Ansitz Hungerhausen
Hungerhausen, auch Seefeldhof, früher vereinzelt Ungerhausen bzw. Zehenthaus, ist ein denkmalgeschützter Ansitz in Unterrain, einer Fraktion der italienischen Gemeinde Eppan in Südtirol.
Geschichte
Als erster verbriefter Besitzer ist die halbadelige[1] Bürgersfamilie Hungerhausen aus Sterzing nachgewiesen. 1416 wird der Weinhof in ihrem Eigentum erstmals urkundlich erwähnt.[2] Deren Stammsitz war der Hof Hungerhausen in Gasteig,[3] einer heutigen Fraktion von Ratschings. Die Hungerhausen sind Mitte des 15. Jahrhunderts[4] im Mannesstamm erloschen. Die Erbin Dorothea von Hungerhausen heiratete in erster Ehe den Sterzinger Bürger Lienhard Jöchl († 1490) und in zweiter Ehe Nikolaus von Vintler.[5] Lienhard Jöchl, Angehöriger einer bedeutenden Patrizierfamilie, erscheint 1482 als Statthalter des Sterzinger und Gossensaßer Berggerichtes.[6][7] An die Verbindung Jöchl-Hungerhausen erinnert auch das Allianzwappen an der Außenfassade. Von seinem Schwiegervater erbte den Ansitz Hans von Rost († 1556). Am 15. Oktober 1564 genehmigte Kaiser Leopold I. in Prag Johann und seinen Vettern Christoph und Melchior von Rost die Vermehrung ihres Wappen mit jenem der erloschenen von Hungerhausen, was ihnen am 18. März 1564 bestätigt wurde.[8] Ungefähr seit Ende des 17. Jahrhunderts war der Grundherr das Kloster Seefeld, das Hungerhausen im Barockstil umgestalten ließ und seit ca. 1690 als klösterliches Zehenthaus nutzte. Darauf folgte die Familie der Edlen von Mörl.[9] Schließlich gelangte der Edelsitz in bäuerliche Hände. Seit dem 6. Juli 1951 steht das Gebäude unter Denkmalschutz.
Beschreibung
Das Wohnhaus besitzt zwei Stockwerke mit offenem Giebel, Walmdach und einem polygonalen Fassadenerker mit Fenstergittern. Der Zutritt erfolgt über ein Hoftor mit Spitzbogen.
Siehe auch
Weblinks
- Eintrag im Monumentbrowser auf der Website des Südtiroler Landesdenkmalamts
Einzelnachweisen
- ↑ Der Schlern. Band 69. Vogelweider, 1995, S. 650.
- ↑ Eduard Widmoser: Südtirol A-Z: G-Ko. Südtirol-Verlag, 1983, ISBN 978-3-87803-005-8, S. 266.
- ↑ Josef Weingartner: Tiroler Burgen: ein Führer durch Nord-, Süd- und Osttirol. Tyrolia-Verlag, 1962, S. 162.
- ↑ Eduard Widmoser: Südtirol A-Z: G-Ko. Südtirol-Verlag, 1983, ISBN 978-3-87803-005-8, S. 266.
- ↑ Bruno Mohovich: Ansitz Seefeldhof. In: unterlandbau.it. 2. August 2022, abgerufen am 22. Dezember 2025.
- ↑ Anton Dörrer: Sterzinger Heimatbuch. Wagner, 1965, S. 114.
- ↑ Harald Kofler: Bergrichter und Statthalter des Berggerichts Gossensaß-Sterzing Von den Anfängen bis in die frühe Neuzeit In: Der Anschnitt, Fachzeitschrift herausgegeben vom Deutschen Bergbau-Museum, Ausgabe 2–3/2007
- ↑ Moritz Maria Weittenhiller: J. Siebmacher’s großes und allgemeines Wappenbuch, Bd. 4, 6. Abt.: Der Salzburgische Adel, Nürnberg 1883, S. 57
- ↑ Bruno Mohovich: Ansitz Seefeldhof. In: unterlandbau.it. 2. August 2022, abgerufen am 21. Dezember 2025.
Koordinaten: 46° 29′ 30″ N, 11° 15′ 32,3″ O