Amtsgericht Reichenbach (Vogtland)
Das Amtsgericht Reichenbach war ein Gericht der ordentlichen Gerichtsbarkeit und eines von zwölf Amtsgerichten im Sprengel des Landgerichtes Plauen mit Sitz in Reichenbach im Vogtland.
Geschichte
Von 1856 bis 1879 bestand in Reichenbach das Gerichtsamt Reichenbach als erstinstanzliches Gericht. Mit den Reichsjustizgesetzen wurde das Gerichtsamt Reichenbach aufgelöst und das Amtsgericht Reichenbach als Nachfolger des Gerichtsamtes eingerichtet. Der Amtsgerichtsbezirk umfasste Reichenbach, Altrottmannsdorf, Brunn bei Reichenbach, Cunsdorf bei Reichenbach, Erlmühle, Foschenroda, Friesen, Hauptmannsgrün, Lambzig, Lauschgrün, Mylau, Netzschkau, Neumark mit Polenhäusern, Oberheinsdorf, Obermylau, Oberneumark, Oberreichenbach mit grüner Linde, Römersgrün mit Raumfeld, Rotschau mit Kreuzholzhäusern, Schneidenbach mit Jägerhaus Mylau und Schotenmühle, Schönbach, Unterheinsdorf und Unterneumark.[1] Das Amtsgericht Reichenbach war eines von zwölf Amtsgerichten im Bezirk des Landgerichtes Plauen. Der Amtsgerichtsbezirk umfasste danach 31.663 Einwohner. Das Gericht hatte damals zwei Richterstellen und war ein mittelgroßes Amtsgericht im Landgerichtsbezirk.[2]
In der DDR wurde das Amtsgericht Reichenbach (Vogtland) ebenso wie sein Landgericht Plauen zum 1. Juni 1951 aufgehoben.[3]
Aufgrund des Gerichtsverfassungsgesetzes der DDR von 1952 wurde 1952 das Kreisgericht Reichenbach im Bereich des Bezirksgerichtes Chemnitz bzw. Karl-Marx-Stadt eingerichtet.
Das Sächsische Gerichtsorganisationsgesetz vom 30. Juni 1992 begründete das Amtsgericht Reichenbach (Vogtland) zum 1. Januar 1993 neu. Es gehörte nun zum Landgerichtsbezirk Zwickau und bestand noch bis Ende Juli 1994. Am 1. August 1994 übernahm das Amtsgericht Auerbach seinen Zuständigkeitsbereich.[4]
Gerichtsgebäude
Das Gericht hatte seinen Sitz in dem um 1890 erbauten Gerichtsgebäude in Reichenbach (Heinrich-Heine-Straße 12). Das repräsentative Gründerzeitgebäude mit Klinkerfassade, im Stil der Neorenaissance, ist baugeschichtlich, ortsgeschichtlich und städtebaulich von Bedeutung und steht unter Denkmalschutz.
Siehe auch
- Gerichte im Königreich Sachsen
- Gerichte in Sachsen 1879 bis 1945
- Liste der Kulturdenkmale in Reichenbach im Vogtland (A–K)
Einzelnachweise
- ↑ Sächsisches Gesetz- und Verordnungsblatt von 1879 S. 296, Digitalisat
- ↑ Carl Pfafferoth: Jahrbuch der deutschen Gerichtsverfassung. 1888, S. 423 online
- ↑ Verordnung zur Änderung der Gerichtsbezirke im Lande Sachsen vom 5. Mai 1951 (GBl. DDR, S. 404)
- ↑ Sächsisches Gerichtsorganisationsgesetz vom 24. Mai 1994 (GVBl. Nr. 33, S. 1009 ff.); vgl. § 3 u. Anlage zu § 3 Abs. 2 Digitalisat
Koordinaten: 50° 37′ 17,9″ N, 12° 17′ 36,9″ O