An den Brodbänken

An den Brodbänken ist eine Straße in der niedersächsischen Stadt Lüneburg.

Lage

Die Straße verläuft in West-Ost-Richtung, sie beginnt Am Markt/Große Bäckerstraße und geht bis zur versetzten Kreuzung Koltmannstraße/Finkstraße. Die Länge der Straße beträgt etwa einhundert Meter. An der Ecke Am Markt ist das erste Haus an der nördlichen Straßenseite das Haus Bardowicker Straße 1, an der südlichen Seite das Haus Große Bäckerstraße 33. Nach diesem Haus beginnt die Nummerierung mit dem Haus An den Brodbänken 1a und geht mit Nr. 1 bis Nr. 7 weiter bis zur Ecke Finkstraße. Das Haus Nr. 8 an der nördlichen Straßenseite an der Ecke Koltmannstraße. Von hier läuft die Nummerierung zurück bis zur Bardowicker Straße. Die Straße ist über die gesamte Strecke Fußgängerzone.

Geschichte

Die Straße wurde das erste Mai im Jahre 1376 erwähnt. Der Name erinnert an die Verkaufsstände der Bäcker. Im 15. Jh. wird die Straße in Urkunden „brodschrangen“ genannt. Die Bebauung ist gemischt, es gibt Bauten aus dem Spätmittelalter, aber auch aus dem Ende des 19. bzw. dem Beginn des 20. Jh.

Baudenkmale

Die Quelle der IDs und der Beschreibungen ist der Denkmalatlas Niedersachsen.[1]

Lage Bezeichnung Beschreibung

ID

Bild
An den Brodbänken 1
53° 15′ 1″ N, 10° 24′ 34″ O
Wohnhaus Traufständiger, dreigeschossiger Putzbau unter flachem Walmdach. Schmuckgiebel mit Lünettenfenster und Mutuligesims. Errichtet 1832 für den Kaufmann Baumbach. Ladeneinbauten Ende 19. Jh. 1980er-Jahre Rekonstruktion klassizistischer Fensterformen und -ordnung. 1994 Umbau und Erneuerung des EG. 30666614
 
An den Brodbänken 1a
53° 15′ 1″ N, 10° 24′ 34″ O
Wohn-/ Geschäftshaus Traufständiger, viergeschossiger Putzbau unter Satteldach. EG als Geschäftszone gestaltet. Schmuckhafte Fassadengliederung am ersten und zweiten OG mit kräftig profilierten, konsolengestützten Fensterverdachungen und Sohlbankgesimsen. Die östliche Achse springt leicht zurück und nimmt einen Durchgang zum Hof auf. Errichtet 1882. 30666273
 
An den Brodbänken 3
53° 15′ 1″ N, 10° 24′ 35″ O
Wohnhaus Giebelständiger, zweigeschossiger Backsteinbau mit Putzfassade unter Satteldach mit Steilgiebel. Giebel mit Dreieckbekrönung und Ladeluke, rückwärtig in Fachwerk aufgeführt. Fassadengliederung durch Gesimsprofile und Bänder. Kelleranlage mit Gewölbe. Errichtung Kernbau wohl 16. Jh. Umbauten um 1800. Überformende Sanierungen und Neugestaltungen mit Ladeneinbauten Ende des 19. Jh. und im 20. Jh. 30655641
 
An den Brodbänken 4
53° 15′ 1″ N, 10° 24′ 36″ O
Wohnhaus Dreigeschossiger Backsteinbau unter ausgebautem Mansarddach. Schmuckhafte, aufwändige Fassadengliederung mit glatten roten Backsteinflächen und Hausteinelementen. Vertikal betont durch leicht konvex vortretenden Erker aus Werkstein über drei Geschosse. Brüstungsfelder mit Rollwerkkartuschen. Betonte Mittelachse durch Ochsenauge und geschweiften Volutengiebel mit Segmentbogenaufsatz. Schlicht verputzte Traufseiten und Rückgiebel. Im Innern zentraler Lichtschacht aus Eisenfachwerkkonstruktion erhalten. Rückwärtige Erschließung über Eingang zu Treppenhaus mit bleiverglasten Fenstern. Architekt: Hermann Matthies. Errichtet 1910/1911 als „Kaufhaus Meissner“ für den Kaufmann Otto Meissner. 1958 Erdgeschossumbau und Einbau eines Durchganges zur Erschließung der angrenzenden Hofbebauung. 30666574
 
An den Brodbänken 5
53° 15′ 1″ N, 10° 24′ 36″ O
Wohn-/ Geschäftshaus Dreigeschossiger Backsteinbau mit verputzter Fassade unter flachem Schleppdach. Erdgeschoss mit Ladeneinbauten. Fugenschnittgestaltung an EG und OG. Über Letzterem eine Glasfassadenkonstruktion aus drei Feldern mit schmalen, versprossten Glasbahnen, durch zwei dünne Eisenstützen unterteilt. Den vorderen, flach gehaltenen Dachbereich begrenzt ein filigranes Eisengeländer. Im Innern belichtet die auffällige Fensterfront einen 5,70 hohen saalartigen Raum. Rückwärtig mit Fachwerkkonstruktion. Kernbau wohl 18. Jh. Umbau zum Atelierhaus mit Geschäftsräumen 1895/96 durch die Architekten Hermann und Wilhelm Matthies. Sanierungen 1990er Jahren. Jüngerer Einbau einer Treppenanlage in den Saal. 30666553
 
An den Brodbänken 6
53° 15′ 1″ N, 10° 24′ 37″ O
Wohn-/ Geschäftshaus Giebelständiger, zweigeschossiger Backsteinbau unter Satteldach mit rückwärtigem Fachwerkgiebel mit Backsteinausfachungen. Fünfteiliger Staffelgiebel horizontal betont durch Putzfriese, unterbrochen durch mittige Aufzugsluken. In den Staffeln Zwillingsblenden mit Säulchen und Kleeblattbogenformstein. Fensteröffnungen des Giebels als Segementbogenarkaden mit Fasensteinen ausgebildet. OG mit drei Segmentbogenfenstern und Holzsturz als Rudiment einer ehemaligen Auslucht. Kelleranlage mit Balkendeckung. Rückwärtig Hofflügel in der westlichen Achse auf der westlichen Grundstücksgrenze angesetzt. Errichtet wohl zweite Hälfte 16. Jh. Unterhalb der Obergeschossfenster eingemauerte Steine mit den Renovierungsdaten 1687, 1824, 1909 und 1982. 30655666
 
An den Brodbänken 7
53° 15′ 1″ N, 10° 24′ 37″ O
Wohn-/ Geschäftshaus Giebelständiger, zweigeschossiger, verputzter Backsteinbau unter Satteldach in Ecklage. Östliche Traufseite entlang der Finkstraße mit zugesetzten Fensteröffnungen. Schlichte Fassadengestaltung mit Ladenzone und Profilierung des Giebelfeldes. Errichtet wohl 15./16. Jh. Umbau und Ladeneinbauten 19. Jh. Fassadenneugestaltungen 20. Jh. 30666535
 
An den Brodbänken 8
53° 15′ 2″ N, 10° 24′ 37″ O
Wohn-/ Geschäftshaus Giebelständiger, zwei- bis dreigeschossiger Backsteinbau unter Satteldach mit Schaugiebel und rückwärtigem Steilgiebel in Fachwerk. EG als durchfensterte Laden und Geschäftszone. Der siebenteilige Staffelgiebel mit halbrunden Vorlagen, dazwischen doppelte Putzfriese in Taustabrahmungen und kleeblattbogigen Zwillingsblendarkaden. Ostfassade mit Fachwerkkonstruktion und zugesetzter Ladeluke. Nach Norden schließt ein Flügelbau entlang der Koltmannstraße an. Errichtet um 1500. Umbauten ab 1746 belegt; Sanierung und Fassadenrekonstruktion mit neuer Auslucht um 2016. 30666418
 
An den Brodbänken 8a
53° 15′ 2″ N, 10° 24′ 36″ O
Wohn-/ Geschäftshaus Giebelständiger, dreigeschossiger Backsteinbau unter Krüppelwalmdach. Die verputzte Fassade in der Erdgeschosszone mit Ladenbauten. Fassadengliederung durch profilierte Fensterrahmungen und Sohlbankgesimse. Im abgeflachten Giebeldreieck zwei gekuppelte Rundbogenfenster beidseits flankiert von Rundfenstern. Rückwärtige Ansicht mit Segmentbogenblenden und zweigeschossigem Treppenanbau in Fachwerkkonstruktion. Segmentbogige Kelleranlage mt weit gespannter Arkatur. Errichtet wohl 1506. Umbauten und Dachgeschossausbau 19. Jh. 30666395
 
An den Brodbänken 8
53° 15′ 2″ N, 10° 24′ 37″ O
Hintergebäude Traufständiger, zweigeschossiger Backsteinbau mit vorkragendem Fachwerkobergeschoss unter Satteldach. Als Hintergebäude entlang der Koltmannstraße an den nördlichen Giebel des Vorderhauses angesetzt. Fassadengliederung geprägt von unterschiedlichen, teilweise zugesetzten Öffnungen am Eingangstürbereich und im Obergeschoss ein Segmentbogen mit abgefaster Laibung. An der östlichen Traufseite unterbricht den langen Holzsturz über dem Erdgeschoss eine taustabgerahmte Inschrifttafel mit der Jahreszahl 1665. Fachwerkkonstruktion mit Schwelle-Ständer-Streben in den Eckgefachen und geschmückt mit kannelierten Karniesknaggen und Viertelkreisfüllhölzer. Errichtet 1665(i) 30647559
 
An den Brodbänken 9
53° 15′ 2″ N, 10° 24′ 36″ O
Wohnhaus Giebelständiger, zweigeschossiger Backsteinbau unter Satteldach mit Steilgiebel flankiert von Traufstaffeln und bekrönenden Dreieckaufsatz. Verputzte Fassade in Erdgeschosszone mit Ladeneinbauten. Schlichte Fassadengestaltung durch geschosstrennende Putzbänder und Sohlbankgesims unter faschenlosen Fenstern. Tonnengewölbte Kelleranlage über die gesamte Hauslänge. Errichtet 1337 (d, Dachwerk); Umbauten im 18. Jh. 30666371
 
An den Brodbänken 9
53° 15′ 2″ N, 10° 24′ 35″ O
Seitenflügel An den Nordgiebel des Vorderhauses versetzt angeschlossener, zweigeschossiger Backsteinbau unter Satteldach. Auf der hofseitigen Ostfassade im EG gegliedert durch Blendnischen, im OG mit tausteingerahmten Putzfries und vier segmentbogige Fensteröffnungen, in deren Zwickeln Tondi auf einem Tausteinstab sitzen. Hohe Kelleranlage von wohl 1386 (d) mit Bandrippengewölbe und erhaltener, polygonaler Umfassung eines Brunnens. Errichtet Mitte 16. Jh. 30648961
 
An den Brodbänken 9
53° 15′ 3″ N, 10° 24′ 35″ O
Hinterhaus Großvolumiger, zweigeschossiger Fachwerkbau mit Backsteinausfachung unter Satteldach. Fachwerk mit regelmäßigem Ständerabstand und zweifacher Verriegelung. Im nördlichen Abschnitt über Einfahrtstoren, zwei Speichertüren und Aufzugsluke mit Kranhaus und Windenrad. Nach Süden im OG über sechs Achsen Kreuzpfostenfenster. Dahinter großer Festsaal mit bauzeitlicher Stuckdecke mit Vouten und Rosetten. Errichtet 1823 (d). 30649584
 
An den Brodbänken 11
53° 15′ 2″ N, 10° 24′ 35″ O
Wohnhaus Traufständiger, dreigeschossiger Putzbau unter Satteldach. Das schmale, zweiachsige Gebäude ist mit Fensteröffnungen mit profilierten Faschen ausgestattet. Die klassizistische Putzgestaltung und die dreigeschossige Aufstockung eines Vorgängerbaues sind auf 1827 datiert. 30666333
 
An den Brodbänken 12
53° 15′ 2″ N, 10° 24′ 34″ O
Wohnhaus Traufständiger, viergeschossiger Backsteinbau mit Satteldach in Ziegeldeckung. Eine Giebelständigkeit wird vorgetäuscht durch den straßenseitig angebrachten Stufengiebel. EG mit zwei Spitzbogenöffnungen und zurückliegender Eingangstür als Ladenzone gestaltet. Die dreiachsigen Wohngeschosse mittig durch spitzwinklig vortretenden Erker akzentuiert und von dem hausbreiten, gestaffelten Zwerchgiebel mit Zwillingsblenden in den Staffeln sowie Terrakottasternen über den Segmentbogenfenstern abgeschlossen. Unterhalb des Giebels eine aus Mauerankern geformte Inschrift: "AD 1900". Erbaut durch den Lüneburger/Bardowicker Architekten Wilhelm Matthies im Jahr 1900 (i). 30666310
 
An den Brodbänken 13
53° 15′ 2″ N, 10° 24′ 34″ O
Wohnhaus Traufständiger, zweigeschossiger Putzbau unter Satteldach in roter Hohlpfannendeckung. Rückwärtige Nordseite als Fachwerk aufgeführt. EG als Ladenzone. Außermittiger Aufzugserker. Errichtet wohl 15. Jh. Im 19. und 20. Jh. erneuert und überformt. 30666291
 

Literatur

  • Doris Böker: Hansestadt Lüneburg mit Kloster Lüne. In: Denkmaltopographie Bundesrepublik Deutschland, Baudenkmale in Niedersachsen. Band 22.1. Michael Imhof Verlag, Petersburg 2010, ISBN 978-3-86568-563-6.
Commons: An den Brodbänken – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

  1. Denkmalatlas Niedersachsen