Annenkapelle (Freiberg)
Die Annenkapelle ist eine spätgotische Hallenkirche in Freiberg im Landkreis Mittelsachsen. Sie gehört zur Evangelisch-Lutherischen Domgemeinde Freiberg im Kirchenbezirk Freiberg der Evangelisch-Lutherischen Landeskirche Sachsens.
Geschichte und Architektur
Die Annenkapelle wurde 1514 geweiht und ist mit dem Kreuzgang des Freiberger Doms verbunden. Sie wurde einst von den Mitgliedern des Domstifts benutzt. Danach wurde sie als Lapidarium verwendet, vor allem für Teile des Lettners aus dem Freiberger Dom. Eine Vorhalle im Osten der Annenkapelle wurde im Jahr 1861 abgebrochen.
Das Bauwerk ist eine zweischiffige Hallenkirche in Bruchstein mit steilem Dach und Maßwerkfenstern; im Innern tragen zwei schlanke, gekehlte Achteckpfeiler ein prachtvolles Rippengewölbe in „gewundener Reihung“. Von 2003 bis 2021 fanden umfangreiche Sanierungsmaßnahmen statt. Dabei wurden die Kapelle und die angrenzenden Kreuzgangflügel durch die Kirchengemeinde mit Unterstützung der Stadt Freiberg und weiterer Förderer statisch ertüchtigt und restauriert.[1]
Ausstattung
Das Hauptstück der Ausstattung ist ein großer hölzerner Epitaphaltar von Johann Heinrich Böhme dem Älteren mit der Jahreszahl 1674, der aus der Stadtkirche in Hainichen stammt. Der dreigeschossige Aufbau zeigt in der Mitte die Verklärung Christi, darunter das Abendmahl, darüber die Opferung Isaaks, im Giebel die Erhöhung der Ehernen Schlange, daneben Petrus und Paulus. An der Spitze ist der Gekreuzigte zu sehen, seitlich unten, von Säulen gerahmt, das Stifterpaar, auf den Giebeln Engel.
Die Taufe aus Sandstein wurde im Jahr 1604 gestiftet. Sie stammt aus der Kapelle von Schloss Sachsenburg in Frankenberg/Sa. und zeigt in bemalten Reliefs den Durchzug durchs Rote Meer und die Frauen Jakobs.
Die sogenannte Monhauptsche Madonna ist das bedeutendste Stück der Ausstattung. Sie steht auf einer steinernen, figürlichen Konsole mit der Jahreszahl 1513. Sie wird Franz Maidburg zugeschrieben und folgt im Typus den Madonnen Tilman Riemenschneiders.
Ein Putzritzbild aus dem zweiten Viertel des 13. Jahrhunderts mit der Darstellung der Gottesmutter im byzantinischen Typus der Eleusa aus dem Klösterlein Zelle war längere Zeit hier untergebracht und ist heute im Schlossbergmuseum Chemnitz ausgestellt.
Die Orgel ist ein Werk der Firma Winterhalter Orgelbau aus dem Jahr 2015 mit 15 Registern auf zwei Manualen und Pedal, das ein Werk der Firma Jehmlich aus dem Jahr 1960 ersetzt.[2]
Literatur
- Georg Dehio: Handbuch der Deutschen Kunstdenkmäler. Sachsen II. Die Regierungsbezirke Leipzig und Chemnitz. Deutscher Kunstverlag, München/Berlin 1998, ISBN 3-422-03048-4, S. 271.
Weblinks
Einzelnachweise
- ↑ Informationen auf der Website der Stadt Freiberg
- ↑ Informationen zur Orgel auf orgbase.nl. Abgerufen am 27. Dezember 2025.
Koordinaten: 50° 55′ 12,1″ N, 13° 20′ 34,5″ O