Antony Bulwer-Lytton, Viscount Knebworth

Antony Bulwer-Lytton, Viscount Knebworth
Voller Name Edward Antony James Bulwer-Lytton, Viscount Knebworth
Nation Vereinigtes Konigreich Vereinigtes Königreich
Geburtstag 13. Mai 1903
Geburtsort Westminster, LondonVereinigtes Konigreich 1801 Vereinigtes Königreich
Sterbedatum 1. Mai 1933
Sterbeort Hendon, LondonVereinigtes Konigreich Vereinigtes Königreich
Karriere
Disziplin Abfahrt, Slalom, Alpine Kombination
Verein Kandahar Ski Club[1]
 

Edward Antony James Bulwer-Lytton, Viscount Knebworth (* 13. Mai 1903 in Westminster, London; † 1. Mai 1933 in Hendon, London) war ein britischer Politiker, Sportler und Autor. Als Politiker war er von 1931 bis 199 Mitglied des House of Commons. Im Sport war Bulwer-Lytton als Boxer, Cricketspieler und Ruderer aktiv, doch am erfolgreichsten war er als Skirennläufer, indem er bei den ersten Alpinen Skiweltmeisterschaften im Jahr 1931 teilnahm.

Leben

Familie

Antony Bulwer-Lytton war das älteste Kind von Victor Bulwer-Lytton, 2. Earl of Lytton (1876–1947) aus dessen Ehe mit Pamela Chichele-Plowden (1874–1971). Als Heir apparent seines Vaters führte er seit Geburt den Höflichkeitstitel Viscount Knebworth. Er hatte drei Geschwister:

  • Lady Margaret Hermione Millicent Bulwer-Lytton (1905–2004), ⚭ 1930 Cameron Cobbold, 1. Baron Cobbold;
  • Lady Davidema Katharine Cynthia Mary Millicent Bulwer-Lytton (1909–1995), ⚭ 1931 John Crichton, 5. Earl Erne, ⚭ 1945 Montague Woodhouse, 5. Baron Terrington;
  • Alexander Edward John Bulwer-Lytton, Viscount Knebworth (1910–1942), Major der British Army, fiel in der Schlacht von El Alamein.

Geboren wurde er in einem Haus in der Queen Anne’s Gate, einer Straße im Londoner Stadtteil Westminster. Dort verbrachte er die ersten vier Jahre seines Lebens. 1906 zog die Familie Manor House in Knebworth und 1908 ins Knebworth House. Bei der Krönung von Georg V. 1911 war er Page von Arthur of Connaught. Da sowohl Antony Bulwer-Lytton als auch sein Bruder unverheiratet, kinderlos und vor ihrem Vater starben, fiel der Adelstitel des Earl of Lytton 1947 an ihren Onkel Hon. Neville Bulwer-Lytton.

Ausbildung

1913 verließ Antony das Elternhaus, um die Schule in West Downs in Winchester zu besuchen. 1913 erkrankte er an Windpocken und hatte dann eine Operation wegen einer Appendizitis. Da das Knebworth House an Michail Alexandrowitsch Romanow, den Bruder von Zar Nikolaus II., vermietet war, verbrachte Antony seine Genesung in London und kehrte 1914 zur Schule zurück.

Ab 1916 besuchte er das Eton College. Während der ersten beiden Jahre spürte er die Auswirkungen des Ersten Weltkriegs, indem die Nahrungsmittelversorgung teilweise eingeschränkt war. In der Zeit des Schulbesuchs begann er mit dem Sport. Seine Eltern waren während dieser Zeit in Britisch-Indien, da sein Vater 1920 bis 1922 Unterstaatssekretär für Indien im India Office, von 1922 bis 1927 Gouverneur der Provinz Bengalen und 1925 bis 1926 vorübergehend als Generalgouverneur und Vizekönig von Indien war.

1922 ging Antony Bulwer-Lytton auf die University of Oxford, wo er das erste Mal mit dem Skisport begann. 1925 brach er nach Indien auf, wo seine Eltern lebten, er kam im Oktober in Darjeeling an. Er lebte 18 Monate bei seinen Eltern. Er unternahm mehrere Expeditionen in die Berge, die ihn in den Himalaya und nach Tibet führten. Beispielsweise schrieb er selbst, dass er einen Gebirgspass auf 18.000 Fuß (umgerechnet 5486,4 m) überquerte.

Politische Tätigkeit und Tod

1927 begann er, nach Arbeit zu suchen. Er bestand darauf, keine Geschäftsfähigkeit zu haben, weil er das Leben im Freien liebte. Sein erster Job war im Büro eines Börsenmaklers, der ihm unangenehm war. Nach drei Monaten begann er, beim Bildungsministerium des Vereinigten Königreichs im konservativen Zentralbüro tätig zu sein. 1928 schlug sein Vater vor, für das Parlament zu kandidieren und somit Politiker zu werden. Nach anfänglichen Bedenken setzte er diesen Vorschlag um und wurde 1931 als Abgeordneter für Hitchin in Hertfordshire ins House of Commons gewählt, wobei er der Conservative Party angehörte. Gleichzeitig trat er der Auxiliary Air Force bei und begann eine Ausbildung als Pilot bei der No. 601 Squadron in Hendon.

Mit seiner de Havilland DH.60 Moth unternahm er im Sommer viele Flüge in verschiedene Teile des Landes und flog für das Wochenende zum Knebworth House, wo er auf einem sehr unebenen Teil des Parks zwischen den Bäumen in der Nähe des Hauses landete. Seine Starts und Landungen zogen oft viele bewundernde Schulkinder an, auch flog er manchmal tief über Haus und Kirche und drehte Schleifen und Kurven in der Luft, während die Dorfbewohner zuschauten. Das Fliegen wurde zu einem wichtigen Bestandteil seines Lebens. Er war zurück nach Knebworth gezogen und arbeitete jeden Tag in der Stadt, in den Army & Navy Stores (wo er im Vorstand saß), und jeden Sonntag fuhr er nach Hendon, um in einer der Flugzeuge seiner Staffel zu fliegen.

Am Sonntag, dem 30. April 1933 verließ er die Stores, um mit seiner Staffel an einem Übungsformationsflug teilzunehmen, der sie auf eine besondere Vorführung für den Prince of Wales, dem späteren König Eduard VIII., vorbereiten sollte. Während das Geschwader eine Eintauchbewegung über den Flugplatz vollendete, tauchte der Führer steil ab und hielt den Sturzflug so lange aufrecht, dass alle drei führenden Maschinen den Boden berührten. Antony flog links von den drei führenden und beobachtete den Führer genau – wodurch seine eigene Maschine mit großer Gewalt gegen eine leichte Anhöhe im Boden prallte und umkippte. Antony Bulwer-Lytton und sein Passagier waren sofort tot. Bulwer-Lytton starb 12 Tage vor seinem dreißigsten Geburtstag. Er wurde am Kirchfriedhof St. Mary’s Churchyard unter der Grabstelle S305 in Knebworth bestattet. Seine Eltern und seine beiden Schwestern sind am selben Friedhof begraben. Sein Bruder wurde in El-Alamein begraben, wo er in der Schlacht von El Alamein gefallen war.[2]

Sportliche Karriere

Während seiner Zeit am Eton College begann seine Tätigkeit als Sportler, als er als Boxer aktiv wurde. Er selbst schrieb in einem Brief an seine Eltern: „Ich habe gerade das Vorfinale im Leichtgewichtsboxen gegen D. Dawnay gewonnen. Ich habe gestern Abend den ersten Kampf gewonnen, und morgen Abend muss ich das Finale gegen einen gewissen Nettleton K. S. kämpfen.“ Er betrieb während dieser Zeit auch Cricket und Rudern.

1923/24 nahm er das Abfahrtsrennen ernst und nahm am Rennen um die britischen Meisterschaften teil. 1924 war er Mitbegründer des Kandahar Ski Clubs. Benannt wurde dieser Klub nach Frederick Roberts, 1. Earl Roberts, der als Lord Roberts of Kandahar bekannt war. Weiterer Mitbegründer des Klubs war Arnold Lunn. Der Klub war Namensgeber des Arlberg-Kandahar-Rennens.[1]

Am 8. Februar 1931 startete Bulwer-Lytton bei der sechsten Ausgabe des Parsenn-Derbys in Parsenn bei Davos in der Schweiz, wobei er mit 2,81 Minuten Rückstand auf den Schweizer David Zogg Rang 23 belegte. Vor Bulwer-Lytton lag, sechs Zehntelsekunden schneller, der Österreicher Rudi Fritz. Hinter ihm lagen ex aequo, acht Zehntelsekunden langsamer, Hasso Wenzel aus Deutschland und der Schweizer Ulrich Forrer.[3]

Bei den ersten Alpinen Skiweltmeisterschaften, die 1931 in Mürren in der Schweiz ausgetragen wurden, nahm Antony Bulwer-Lytton für das Vereinigte Königreich teil. In der Abfahrt vom 20. Februar hatte er 46,6 Rückstand auf den Schweizer Walter Prager und war damit mit Rang sieben der beste Brite. Er war von Österreichern umgeben: 8,4 Sekunden vor ihm lag Otto Lantschner und sechs Sekunden hinter ihm Harald Reinl. Der nächste Brite war William James Riddell auf Rang 16.[4] In der langen Abfahrt tags darauf landete er auf dem vorletzten Platz und hatte vier Minuten und 38,6 Sekunden Rückstand auf den Österreicher Gustav Lantschner. Hinter ihm lag lediglich der Deutsche Peter Alexander von le Fort, der noch drei Minuten und 3,2 Sekunden langsamer war. Unmittelbar vor ihm lag sein um 55,2 Sekunden schnellerer Landsmann Harold Mitchell. Am Start waren außer den beiden noch vier weitere Briten, wobei Chris Mackintosh die Silbermedaille errang.[5] Im Slalom belegte er mit 15,9 Sekunden Rückstand auf den Schweizer David Zogg Rang 15 – Bulwer-Lytton wurden aufgrund eines Torfehlers sechs Sekunden abgezogen. Vor ihm lag, eine Zehntelsekunde schneller, Karl Reiser aus Deutschland – hinter ihm lag, 2,8 Sekunden langsamer Karl Rösen, ebenfalls Deutscher. Fünf Briten waren besser platziert, der beste war William James Riddell auf Rang vier. Pelham Maitland lag mit Rang 18 hinter Bulwer-Lytton.[6] In der Alpinen Kombination, die vom Schweizer Walter Prager gewonnen wurde, lag Antony Bulwer-Lytton auf Rang neun direkt hinter seinem Landsmann Peter Lunn. Hinter ihm lag der Deutsche Ulrich Neuner. Bester Brite war William James Riddell auf Rang fünf, vier Briten kamen ins Ziel.[7]

Erfolge

Weltmeisterschaften

  • Mürren 1931: 7. in der Abfahrt, 22. in der langen Abfahrt, 15. im Slalom, 9. in der Alpinen Kombination

Werke

  • Victor Bulwer-Lytton, 2. Earl of Lytton: Antony (Viscount Knebworth). A record of youth. London 1936 (englisch, gov.au [abgerufen am 29. November 2025]).
  • Antony Bulwer-Lytton, Viscount Knebworth: Boxing. A guide to modern methods. In: The Lonsdale library. Band 11. Seeley, Service & Co. Ltd., London 1931 (britisches Englisch, gov.au [abgerufen am 29. November 2025]).
Commons: Antony Bulwer-Lytton, Viscount Knebworth – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

  1. a b Duncan Craig: James Bond’s ski club celebrates 100 years of racing — and partying. (Hypertext Markup Language (HTML)) I’ve got about five Bond girls’ numbers in my phone. In: ft.com. Financial Times, 13. Januar 2024, abgerufen am 28. November 2025 (britisches Englisch).
  2. Edward Anthony James Bulwer-Lytton in der Datenbank Find a Grave, abgerufen am 28. November 2025.
  3. Alpine Ski World (Hrsg.): 08.02.1931 – Davos. 6ᵗʰ Parsenn Derby, men. (englisch, 2 S., alpineskiworld.net [PDF; 97 kB; abgerufen am 28. November 2025]).
  4. Alpine Ski World (Hrsg.): 20.02.1931 – Mürren. Downhill, men. (englisch, 2 S., alpineskiworld.net [PDF; 121 kB; abgerufen am 28. November 2025]).
  5. Alpine Ski World (Hrsg.): 21.02.1931 – Mürren. Long Downhill, men. (englisch, 1 S., alpineskiworld.net [PDF; 113 kB; abgerufen am 28. November 2025]).
  6. Alpine Ski World (Hrsg.): 23.02.1931 – Mürren. Slalom, men. (englisch, 2 S., alpineskiworld.net [PDF; 118 kB; abgerufen am 28. November 2025]).
  7. Alpine Ski World (Hrsg.): 23.02.1931 – Mürren. Alpine Combined, men. (englisch, 2 S., alpineskiworld.net [PDF; 96 kB; abgerufen am 28. November 2025]).