Andrzej Gawroński (Bischof)
Andrzej Gawroński (* 1740 in Lubasz, Polen-Litauen; † 1813 in Krakau, Herzogtum Warschau) war von 1805 bis 1813 Bischof von Krakau. Das Geschlecht der Gawroński war Teil der Wappengemeinschaft Rawicz.
Leben
Andrzej Gawroński trat 1756 in den Jesuitenorden in Krakau ein. Von 1759 bis 1762 studierte er Philosophie in Kalisz sowie von 1762 bis 1765 Mathematik und Astronomie in Posen. Später ging er zum Mathematikstudium nach Wien und studierte Theologie in Rom. Von 1771 bis 1773 war er Professor für Mathematik in Posen und leitete dort das astronomische Observatorium. Nach der Auflösung der Jesuiten 1773 ging er an die Krakauer Akademie, wo er den Doktortitel in Philosophie erwarb. 1777 ging er als Astronom, Bibliothekar und Lektor an den Königshof von Stanislaus August Poniatowski nach Warschau. In Warschau trat er der Gesellschaft für Elementarbücher der Kommission für nationale Bildung bei. In diesem Zusammenhang gab er mehrere Schulbücher für Mathematik heraus. 1779 erwarb er als Domherr Pfründe in Krakau, 1781 in Sochaczew und 1784 in Jędrzejów. 1791 unterstütze er zunächst die Verfassung vom 3. Mai 1791, trat jedoch später der Konföderation von Targowica bei. Während des Kościuszko-Aufstands 1794 blieb er in Krakau. Franz I. Habsburg ernannte ihn 1803 zum Bischof von Krakau, die Amtseinführung konnte jedoch aufgrund der politischen Wirren der Napoleonischen Zeit erst 1805 erfolgen. Als Entschädigung für den Verlust des Herzogtum Siewierz ernannte ihn Franz I. Habsburg zum Hofgeheimrat. 1805 verlor er den nördlichen Teil seiner Diözese an das neugegründete Bistum Kielce. Zu seiner Zeit wurden in Krakau zahlreiche gotische Kirchen abgetragen, so die Maria-Magdalena-Kirche, die Sebastian-und-Rochus-Kirche der die Gertrudkirche . Er unterstützte Hugo Kołłątaj bei seinen Bemühungen die Krakauer Akademie zu reformieren. Während der Zeit des Herzogtum Warschau wurde er Senator und nahm an den Sitzungen des Sejm 1809 teil. In seiner Eigenschaft als Senator unterstütze er Napoleon, dessen misslungener Russlandfeldzug von 1812 ihn in eine Depression trieb. Kurze Zeit später verstarb er in Krakau. Nach seinem Tod wurde er in der Wawel-Kathedrale beigesetzt.
Siehe auch
Literatur
- Marceli Kosman: Między tronem a ołtarzem. Poznań 2000, ISBN 83-7272-017-7 (polnisch).
- Krzysztof Rafał Prokop: Sylwetki biskupów łuckich. Biały Dunajec: Ostróg : "Wołanie z Wołynia", 2001. ISBN 83-911918-7-7 (polnisch).
- Piotr Nitecki: Biskupi Kościoła w Polsce w latach 965–1999. Słownik biograficzny, wyd. II, popr. i uzupeł., Warszawa 2000, k. 51. ISBN 83-211-1311-7 (polnisch).
Weblinks
| Vorgänger | Amt | Nachfolger |
|---|---|---|
| Feliks Paweł Turski | Bischof von Krakau 1805–1813 | Jan Paweł Woronicz |