Deutschen Revolution 1918/19. In: Andreas Braune/Michael Dreyer (Hrsg.): Republikanischer Alltag. Die Weimarer Demokratie und die Suche nach Normalität (= Weimarer Schriften zur Republik, Bd. 2). Steiner, Stuttgart 2017, S. 19–32, ISBN 978-3-515-11952-8.
  • Albert Dikovich: Pathische Gründung. Arnold Metzger und die deutsche Umkehr aus dem Geiste des Schmerzes. In: Revue d'Allemagne et des pays de langue allemande, Bd. 54 (2022), H. 1, S. 25–36.
  • Wolfhart Henckmann: Metzger, Arnold. In: Neue Deutsche Biographie. (NDB). Band 17. Duncker & Humblot, Berlin 1994, ISBN 3-428-00198-2, S. 254 (deutsche-biographie.de).

Einzelnachweise

  1. Wolfhart Henckmann: Metzger, Arnold. In: Neue Deutsche Biographie, Bd. 17 (1994), S. 254f.