Am Markt (Lüneburg)

Die Straße Am Markt liegt im Stadtzentrum von Lüneburg. Die Quelle der IDs und der Beschreibungen ist der Denkmalatlas Niedersachsen. Der Stand der Liste ist der 8. November 2025.

Lage

Der Markt ist ein Platz in der Mitte der Altstadt von Lüneburg. Der Platz ist fast rechteckig und eine Ausdehnung von etwa 170 bis 190 Meter. Im Osten wird der Platz von der Großen Bäckerstraße begrenzt. Im Norden des Platzes geht in Richtung Westen die Straße Am Ochsenmarkt, im Süden in Richtung Westen die Waagestraße ab. An der nordöstlichen Ecke trifft die Bardowicker Straße und die Straße An den Brodbänken auf den Platz. Die Nummerierung beginnt mit der 1, dem Rathaus an der westlichen Seite. Die Häuser mit den Nummern 2, 3, 4, 5 und 6 befinden sich an der südlichen Seite. Die Nummer 7 befindet sich an der nördlichen Seite, es ist das Landgericht Lüneburg auch Schloss genannt.

Geschichte

Ein Marktzoll wurde bereits im Jahre 965 erhoben. Im Jahre 1244 wird von Neumarkt gesprochen, wo der alte Markt lag, ist heute aber nicht mehr bekannt. Markttag war der Mittwoch und der Samstag. Der Platz war aber auch ein Ort der Gerichtsbarkeit, so befand sich der Schandpfahl an der nordöstlichen Ecke des Rathauses. Der Luna-Brunnen wurde um 1540 angelegt. Die heutige Gestalt des Platzes mit den Bäumen an der nördlichen und südlichen Seite geht auf einen Entwurf des Stadtbaurates A. Maske aus dem Jahr 1887 zurück. Auch die Wege auf dem Platz stammen aus dieser Zeit.

Baudenkmale

Lage Bezeichnung Beschreibung

ID

Bild
Am Markt
53° 15′ 1″ N, 10° 24′ 29″ O
Brunnen Brunnenbauwerk über Umrandung aus Mosaiksteinen aus oktogonalen Sandsteinaufbau mit ionischen Säulchen zur Eckbetonung, der die gusseiserne Brunnenschale ummantelt. Über zentralen hohen Pfeileraufbau erhebt sich eine Mittelsäule mit drei bronzenen Brunnenschalen. Der bekrönende Halbmond wurde 1970 gestohlen, von Harald Haacke später nachgebildet. 30666076
 

Weitere Bilder
Am Markt
53° 15′ 1″ N, 10° 24′ 30″ O
Platz Marktplatz im Norden der Stadt mit rechteckigem Grundriss von ca. 170 bis 190 Metern Ausdehnung, allseitig von Fahrbahnen gerahmt und zur Mitte hin an der nördlichen und südlichen Seite von Lindenbaumreihen gesäumt.Die heutige eigentliche Marktfläche ist fast quadratisch, umlaufend mit einem Bürgersteig versehen und in der Mitte strukturiert durch zwei, sich kreuzende Fußwege. Pflasterung aus Lesesteinen und Steinplatten überwiegend des 19. Jh. 30684140
 
Am Markt 1
53° 15′ 1″ N, 10° 24′ 27″ O
Rathaus Lüneburg Mehrere über die Jahrhunderte zusammengewachsene Bauten zwischen den Straßen Am Ochsenmarkt im Norden, Am Marienplatz im Westen, Waagestraße im Süden und Am Markt im Osten. Backsteinbauten mit ziegelgedeckten Dächern, nur die Marktfassade an der Ostseite ist verputzt. Hervorgegangen aus der ehemaligen Heilig-Geist-Kapelle Am Ochsenmarkt, an die Anfang des 14. Jh. ein Gewandhaus und ein „consistorium“ als erster Versammlungsraum für den Rat angebaut wurden. Hinzu kamen bis zum ersten Viertel des 15. Jh. eine Waage, ein Richthaus, die Erweiterung des Konsistoriums zum ersten „Rathaus“, ein Rathausturm mit Uhr und ein Küchenbau. Der Haupteingang zum Rathauskomplex lag schon in dieser Zeit auf der Nordseite Am Ochsenmarkt. Es erstreckt sich über etwa 5000 Quadratmeter und ist somit die größte Anlage dieser Art in Deutschland. 30650026
 

Weitere Bilder
Am Markt 3
53° 14′ 59″ N, 10° 24′ 29″ O
Wohn-/ Geschäftshaus Giebelständiger, zweigeschossiger und verputzter Backsteinbau unter Satteldach. Fassadengliederung durch mittiges Rundbogenportal, Gurtgesims und fünfachsiges Obergeschoss. Giebelgestaltung mit Traufstaffeln und Firststaffel sowie durch einen Klötzchenenfries entlang dem dreieckig begradigten, ehemaligen Staffelgiebel. Östliche Traufseite eingezogen, sodass das die Südseite dreiachsig verringert ist. Im Inneren Raumgestaltung des 19. Jh. erhalten. Errichtet wohl zweite Hälfte 15. Jh. 1766 Umbau mit Fassadenerneuerung. Überarbeitung 1896. Moderne Ladeneinbauten. 30674227
 
Am Markt 3
53° 14′ 58″ N, 10° 24′ 28″ O
Speicher 30648275
 
BW
Am Markt 4
53° 14′ 59″ N, 10° 24′ 29″ O
Wohn-/ Geschäftshaus Giebelständiger, dreigeschossiger, verputzter Backsteinbau mit Zwischengeschoss unter flachem Stichdach. Rückgiebel in Fachwerk aufgeführt und abgewalmt. Klassizistisch geprägte Fassadengliederung mit vierachsigem Zwischengeschoss und Gurtgesims zu den dreiachsigen OG. Als Abschluss breite Frieszone mit Lünettenfenstern und rekonstruierter Dreieckgiebel mit kräftigem Mutuligesims und großem Halbkreisfenster. Eingang in der östlichen Achse. Kreuzgratgewölbte Kelleranlage über die ganze Hausfläche. Errichtet im letzten Viertel 15. Jh. Umbau und Fassadenerneuerung 1832. Ladeneinbauten wohl zweite Hälfte 19. Jh. Wiederaufbau nach Brand im April 1982. 30674200
 
Am Markt 4
53° 14′ 59″ N, 10° 24′ 29″ O
Seitenflügel Zweigeschossiger Backsteinbau unter Satteldach. Westliche Traufseite mit Fachwerkobergeschoss des 19. Jh. Im Inneren sind an der Ostwand des OG große Segmentbogennischen mit Taustabrahmung überkommen. Angesetzt südwärts an den Rückgiebel des Vorderhauses. Errichtet Ende 15. Jh. Erneuert 19. Jh. Umbauten 1983. 30648495
 
Am Markt 4
53° 14′ 58″ N, 10° 24′ 29″ O
Hinterhaus Unmittelbar an den Seitenflügel südwärts angesetzter, zweigeschossiger Backsteinbau unter Satteldach. Das hohe ungegliederte EG schließt ein von Nasensteinen gerahmter Putzfries ab; im OG zwei Segmentbogenblenden, von denen die südliche mit Viertelkreissteinen, die nördliche mit Fasensteinen gemauert ist. Erschließung über korbbogigen Eingang des 18. Jh. an der Nordseite, diese mit Steilgiebel und verbrettertem Giebeldreieck abschließend. Nach Süden dreigeschossiger Backsteinbau von vier Achsen mit abgewalmten Dach. Segmentbogige, Fenster-, Türen und Ladelukenöffnungen. Errichtet wohl um oder nach 1500. Umbau 18. Jh. Anbau Ende 19. Jh. 39871890
 
Am Markt 5
53° 14′ 59″ N, 10° 24′ 30″ O
Wohn-/ Geschäftshaus Giebelständiger, dreigeschossiger Backsteinbau mit Zwischengeschoss unter Satteldach mit Staffelgiebel. EG als Laden- und Geschäftszone gestaltet. Der ungewöhnlich hohe Unterbau ist strukturiert durch fünf hochrechteckige Fensterachsen. Über niedrigem Speichergeschoss ein viergeschossiger, neunteiliger Staffelgiebel mit neuem Abschluss der 1920er-Jahre, horizontal betont durch Fischgrätfriese. Kleeblattbogige Zwillingsblenden in den Staffeln rahmen Segmentbogenarkaturen mit Ladeluken. Erschließung über rundbogige Eingänge rechts und links mit Hofdurchgang. Im Innern qualitätvolle, singuläre Stuckdecke mit Planetengötterdarstellungen des frühen 17. Jh. und Ausstattungselemente aus der Zeit um 1800 erhalten. Dreischiffige Kelleranlage mit Segmentbogentonnen. Nach Süden angesetzter Erweiterungsbau. Errichtet wohl 15./16. Jh. Umbau 1778. 1899 Ladeneinbau. Umbau 2005 mit Anbau moderner Ausluchten. 30654976
 
Am Markt 5
53° 14′ 59″ N, 10° 24′ 30″ O
Seitenflügel Viergeschossiger Fachwerkbau mit Backsteinausfachung und massivem EG unter Pultdach und massivem Bautrakt auf der südlichen Grundstücksgrenze. Südwärts an den westlichen Abschnitt des Rückgiebels vom Vorderhaus angesetzt. Südliche Traufseite des südlichen Traktes ab dem ersten OG vierachsig und mit Dachüberstand. Kelleranlage mit hoher Segmentbogentonne im nördlichen Abschnitt. Errichtet wohl 18. Jh, erneuert wohl 19. Jh. 30648185
 
Am Markt 6
53° 14′ 59″ N, 10° 24′ 31″ O
Wohn-/ Geschäftshaus Viergeschossiger Backsteinbau mit mehrteiliger Dachlandschaft auf Eckgrundstück. Erd- und erstes OG als Laden- und Geschäftszone gestaltet. Fassaden strukturiert durch segmentbogige Fensteröffnungen, die zum Marktplatz hin fünfachsig und dreiachsig zur Großen Bäckerstraße gegliedert sind. Eckbetonung durch zweigeschossigen Erker mit hohem Walmdach und dahinter aufsteigenden Helm. Dieser nimmt die Eckzwerchhäuser mit kreisbekrönten Zwillingsblenden und Fialengiebeln auf. Die westliche Achse mit gekoppelten Fensterpaaren schließt ab mit einem Fialen geschmückten Zwerchhaus und Dreistaffelgiebel. Fassadenschmuck aus Laibungssäulchen, farbig glasierten Friesen und Ziegelbändern. Architekt wohl Richard Kampf. Errichtet wohl 1895. Umbau 1913. 30674178
 
Am Markt 7
53° 15′ 2″ N, 10° 24′ 30″ O
Landgericht Lüneburg Dreigeschossiger, verputzter und nach Norden offener Dreiflügelbau mit hohem EG über Souterraingeschoss unter Walmdach. EG umlaufend quaderimitierend mit rot abgesetzten, eingetieften Putzfugen und profilierten Gesimsband versehen. Fassadenaufbau symmetrisch mit gleichmäßig axialer Reihung der Fenster mit Profilrahmen in Ober- und Mezzaningeschossen und mittiger, von Blendnischen flankierter Eingangssituation. Trotz mehrfacher Grundrissveränderungen ist das ursprüngliche Vestibül und Haupttreppenhaus im Westflügel sowie die mit Stuckaturen ausgestatteten Räume im OG wie das Audienz- oder Speisezimmer erhalten. Nach Westen verbunden mit dem einzig noch erhalten Nebengebäude des Schlossareals durch modern veränderte Hofdurchfahrt mit zwei Postamenten, auf denen liegende Sandsteinlöwen thronen. Errichtet unter Einbeziehung von Vorgängerbauten aus der Mitte des 16. Jh. nach Plänen des Celler Hofarchitekten Johann Caspar Borchmann zwischen 1696 und 1700, mit Stuckaturen im Vestibül und OG von Giacomo Perinetti. Erste umfangreiche Instandsetzung durch Otto Heinrich von Bonns erfolgt 1763–1765, dabei Einbau zweier Stuckdecken durch Pietro Canapa. 30649951
 

Weitere Bilder
Am Markt 7a
53° 15′ 2″ N, 10° 24′ 28″ O
Nebengebäude Zweigeschossiger Putzbau über Souterraingeschoss mit rechteckigem Grundriss unter flach geneigtem Mansardwalmdach. Mit der schmaleren, dreiachsigen Südseite zum Marktplatz orientiert und mit der breiteren Ostseite zum Schlossgebäude. Nur diese Fassaden sind im EG gegliedert durch Halbkreisbogennischen, die hochrechteckige Fenster rahmen, und quaderimitierende Scheinfugen sowie einem leicht vorkragenden Gesimsband. Ein Fenster im OG der Ostfassade ist aufgemalt. Erschließung erfolgt über Eingangstüren mit Überdachungen an der West- und Nordseite. Errichtet als Küchenpavillon um 1705. Heute genutzt als Verwaltungsgebäude der Justizvollzugsanstalt Uelzen. 30669360
 

Literatur

  • Doris Böker: Hansestadt Lüneburg mit Kloster Lüne. (Denkmaltopographie Bundesrepublik Deutschland, Baudenkmale in Niedersachsen. Band 22.1). Michael Imhof Verlag, Petersburg 2010, ISBN 978-3-86568-563-6, S. 185–210
Commons: Am Markt – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien