Altes Serail (Tel Aviv-Jaffa)

Altes Serail
السرايا القديمة, DMG al-Sarāyā al-Qadīma; הסראיה הישנה haSarājah haJschanah

Altes Serail mit Petruskirche vor Abendrot überm Mittelmeer, 2017

Daten
Ort Israel Tel Aviv-Jaffa (تل أبيب-يافا, DMG Tall Abīb-Yāfā; תֵּל־אָבִיב–יָפוֹ Tel Avīv-Jafō), טַיֶּלֶת מִפְרָץ שְׁלֹמֹה Ṭajjelet Mifráts Schlomoh 8/10
Bauherr 1810–1818: Muhammad Agha al-Schami (Ausbau)
Baujahr 1724
Koordinaten 32° 3′ 18″ N, 34° 45′ 16″ O
Altes Serail
Tel
Aviv-
Jaffa

Das Alte Serail (arabisch السَّرَايَا الْقَدِيمَة, DMG al-Sarāyā al-Qadīma; hebräisch הַסָּרָאיָה הַיְּשָׁנָה haSarājah haJschanah) ist ein ehemaliges Serail in Tel Aviv-Jaffa, Bezirk Tel Aviv, Israel. Der Bau entstand 1724 als profanes Gebäude auf Resten einer Kreuzfahrerburg zu Zeiten, als Jaffa, seit 1950 ein Ortsteil Tel Avivs, zum Osmanischen Reich (1516–1918) gehörte. Der örtliche osmanische Mütesellim (Gouverneur) erwarb es 1811 von Amts wegen als Serail,[1.1] also Verwaltungssitz und Amtsresidenz.

Das Alte Serail ist eines der älteren erhaltenen[2] und mit 15 Jochen[3] das flächenmäßig größte Gebäude der Altstadt Jaffas.[4] Es ist ein eher rustikal gehaltener Bau, der keinem ästhetischen Gesamtentwurf folgt. Durch mehrfache Erweiterung ist das Gebäude eher heterogener Gestalt. Das Alte Serail ist heute an allen Seiten frei gestellt, da die einst unmittelbar angrenzende enge Altstadtbebauung durch britischen Kahlschlag 1936 zwecks Bekämpfung des Großen Arabischen Aufstands (1936–1939) erheblich gelichtet und durch rabiate Flächensanierung zwischen Ende 1949 und 1956 weiter stark ramponiert worden ist.

Lage

Das Alte Serail befindet sich in der Tajjelet Mifratz Schlomo 8/10[1.1] (טַיֶּלֶת מִפְרָץ שְׁלֹמֹה Ṭajjelet Mifráts Schlomoh, deutsch ‚Promenade Scharm al-Scheichs‘) auf dem Hügel der Altstadt Jaffas.[5] Es ist eines der erhalten historischen Gebäude der ramponierten Altstadt, das den Zerstörungen im Zuge der britischen Pazifikation (Operation Anchor, 1936) während des Großen Arabischen Aufstands (1936–1939), seinerzeit größte Erhebung gegen eine britische Kolonialverwaltung, und dem israelischen Kahlschlag älterer Bausubstanz, in Schüben zwischen Winter 1949 und 1956 vollzogen, entging.[6] Durch die Beseitigung der gesamten Bebauung am nördlich gegenüber gelegenen Straßenabschnitt ist die Hauptfassade von weither, wie den nördlichen Strandlagen Tel Avivs, gut zu sehen. Der überwiegend geräumte, nördlich gegenüber liegende Hang wurde als Park Gan haMidron (גַּן הַמִּדְרוֹן Gan haMidrōn, deutsch ‚Garten des Hangs‘ [des Altstadthügels]) begrünt.

Die beiden Eingänge von der Promenade, je zur Hofeinfahrt (zuletzt Seifenfabrik) und zu einstigen Amts- und repräsentativen Räumen (zuletzt Mietwohnungen), sind verschlossen und verrammelt, die dahinter gelegenen Bauflügel nicht renoviert. Die Eingänge zum Arabisch-Hebräischen Theater und zum Jaffa-Museum an der Ostseite des Alten Serails erschließt eine Fußweg, der an der Tajjelet Mifratz Schlomo beginnt, einen Vorplatz vor beiden Zugängen bildet, und quer durch den Gan haPisgah die Verbindung zur Simtat Masal Dagim (סִמְטַת מַזָּל דָּגִים Simṭat Mazzal Dagīm, deutsch Twiete des Sternzeichens Fische) bildet, einer altstädtisch geprägten Fußgängertwiete mit vielen Ateliers und Läden von Kunsthandwerkern und Designern, Geschäften mit Souvenirs und anderem Accesoires des Touristeninteresses. Gleich an der Südseite des Alten Serails zweigt eine Weg zum Hammam (jetzt Nachtclub) ab, der hangaufwärts bis auf Höhe seiner Kuppel hinaufzieht, wo er an einem modernen Freilufttheater mündet. Ein Dutzend kleine Wege aus verschiedenen Richtungen bieten Verbindungen zu umliegenden Vierteln.

Name

Bezeichnungen des Altes Serail lauten auf hebräisch הַסָּרָאיָה הַיְּשָׁנָה haSarājah haJschanah oder auch בֵּית הַסָּרָאיָה הַיְּשָׁן Bejt haSarājah haJaschan, deutsch ‚Altes Haus des Serails‘. Im Arabischen steht السَّرَايُ الْقَدِيمُ, DMG al-Sarāy al-Qadīm im lokalen Sprachgebrauch, neben alternativ auch السَّرَايَا الْقَدِيمَة, DMG al-Sarāyā al-Qadīma, wobei Sarāy als Maskulinum die entsprechend passende Adjektivform nimmt, wie auch das feminine Sarāyā. Die Differenzierung ‹Altes› Serail bezieht sich auf das Neue Serail (arabisch السراي الجديد, DMG al-Sarāy al-Ǧadīd; הַסָּרָאיָה הַחֲדָשָׁה haSarājah haChadaschah). Die persischstämmige arabische Vokabel Serail (سراي oder سرايا, DMG Sarāy, Sarāyā) bezeichnet im levantinischen Sprachgebrauch Bauten für Repräsentation, Wohnzwecke und Verwaltung aus osmanischer Zeit,[1.2][7] denn private Gemächer, auch solche für Haremsdamen, wie Verwaltungsräume, waren oft unter einem Dach.[8]

Geschichte

Der Bau entstand 1724 als Khan, eine geschützte Kaufmannsherberge mit Unterbringungsmöglichkeiten auch für Waren und Last- wie Reittiere, auf Resten einer Kreuzfahrerburg[9] des 11. Jahrhunderts.[2] Die 60 Jahre von 1750 bis 1810 waren mit fünf Eroberungen Jaffas ein grausames halbes Jahrhundert für seine Einwohner.[10.1] Um 1763 zählte Jaffa mehr als vierhundert Häuser innerhalb seiner Stadtbefestigung.[11.1] Der ökonomisch und administrativ sehr erfolgreiche autonomistische Regionalpotentat Ẓāhir al-ʿUmar az-Zaidānī brachte im August 1771 Jaffa an sich und entzog es so den Lokalherren von Nablus, die ein osmanisches Sandschak des Eyâlet Damaskus beherrschten.[10.2]

Doch die Hohe Pforte erteilte dem General Muhammad Bey Abu Dahab, geschäftsführend osmanischer Gouverneur (Kaymakam) des Eyâlets Ägypten, den Bewährungsauftrag den autonomistischen Ẓāhir al-ʿUmar auszuschalten, um die absolute osmanische Herrschaft wieder herzustellen, worauf Abu Dahab das Heilige Land 1772 bis 1775 mit einer beispiellos grausamen Kampagne überzog. Er überwand die Stadtbefestigung am 20. Mai 1775 und ließ alle Männer Jaffas enthaupten,[10.3][11.2] welche Schreckensnachricht sich, wie beabsichtigt, wie ein Lauffeuer verbreitete, woraufhin wer sich bewegen konnte, Ẓāhir al-ʿUmars Kapitale Akkon verließ, einschließlich seiner selbst am 24. des Monats.[10.3] Im Jahre 1799 verheerte Napoleon Bonaparte auf seiner Ägyptischen Expedition die Stadt, die französisches Militär Jaffa bis 7. März 1799 eroberte und plünderte und die gefangen genommenen osmanischen Soldaten als wortbrüchig niedermachen ließ, denn er hatte sie teils bei der vorangegangenen Eroberung von al-ʿArisch mangels Verpflegung für Gefangene unter der Bedingung, nicht weiter gegen ihn zu kämpfen, ziehen lassen. Das Massaker kostete mindestens sechstausend osmanischen Soldaten und jaffanische Zivilisten das Leben.[12.1]

Im frühen 19. Jahrhundert erwarb ‹Mehmet› Muhammad Agha al-Schami (arabisch مُحَمَّد أَغَا الشَّامِيُّ, DMG Muḥammad Aġā al-Šāmiyy, auch Meḥmed; genannt أبو نبوت, DMG Abū Nabbūt ‚Vater des Stocks‘; 1770–1833), der zwischen 1807 und 1818 als osmanischer Mütesellim (arabisch متسلم, DMG Mutasallim ‚Steuerverwalter‘ vom Ursprung her, praktisch aber ein Gouverneurstitel, oft lokal sehr autonom herrschend) von Jaffa und Gaza diente, den Bau 1810[11.3] oder 1811 von Amts wegen als Serail, also als Amtssitz und Residenz.[13]

Dann erlebten die Einwohner Jaffas den nächsten Krieg, mit dem Ersten Ägyptisch-Osmanischen Krieg begann die ägyptische Besatzungszeit (1831–1840) der Levante mitsamt Jaffas, die erst mit dem Zweiten Ägyptisch-Osmanischen Krieg endete.[11.1] Wobei das Eingreifen europäischer Seemächte (Großbritannien und Irland und Österreich) in der Orientkrise der Hohen Pforte zur Wiederherstellung der osmanischen Souveränität in der Levante verhalf. Die Hohe Pforte gliederte Jaffa 1841 zunächst vom Eyâlet Damaskus (Sitz: Damaskus) aus und unterstellte es sich als Teil einer Provinz Jerusalem direkt,[14] ordnete es nach Monaten aber wieder als Teil des neuen Sandschaks Jerusalem dem Eyâlet Damaskus zu, das nach den Tanzimat-Reformen 1864 gegründeten Vilâyets Syrien aufging. Doch eine Besonderheit blieb, den jeweiligen Mutesarrıfen berief direkt die Hohe Pforte. Dadurch entstand ein Antagonismus zwischen dem Wālī in Damaskus, denn bei Berufung von Mutesarrıfen in normalen Sandschaks hatte der Wālī Mitsprache, der Mutesarrıf von Jerusalem aber war unabhängiger, da von ganz oben berufen, ähnlich wie der jeweilige Amtskollege im Mutesarriflik Libanonberg.

Typischerweise gehörte zur Einrichtung eines Serails eine Kışla (osmanische Militärwache samt Gefängnis),[1.1][1.2] in Jaffa im Parterre des Gebäudes gelegen. Darüber, im zweiten Stock, befanden sich die Diensträume der Verwaltung.[1.2] Im obersten Geschoss folgten dann die Wohnräume des Mütesellim. Außerdem befanden sich auch ein Brunnenhaus, ein islamischer Gebetsraum und ein Hammam im Alten Serail.[15] Die Historiker (Andrew Petersen, Martin Dow) sind uneins, ober der Mütesellim Muhammad Agha al-Schami den Hammam dem Serail als Annehmlichkeit hinzufügen ließ, oder ob ein Nachfolger dies 1840 tat.[15][16] Das Serail hatte auch eine Expedition für Amtsdepeschen, die gegen Gebühr auch private Post versandte und annahm, was sie zu einer Post entwickelte.[4] Im Jahre 1872 beendete die Hohe Pforte den Antagonismus zwischen sich und Damaskus und wandelte das Sandschak Jerusalem ins Mutesarriflik Jerusalem um, das klar den zentralen Prärogativen unterstand.

Im Zuge der Entfestigung der Stadt,[11.4] 1868 begonnen, inklusive Niederlegung der Stadtmauern bis 1879, entstanden Bauflächen am Rande der Altstadt Jaffas.[17] Wo die historischen Heerstraßen von Nablus und Jerusalem die Stadt am nordöstlichen Jerusalemer Tor erreichten, entstand nach Abbruch desselben ein neues Viertel einen neuen Platz.[11.5] In den 1880er Jahren bezog die Kışla[18] dort ein neues Domizil,[9] in nachbarschaft zur Moschee al-Mahmudiyya.[4]

Außer der Kışla (Polizeistation und Gewahrsam) entstanden weitere Bauten um den neuen Platz herum, darunter zwei weitere Amtsgebäude: die Baladiyya (Jaffas Rathaus) und das Neue Serail.[5] Der Kaymakam von Jaffa ließ sich 1896/1897 in Erwartung des deutschen Staatsbesuchs Wilhelm II. im Oktober 1898 im Osmanischen Reich das Neue Serail errichten, worauf die Verwaltung dorthin umzog.[1.1][4] Die Säulenfront des Neues Serails ist eine Landmarke Jaffas.[5] Das Neue Serail steht auf der Ostseite des neuen Stadtplatzes an dessen Nordende.[1.3] Mit dem Bezug des Neuen Serails erhielt der Platz 1897 umgangssprachlich den Namen Platz des Serails (arabisch ساحة السراي, DMG Sāḥat al-Sarāy). Im Jahre 1901 errichteten Stifter zu Ehren des 25. Thronjubiläums des osmanischen Sultans Abdülhamid II. den Uhrturm.[11.1][19] Die Kikkar haSchaʿon (hebräisch כִּכָּר הַשָּׁעוֹן Platz des Uhrturms, Plene: כיכר השעון), heutiger Name des Platzes, rührt daher.

Nachdem der Verwaltungssitz ins Neue Serail umgezogen war, mieteten sich im Alten Serail auch Familien wie jene von Aharon Chelouche (אַהֲרֹן שְׁלוּשׁ Aharon Schlūsch; 1840–1920[20]), Matalon (מָטַלוֹן Maṭalōn) und Chaim Nissim Amzalag (אֲמְזָלָג, auch אֲמְזָלָאק Amsalag, auch Amsalāq; 1828–1916), Mitbegründer der Jüdischen Gemeinde Jaffa, in Teilen des Gebäudes ein, wo sie auch einen Vereinssynagoge einrichteten.[2] Hanna Dawud Damiani (هَنَّا دَاوُد دَامِيَانِي, DMG Hannā Dāwud Dāmiyānī) erwarb das Alte Serail,[12.2] nachdem es geräumt war, und ließ es Teile für seine Seifenfabrik umbauen.[1.1] Er war Unternehmer aus der angesehenen christlichen Familie Damiani (דַּמִיאָנִי), deren Mitglieder verschiedene Ämter in der Stadt bekleideten, darunter zu Zeiten auch jenes als britische Konsuln.[1.2] Nachdem die Briten 1882 die oft aufmüpfige osmanische Provinz Chedivat Ägypten de facto, wenn auch nicht de jure, der Hohen Pforte entzogen hatten, wurde das Mutesarriflik Jerusalem, mitsamt Jaffa, praktisch Grenzbezirk.

Der osmanische Versuch im Ersten Weltkrieg auf Seiten der Mittelmächte, den Suezkanal zu blockieren, um so die Verbindungen zwischen den Teilen des Britischen Imperiums auf weite Umwege zu zwingen und im Falle eines Sieges das Chedivat Ägypten dem britischen Einfluss wieder zu entreißen, endete schließlich mit der Niederlage und Auflösung des Osmanischen Reiches. Den osmanisch eröffneten Sinaifeldzug trieben siegreiche Gegenvorstöße der Egyptian Expeditionary Force der Triple Entente vom ägyptischen Sinai immer weiter nordostwärts über die osmanische Grenze ins Mutesarriflik Jerusalem, das europäische Pilger, Theologen, Historiker und Geographen als Teil der Landschaft Palästinas ansahen, weshalb die Kriegsberichte und die Militärgeschichte von Palästinafront schrieben.[21]

Die unterlegenen Truppen der Mittelmächte (Osmanische Armee, deutsches Levante-Korps, Österreich-Ungarns Truppen in Palästina) mussten sich nördlich des Jarqons zurückziehen. Am 16. November 1917 nahmen 1st Light Horse Brigade und berittene Australian and New Zealand Army Corps (ANZAC) unter Edward Chaytor Jaffa ein und ritten vorm Neue Serail auf. Die Entente-Mächte Vereinigtes Königreich Großbritannien und Irland und Dritte Französische Republik zogen neue Grenzen in Nahost, teilten die bislang osmanisch beherrschten Gebiete Levante und Arabien untereinander auf (Sykes-Picot-Abkommen 1916), wobei Jaffa an die Occupied Enemy Territory Administration South (OETA South) der Briten kam, was 1922 der Völkerbund legitimierte, indem er die OETA South durch Erteilung des Völkerbundsmandat für Palästina an London als Mandatsgebiet Palästina errichtete.

Palästina nahm eine in der Levante beispiellose wirtschaftliche Entwicklung, geprägt von sicherer Rechtsordnung nach britischem Vorbild, Urbanisierung, Industrialisierung bei Steigerung von Wohlstand und Einwohnerzahl. Jaffa wuchs von 32.000 Einwohnern 1917 auf gut Einhunderttausend 1948, darunter 30.000 jüdische Palästinenser in der Stadt,[11.6] während im urban verwobenen Kontinuum des 1909 gegründeten Tel Avivs[11.1] zu der Zeit weitere über 166.660 Menschen lebten, meist jüdische Palästinenser neben wenigen, 230 arabischen Palästinensern. Damianis Fabrik entwickelte sich zur größten Seifenproduktion in Mandatspalästina,[12.2] die ihre Produkte nach Art der Nabulsi-Seifen aus Olivenöl fertigte.[4]

Am 26. März 1933 erklärten die Teilnehmer von al-ʾIdschtimaʿ al-Kabir (arabisch الاجتماع الكبير, DMG al-ʾIǧtimāʿ al-Kabīr ‚Große Versammlung‘, auch المؤتمر الكبير, DMG al-Muʾtamar al-Kabīr ‚Große Konferenz‘) aus allen Städten des Mandatsgebiets, dass die britisch Mandatsmacht, weil sie Juden die Einwanderung erlauben, wozu der Völkerbund 1922 die Mandatsregierung durch die Mandatsverfassung verpflichtet hatte, der Hauptfeind der arabischen Volkes sei.[11.5] Das Exekutivkomitee der Großen Versammlung rief am 3. Oktober 1933 Mitglieder und Sympathisanten dazu auf, fortan wöchentlich nach dem Freitagsgebet an wechselnden Orten des Landes gegen die Mandatsmacht zu demonstrieren.[12.3] Ab 19. Mai 1936, Ausbruch des Großen Arabischen Aufstands (1936–1939) in Jaffa, seinerzeit größte Erhebung gegen eine britische Kolonialverwaltung, attackierten arabische Aufständische Zivilisten und Militärs der britischen Mandatsmacht und jüdische Palästinenser,[22] wobei arabische Scharfschützen ihre Ausgangsorte und Deckung in Jaffa in der kleinteilig bebauten und schwer durchdringbaren Altstadt fanden.[23]

Deshalb beschloss die Ordnungsmacht schließlich, mit wenigen Stunden der Vorwarnung, am 18. Juni 1936 zur Pazifikation drei Schneisen durch die Altstadt zu schlagen (Operation Anchor), wobei etwa 20 % des Baubestands der Altstadt (237 Gebäude) gesprengt und in den folgenden Tagen geräumt wurden.[24] Dabei blieb das Alte Serail bestehen. Solch ein radikales Eingreifen in die Bausubstanz hatte in den französischen Pazifikationen in Algier ein Vorbild. Der 1937 vom Architekt A. Shor, Stadtplaner der Stadtverwaltung Jerusalem, entwickelte Plan, die drei Schneisen durch breite Straßen zu verbinden, ergab die Form eines Ankers, woher nachträglich die Kampagne zur Pazifikation Jaffas ihre Bezeichnung erhielt.

Den Zweiten Weltkrieg hindurch hielten die Volksgruppen im Lande relative Ruhe, bevor sie gegen Ende des Krieges die Feindseligkeiten wieder entfachten. Die UNO, an die Großbritannien, der Gewalt im Lande überdrüssig, seinen Mandatsauftrag zurückgab, sah angesichts dieser Gewalt in der Ein-Staat-Lösung keine Chance, die Mandatsbestimmungen einer sicheren jüdischen Heimstatt und einer arabischen Unabhängigkeit zu erfüllen und schlug per Mehrheitsbeschluss im November 1947 einen Plan vor, das Mandatsgebiet im Mai 1948 zu teilen und die Folgestaaten, einen arabischen und einen jüdischen, in die Unabhängigkeit zu entlassen. Die UNO stellte aber keine UNO-Truppe zur Durchsetzung ihres Vorschlags auf, sondern überließen es unbekannt den Teilungsvorschlag umzusetzen.

Die arabisch-palästinensische Seite lehnte die vorgeschlagene Aufteilung Mandats-Palästinas weithin ab, darin unterstützt von den benachbarten arabischen Staaten Königreich Ägypten, Königreich Irak, Syrien und Transjordanien – sämtlich Mitglieder der Arabischen Liga – die Invasionen ihrer Streitkräfte ankündigten, um den eventuell zustande kommenden Unoplan, einen jüdischen Staat zu gründen, militärisch zu unterbinden bzw. rückgängig zu machen. Statt eine eigene, vom UN-Plan abweichende Aufteilung mit der jüdischen Seite zu vereinbaren, setzte die arabische Seite allein auf ihr Waffenglück um die Zukunft des Landes zu bestimmen.[25] Die Nachbarstaaten – sämtlich Mitglieder der Arabischen Liga – kündigten die Invasionen ihrer Streitkräfte an, sollte der UNO-Plan, auch einen jüdischen Staat zu gründen, umgesetzt werden. Im Vorlauf dieser angekündigten Invasionen mühten sich die nationalen Bewegungen im Lande – antizionistische überwiegend nichtjüdische einerseits und andererseits zionistische überwiegend jüdische Palästinenser – darum, auch mit Gewalt Positionen und Posten einzunehmen bzw. zu halten, die im bevorstehenden Krieg strategisch wichtig erschienen, was sich zum Bürgerkrieg zwischen arabischen und jüdischen Palästinensern (Dezember 1947 bis Mai 1948) auswuchs.

Die Aussicht, dass sich ihre Heimat in ein Kriegsgebiet verwandelt, ließ viele arabische Jaffaner in benachbarte, ebenfalls arabische Staaten fliehen, anfangs die betuchten, die einen Aufenthalt im Ausland selbst finanzieren konnten, dann jene, die bei Familie und Freunden im Ausland unterkamen und zuletzt verzweifelte, die auf Notaufnahmen angewiesen waren. Mit Flucht der Damianis stellte die Seifenfabrik die Produktion ein. Anders stellte sich die Situation für die jüdischen Palästinenser dar. Es gab keinen Staat der Welt, der jüdische Flüchtlinge aufnehmen würde, weshalb die vom anstehenden Krieg Bedrohten als Binnenflüchtlinge an solche palästinensische Orte zogen, wo sie erwarteten arabische Angreifer zumindest eine Zeitlang abwehren zu können. Viele der 30.000 jüdischen Jaffaner, die in arabisch dominierten Stadtteilen lebten, verließen die Stadt. Sie drängten sich, wie viele jüdische Binnenflüchtlinge aus arabisch bedrohten oder überrannten Orten Mandats-Palästinas, in Tel Aviv und anderen als sicherer geltenden Orten, die jedoch sämtlich erklärte Ziele der arabischen Aggression waren.

Derweil fanden viele arabische Flüchtlinge aus Jaffa im benachbarten kriegsverschonten arabischen Ausland Zuflucht. Gegen Ende des Bürgerkriegs zwischen arabischen und jüdischen Palästinensern verschlechterten sich die Fluchtmöglichkeiten für arabische Jaffaner erheblich. Wege ins von Krieg verschonte arabische Ausland waren durch Kampfgeschehen versperrt, während Fluchtorte im palästinensischen Binnenland vielerorts Schauplatz des Bürgerkrieg waren oder werden konnten. Diese arabischen Binnenflüchtlinge waren wie ihre jüdischen Landsleute auf der Suche nach Schutz vor dem Krieg, dem Wohl und Wehe des Verlaufs der Kampfhandlungen im Lande ausgeliefert.

In Jaffas Frontviertel Manschiyya, Schauplatz arabischen Beschusses über die Stadtgrenze ins unmittelbar benachbarte Tel Aviv hinein, entbrannte der Bürgerkrieg, Irgun und Hagannah wehrten durch die Operation Chametz (מִבְצַע חָמֵץ Mivtza Chametz) den arabischen Beschuss ab, wobei Manschiyya und seine Bausubstanz weitläufig zerstört wurde. Auf Druck der britischen Mandatsmacht stellten Jaffas Bürgermeister Yusif Haykal (1907–1989[26]) und Hagannahkommandant Amos Ben-Gurion (1920–2008[27]) am 30. April 1948 die Kämpfe ein. Die Altstadt Jaffas dagegen war bei Übernahme der Stadt durch israelisches Militär weitgehend intakt, von den dramatischen Eingriffen der britischen Operation Anchor und wenigen Ausnahmen im Bürgerkrieg abgesehen, wie das Neue Serail,[1.4] das Lechi am 4. Januar 1948 gesprengt hatten, weil sie annahmen eine arabische Kampfgruppe habe von dort aus Anschläge geplant. Nach der Einstellung der Seifenproduktion verfiel die aufgegebene Fabrik im Alten Serail.

Nach Abzug der Briten aus Jaffa am 13. Mai 1948 ergaben sich Jaffas verbliebene Stadtvertreter,[11.7] dessen Einwohner bis auf etwa 5'000 Personen geflohen waren,[6] kampflos der Hagannah und wurde tags darauf bei Gründung Israels Teil desselben. Etwa 3'600 arabische muslimische Jaffaner zog der israelische Militärkommandant der Stadt im Viertel ʿAjami (arabisch عَجَمِيّ  ‚ʿAǧamī‘, hebräisch עַגַ׳מִי) zusammen.[11.7] Der staatliche Treuhänder für zurückgelassene Habe nahm das Alte Serail in Gewahrsam, wie alle Habe, deren Eigentümer sich als Palästina-Flüchtlinge nach dem Krieg um Israels Unabhängigkeit (5. Mai 1948–20. Juli 1949) nicht an ihrem gewöhnlichen Aufenthalt befanden.

Kaum war Israel gegründet, stand es erstmals verfolgten Juden als Zuflucht offen. Sogleich kamen einesteils jüdische Überlebende der Schoah aus Europa, während gleichzeitig andernteils viele arabische Staaten, die sich als Feinde Israel erklärt hatten, ihre jüdischen Landsleute enteigneten und mittellos vertrieben, worauf auch sie nach Israel kamen. Die Aufnahme der jüdischen Vertriebenen und Flüchtlinge aus den arabischen Nachbarländern in Israel wie die jener jüdischer Europäer bewirkte eine veritable Wohnungsnot im Lande. In den ersten Jahren nach Staatsgründung kamen auf je 134 einheimische Iraelis 100 obdachlose Neueinwanderer. Israels Ministerium für Aufnahme von Immigranten wies mittellose Einwanderer unter anderem auch in leerstehende Häuser der Altstadt Jaffas ein,[11.7][28] jene in diesem Bereich kamen vor allem aus dem arabischen Nordafrika[29] und vom Balkan, hauptsächlich aus Bulgarien.[6]

Altes Serail auf Jaffas Stadthügel …
… über kahlem Hang mit Petruskirche, 1960,
… ohne Minarett über begrüntem Hang mit Peterskirche (beide von Norden), 2013, und
… genordet als № 7 mit Grünanlagen (Gan haMidron [גַּן הַמִּדְרוֹן] am Hang, Gan haPis­gah [גַּן הַפִּסְגָּה] im Kern) statt ehemaliger Bauten der Altstadt, Neuem Serail (№ 19) und Peterskirche (№ 4)

Im Herbst 1949 stürzte das Dach eines Hauses in der Altstadt ein, das einquartierte Neueinwanderer tötete und verletzte.[6] Dies rief die Stadtverwaltung Tel Avivs auf den Plan, die baupolizeiliche Aufgaben an sich zog,[6] da Jaffa seit dem 30. Mai 1948 ohne eigene Stadtverwaltung unter Militärverwaltung stand. Tel Avivs Stadtverwaltung ließ einsturzgefährdete Gebäude räumen und leitete eine Flächensanierung des weiträumigen Kahlschlags der Bausubstanz in der Altstadt ein. Damit folgte sie der damals weithin in Architektenkreisen beliebten radikalen Modernisierung.[6] Der Abriss des alten Jaffas begann an der Nordseite des Altstadthügels mit großräumigen Sprengungen, die bis heute den Nordhang als unbebaute, inzwischen begrünte Anlage markiert.[6]

Dies alarmierte Schmuʾel Jeivin, Direkor der Behörde der Altertümer, der Eliʿeser Leonid Brutzkus (אֱלִיעֶזֶר לֶיְאוֹנִיד בְּרוּצקוּס; 1909–1987), Direktor der neuen Abteilung für Planung und Städtebau (אֲגַף תִּכְנוּן וּבִנּוּי עָרִים Agaf Tichnūn ūVinnūj ʿArīm) im Büro des Premiers[30] als Unterstützer gewann. Sie intervenierten im September 1949 beim Treuhänder für zurückgelassene Habe, den sie als Zuständigen für den Abriss vermuteten, nur um zu erfahren, dass die Stadtverwaltung Tel Avivs mit baupolizeilicher Befugnis und Berufung auf Gefahr im Verzuge die Räumung der Häuser und ihren Abriss betrieb.[6] Die Regierung Israels bestimmte im Oktober 1949 für das folgende Jahr die Eingliederung Jaffas in die größere, jüngere Tochterstadt, Tel Aviv.[6]

Jaffa hatte bei jüdischen Israelis nicht unverdient das Image der Feindseligkeit, erworben durch arabische Militante, Terroristen und Sympathisanten in der städtischen Bevölkerung durch die Unruhen von Jaffa 1921, wobei sich die Demonstration zum Ersten Mai in eine Judenhatz wandelte, im Großen Arabischen Aufstands (1936–1939)[6] und im Bürgerkrieg im Mandatsgebiet (1947/1948) als die Stadt Tat- und Ausgangsort von Überfällen und Attacken auf jüdische Zivilisten in Tel Aviv war.[1.5] In Tel Avivs Stadtverwaltung bestanden vor dem Hintergrund dieser Erfahrung kaum Sympathien für Jaffa, zudem hatten die Stadtväter ihr Tel Aviv doch 1909 als Gegenentwurf zu einer engbebauten arabischen Kasbah als moderner Gartenstadt gegründet. Tel Avivs Stadtparlament lehnte aus diesen verschiedenen Beweggründen die Eingemeindung Jaffas ab, aber nahm sie als ungeliebte staatspolitisch gewollte Verpflichtung widerwillig an, als sie am 25. April 1950 in Kraft trat.

Jeivin brachte gegen die Abrisse ins Feld, dass die Mandatsmacht durch die Mandatory Antiquities Ordinance von 1944 die Altstadt Jaffa als Gesamtanlage unter Schutz gestellt hatte. Zugleich verwies er auf den historischen, kulturellen und ästhetischen Wert bestehender Gebäude, worin ihm der israelische Architekt Heinz Rau beipflichtete, beide brachen eine Lanze für alle historischen Stadtkerne in Israel, vor allem jene, deren Einwohner durch Flucht und Vertreibung fort waren und unter Druck standen, unter Maßgabe schnellen Wohnungsbaus abgerissen zu werden.[6] Jeivin stoppte einstweilen die Sprengungen, indem er das Amt für Arbeitsschutz zu Prüfungen der Sicherheitsvorgaben veranlasste. Zudem forderten er und Rau, Ausschüsse beteiligter Interessenten und Experten zu bilden, um zu entscheiden, was zu bewahren sei und was abgerissen werden mag.

Arjeh Altman (אַרְיֵה אָלְטְמַן, 1902–1982) stand dem 1950 durch Premier David Ben-Gurion geschaffenen Ausschuss vor, der den Abriss der Altstädte Akkons, Jaffas und Safeds verhüten sollte.[6] Tel Aviv lehnte die Mitwirkung eines Ausschusses angesichts der Wohnungsnot ab und führte die Abrisse fort.[6] Der Sprengung der Bebauung am Nordhang folgte der Abriss im Kern der Altstadt, wo die britische University of Leeds dann bis 1950 archäologische Grabungen auf der Suche nach Spuren des biblischen Jaffas durchführte, dann mangels Funden dieser Periode aber unvermittelt stoppte. Der israelische Archäologe Jacob Kaplan (יַעֲקֹב קַפְּלָן Jaʿaqov Qaplan; 1911–1989) grub im städtischen Auftrag in zwei Grabungskampagnen 1955–1964 und 1970 in flächensanierten Teilen der Altstadt südlich der Petruskirche wie in erhaltenen Stadtvierteln und barg römische und byzantinische Funde, wo später die Kikkar Qdumim (כִּכָּר קְדוּמִים) als Promenade entstand. Die Stadt beendete ihre rigorosen Abrisse erst 1956,[6] darauf blieben der Westhang und die Südseite der Altstadt Jaffas weithin erhalten. Die Antikenverwaltung stellte 1964 die erhaltenen Viertel an den südlichen und östlichen Stadtmauern, anliegende Straßenzüge und die Viertel an den Hängen zum Hafen als historische Stätten unter Schutz.[6]

Die Spuren von Kahlschlag und Ausgrabungen blieben deutlich sichtbar, der Volksmund nannte die Ödflächen haScheṭach haGadōl (הַשֶּׁטַח הַגָּדוֹל ‚Großes Gebiet‘). Die Ödflächen und die in desolatem Zustand verbliebene restliche Altstadt mit ihrer Flüchtlingsbevölkerung waren inzwischen ein Hort von Kriminalität und Prostitution, worauf die Stadt Tel Aviv 1961 den Sanierungsträger haChevrah leFittuach Jafo (הַחֶבְרָה לְפִתּוּחַ יָפוֹ haChevrah ləFittūach Jafō, deutsch ‚die Gesellschaft für Entwicklung Jaffas‘) gründete, um das zu ändern.[6] HaChevrah lePittuach Jaffa ließ die Kahlstellen mehr oder minder erfolgreich durch den Park Gan haPisgah (גַּן הַפִּסְגָּה ‚Garten des Gipfels‘ [des Altstadthügels]) bemäntelt. Den Gan haPisgah zieren einige Skulpturen, darunter einige wie das Ramses- oder so genannte Ägyptische Tor (שָׁעַר רַעְמְסֵס Schaʿar Raʿmses, nach Ramses II.) nahe der Kikkar Qdumim, die Kaplans Grabungsfunde, deren Originale im Jaffa-Museum zu sehen sind, künstlerisch verarbeitet, um auf die entdeckten Stadtbefestigungen aus der ägyptischen Herrschaft über Jaffa zu erinnern, herkömmlich auf das 12. Jahrhundert vor der christlichen Zeitrechnung datiert.

Im Umfeld der altstätischen Bausubstanz Jaffas ohne eigene Bäder blieb der Hammam als Einrichtung öffentlicher Hygiene bis Mitte der 1950er-Jahre in Betrieb. Der Hammam liegt im südlichen Teil des Alten Serails, teils im dort ansteigenden Hang der Altstadt, wo ein Zuwegung dem Hang erklimmt. Nach Schließung des Hammams eröffnete Dan Ben-Amotz in den Räumen seinen legendär gewordenen Nachtclub haChammam (מוֹעֲדוֹן הֶחָמָּאם Mōʿadōn heChammām), den er 1961 bis 1966 leitete. Der Club, jedoch lange schon ein mediokrer Abglanz des einstigen Geheimtipps, bestand auch nach der Wende zum dritten Jahrtausend christlicher Rechnung.[15] Geänderte Maßstäbe für die Denkmalspflege, die auch jüngere Architektur unter Schutz stellte, einhergehend mit der erstmaligen Einrichtung des Amts eines städtischen Konservators von Tel Aviv 1991,[31] bezogen das Alte Serail in den Denkmalschutz ein.

Gebäude

Das Alte Serail steht in mäßig ansteigender Hanglage auf dem Hügel der Altstadt Jaffas.[4] An seiner nördlichen Seite zur Straße Tajellet Mifrats Schlomoh (Promenade) hin ist von der Fassade mehr zusehen als an seiner Südwestseite, wo aus dem ansteigenden Hang nurmehr obere Fassadenpartien herausragen. Zur Straße sticht eine dreistöckige repräsentative Partie mit Portal und Hofeinfahrt hervor, an die östlich ein zurückgesetzter, fensterloser Nordtrakt anschließt, der nur zu sehen ist, da die einst davor stehende Bebauung britischem Kahlschlag zur Abwehr des Großen Arabischen Aufstands 1936 wich. Nordöstlicher Eingang zu einstigen Amts- und repräsentativen Räumen (zuletzt Mietwohnungen) und die östlich angrenzende Hofeinfahrt (zuletzt Seifenfabrik) sind geschlossen und versperrt. Das westliche, repräsentativere Portal, durch Vermauerung gesichert, umrahmt ein feiner Rautenfries.[3] Die hinter diesen Eingängen gelegenen nordwestlichen Bauflügel sind noch nicht renoviert.[4] Eine Besonderheit des Bauflügels bildet ein geschützter Bereich, den Fledermäuse gut als Quartier annehmen und durch vergitterte Öffnungen erreichen.

Da die Nachbarbebauung im Westen und Süden fehlt, ist das Alte Serail heute an allen Seiten frei gestellt und man kann um den schmalen Seitentrakt leicht herum zur Südseite des Baus gehen. Die Südseite beginnt im Osten auf gleichem Niveau wie die Ostseite, verschwindet dann aber im Verlauf nach Westen zusehends im ansteigenden Gelände des Stadthügels, wobei so der dort befindliche Hammam im Hang eingegraben ist. Ebene Fenster entfallen auf der Höhe, Luft und Tageslicht gelangen in den Hammam durch Fensterchen im Tambour unter Hauptkuppel und kleinen Nebenkuppeln.[15]

Durch mehrfache Erweiterung ist das Gebäude eher heterogen geformt. Der Grundriss ist einem Rechteck angenähert, doch durch Anbauten, wie den südwestlichen Hammam mit Koppeln, den Südosttrakt und den Ostflügel unregelmäßig. Im Erdgeschoss des Nordostflügels (den Kreuzfahrerhallen) befindet sich die Speilstätte Arabisch-Hebäisches Theater der beiden dort aufstrebenden Ensembles.[2] Der Eingang zur Spielstätte ist an der Ostseite, einst ein geschlossener Hof im Blockinneren, wo östlich enge Altstadtbebauung unmittelbar anschloss, bis Mitte der 1950er Jahre israelische Flächensanierung das ihre zum Abriss beitrug, heute ein neu gepflasterter nach Norden, Osten und Süden frei gestellter Vorplatz, der in einen Teil des südlich folgenden Parks Gan haPisgah übergeht.

In den Vorplatz ragt an der Südseite ein Anbau hervor, der ostwärts wie das schmale, kurze Ende eines Ls heraussticht, während dessen langes, sonst massiges L, das lange Hauptteil des Alten Serails bildet.[3] Im Anbau zum Vorplatz besteht der Zugang zum Jaffa-Museum, dessen Räume bis in den Hauptbau des Alten Serails reichen, einst ebenfalls Teil der Seifenfabrik.

Bühnenwerke in Jaffa …
Ariel di Castro und Mira Awad in Königin und Solldat, 2004 von Siw Voloschin

Arabisch-Hebräisches Theater Jaffa

Die Spielstätte führt den Namen Arabisch-Hebräisches Theater Jaffa (hebräisch תֵּיאַטְרוֹן עֲרָבִי-עִבְרִי יָפוֹ Tejʾaṭrōn ʿAravī-ʿIvrī Jafō, arabisch المَسْرَحُ الْعَرَبِيُّ الْعِبْرِيُّ - يَافَا, DMG al-Masraḥ al-ʿArabiyya al-ʿIbriyya – Yāfā), das zwei Ensemble gemeinsam nutzen. Tel Aviv finanziert das Theaterbudget im Rahmen seines Kulturdezernats der Stadtverwaltung. Die gemeinsame Spielstätte befindet sich im älteren Bauteil des Alten Serails, der auf die Kreuzritter zurückgeht.[2] Das hebräische Schauspiel heißt seit 2016 Teʾatron Jafo (תֵּיאַטְרוֹן יָפוֹ Tejʾaṭrōn Jafō, مَسْرَحُ يَافَا, DMG Masraḥ Yāfā).[32] Um 2011 hieß es noch Teʾatron Meqomi (תֵּיאַטְרוֹן מְקוֹמִי Tejʾaṭrōn Mɘqōmī, deutsch ‚Lokales Theater‘, مَسْرَحُ مَكُومِيٌّ, DMG Masraḥ Makūmī), das Jigʾal ʿEzrati (יִגְאָל עֶזְרָתִי) und ‹Gabi› Gavriʾelah Eldor (‹גַּבִּי› גַּבְרִיאֵלָה אֶלְדּוֹר) 1990 gründeten. Das andere Ensemble, weiterin unter dem alten Namen, ist das (مَسْرَحُ السَّرَايَا, DMG Masraḥ al-Sarāyā ‚Theater des Serails‘, תֵּיאַטְרוֹן אַלְסָרָאיָא Tejʾaṭrōn AlSarājā) und entstand 1998.[33] Anfangs leitete es Muhammad Bakri, im folgte der künstlerische Leiter Adib Dschahschan (أديب جهشان). Inzwischen leiten der Schuspieler Faris Hanania (فارس حنانيا) und der Theateraktivistin Fatima Halioui (فاطمة حليوى) das arabische Theater des Serails.[33]

Beide Ensembles treten mit je einiger Verwaltung und getrennt auf, um ihre ethnische Eigenheiten zu pflegen,[34] stimmen aber gemeinsame Interessen ab. Gelegentlich, aber sehr selten, spielten beide Ensemble Bühnenwerke gemeinsam, wozu das israelische Kulturministerium Zuschüsse gewährt. Der Masraḥ al-Sarāyā führte in der Spielstätte Darin Sallams Farha auf, einen Film von 2021, der das Erlebnisse einer fiktiven palästinensischen Araberin in der Nakba darstellt, wobei Kulturminister Hili Tropper kritisierte die Art und Weise, wie Sallam israelische Soldaten als gemeinschaftliche Mörder einer arabisch-palästinensischen Familie darstellt.

Die beiden Ensemble sind in vielerlei Hinsicht widersprüchlich, beispielsweise in ihren neuen und alten Herangehensweisen an die Dramaturgie, ihre arabischen und hebräischen Identitäten, seinen jungen und alten Schauspielern und ihre Verschmelzung alternativer, moderner und traditioneller Bühnenwerke. Die Spielstätte ist Schauplatz zahlreicher Aufführungen und Veranstaltungen, darunter das internationale Poesiefestival Schaʿar. Von 2004 bis 2008 wurde Hanoch Levins Stück Du, Ich und der nächste Krieg mit dem Pianisten Bart Berman und der Originalbesetzung der Uraufführung von 1968 aufgeführt.

Jaffa-Museum

Das Jaffa-Museum (מוּזֵיאוֹן יָפוֹ Mūsejʾōn Jafō, bis 2005 מוּזֵיאוֹן יָפוֹ לְעַתִּיקוֹת Mūsejʾōn Jafō lɘʿAttīqōt, deutsch ‚Jaffa-Museum für Altertümer‘) entstand am 17. Oktober 1951 in einem Ausstellungsraum und einem Lesesaal des Seminars für Lehrer der Naturwissenschaften in Tel Avivs Ortsteil Abu Kabir,[35] dessen Adresse hier der Rechov Herzl 155 bildet, der im Gründungsviertel Tel Avivs seinen Anfang nimmt. Im Eingangsbereich waren Photographien der Exponate zu sehen, im Korridor Diagramme der Ausgrabungen. In einem Nebenraum des Ausstellungsraums befand sich eine Keramikwerkstatt.[36][37]

Heinrich Mendelssohn, neuer Leiter des Seminars, baute es zum Machōn Ūnīversīṭaʾī ləMadʿej haṬeva (מָכוֹן אוּנִיבֶרְסִיטָאִי לְמַדְעֵי הַטֶּבַע ‚Universitäres Institut für Wissenschaften der Natur‘) aus, das eine Keimzelle der 1956 gegründeten Universität Tel Aviv (TAU) bildete.[38] Dr. Walter Moses (1892–1955) schloss im März 1955 einen Vertrag zur Stiftung eines israelischen Landesmuseums (zunächst Mūsejʾōn Haʾaretz [Museum des Landes] genannt), dem die Altertümersammlung als eine Abteilung angegliedert werden sollte.

Zur gleichen Zeit meldete das Universitäre Institut Eigenbedarf für die in Abu Kabir bisher museal genutzten Räumlichkeiten der Altertümersammlung an,[39][40] deren Kuratoren in den Räumen des Alten Serails für die Sammlung 1955 ein neues Quartier erhofften. Das neue Musejʾon Haʾaretz dagegen bezog ab 1958 einen eigenen weitläufigen Museumscampus in Ramat Aviv, der sukzessive ausgebaut wurde, in eigens erbauten Museumsbauten nahe der Grabungsstätte Tell Qasile. Das Jaffa-Museum für Altertümer ressortierte zwar als Teil des Landesmuseums, blieb aber räumlich getrennt in Jaffa.

Zunächst war für die Altertümersammlung eine verwaiste Moschee der weithin geräumten Altstadt (umgangssprachlich haSchetach haGadol, großes Gebiet, genannt) im Gespräch,[41] doch Anfang 1956 beschlossen die Kuratoren, den Hammam des Alten Serails als Museum umzubauen.[42] Später entschied die Verwaltung, das Museum in Räumen der ehemaligen Kışla unterzubringen, da im Hammam ein Nachtclub eröffnet worden war.[43]

Also fiel die Wahl auf ehemalige Räume der Seifenfabrik im südöstlichen Alten Serail. Im September 1957 wurde berichtet, dass die Bauarbeiten zur musealen Herrichtung des Alten Serails begonnen hatten.[44] Das Jaffa-Museum sollte drei Abteilungen umfassen, eine archäologische, eine ethnographische und eine zur Geschichte umfassen.[45] Als Jaffa-Museum für Altertümer (מוּזֵיאוֹן יָפוֹ לְעַתִּיקוֹת Mūsejʾōn Jafō lɘʿAttīqōt) öffnete die Sammlung für Altertümer Jaffas am 19. Januar 1961 seine Tore im Alten Serail als Außenstelle des Musejʾon Haʾaretz.[4][46] Der Archäologe Jacob Kaplan leitete das Museum und steuerte seine umfangreichen archäologischen Funde bei, die er in seinen Grabungskampagnen bis Mitte der 1970er Jahre in flächensanierten Teilen der Altstadt südlich der Petruskirche wie in erhaltenen Stadtviertel entdeckte.

Zu den Exponaten gehören Figuren, Werkzeuge, Vorratsgefäße, Haushaltsgegenstände, Öllampen und vieles mehr, einige vor Ort hergestellt und gefunden, andere stammen aus anderen Orten an der Mittelmeerküste.[1.1] Darunter finden sich bronzenes Türangeln vom alten Stadttor Jaffas aus der altägyptischen Herrschaft unter Ramses II. (konventionell datiert ins späte 12. Jahrhundert vor der christlichen Zeitrechnung).[1.1] Kaplan gewährte und gewann durch gegenseitige langfristige Leihgaben wichtige Exponate zur Stadtgeschichte aus internationalen Museumssammlungen (wie z. B. Amarnabriefe aus London). Er bereicherte die Ausstellungen um Kopien alter Dokumente und Inschriften zur Geschichte Jaffas.[1.1][2]

Im Juli 1970 setzte Ben-Zion Kadoorie (בֶּן־צִיּוֹן כָּדוּרִי), Vorsitzende des Verwaltungsrats des Musejʾon Haʾaretz (Landesmuseum), angesichts gegenseitiger Anschuldigungen unter den Museumsmitarbeitern einen internen Untersuchungsausschuss ein, um die Situation im Jaffa-Museum zu prüfen.[47] Im August 1982 entließ Rechavʿam Seʾevi, 1981 bis 1991 Generaldirektor des Musejʾon Haʾaretz (ab 1988 unter geändertem Namen: Museum Eretz Jisraʾel, d. h. Museum des Landes Israel), Jaʿaqov Kaplan, der das Jaffaer Museum für Altertümer seit dessen Gründung geleitet hatte.[48]

Im Sommer 1984 wurde das Museum wegen Wartungsarbeiten vorübergehend geschlossen.[49][50] Im Jahre 2005 beschloss die Stadt aus Gründen budgetärer Sparzwänge, das Jaffa-Museum für Altertümer zu schließen,[2] bevor es im Jahr darauf in Trägerschaft der haChevrah leFittuach Jafo haʿAttiqah (הַחֶבְרָה לְפִתּוּחַ יָפוֹ הַעַתִּיקָה ‚die Gesellschaft für Entwicklung Alt Jaffas‘ [der konzeptionell zum Stadtmarketing erweiterte, ehemalige Sanierungsträger]) als Jaffa-Museum wieder öffnete, erweitert um zeitgenössische, internationalle Kunstausstellungen.[51]

Das Museum lockt Zuschauer zu wechselnden Expositionen zeitgenössischer und interdisziplinärer Werke in ein generationsübergreifende Darstellung für Kinder und Erwachsene[51] in drei seiner Ausstellungsräume. Der bis 2017 renovierte archäologische Flügel präsentiert einzigartige Fundstücke der verschiedenen Einwohner und ihrer Kulturen, die Jaffa seit der Steinzeit bewohnten. Die archäologischen Funde zeichnen Schicht für Schicht ein Bild vom Leben der Kanaaniter, Ägypter, Perser, Philister, Phönizier, Griechen, Hasmonäer, Römer, Byzantiner und Osmanen. Auch Zeugnisse bedeutender Persönlichkeiten der Geschichte wie Saladin, Richard Löwenherz, Napoleon, Ramses II., Alexander des Großen und anderer sind hier zu sehen. Jaffa hat sich im Laufe der Zeit immer wieder gewandelt – mit jeweils einer anderen Bevölkerung, einer anderen Sprache, anderer Kleidung, anderen Häusern, anderen Booten, anderen Tempeln und anderen Göttern.[51]

Die zahlreich gefundenen Waren von Steingut zeigt die neue Ausstellungshalle in ihren Verwendungen, Ursprungsorten und Entstehungszeiten von der Jungsteinzeit, Kupfersteinzeit, weiter über Bronze- und Eisenzeit bis zum Hellenismus und römischer Zeit. Zusätzlich wurde ein Münztisch errichtet, der unter anderem Münzen der Silbermünze von Jaffa und einen Münzfund von 851 Münzen aus der Zeit von König Alexander Jannäus von Juda (1. und 2. Jahrhundert vor der christlischen Zeitrechnung) präsentiert.[51]

Das Museum bewahrt Grabinschriften (Mazzevahtafeln) mit aramäischen, hebräischen und griechischen Inschriften jüdischer Verstorbener vom jüdischen Friedhof vor Jaffa.[1.6] Zu den Dutzenden Fundstücken Kaplans kamen Anfang des 21. Jahrhunderts aus der Sammlung der Universität Oslo sieben der jüdischen Mazzevahtafeln zurück, die alle aus Jaffas jüdischem Friedhof der spätantiken Mischna- und Talmudzeit stammen.[52] Der russischstämmige Württemberger Plato von Ustinow, Hotelier in Jaffa, erwarb sie aus Händen des französischen Archäologen Charles Clermont-Ganneau, nachdem dieser 1873/1874 für die Russische Mission die Umgebung der russisch-orthodoxen Apostel-Petrus-Kirche in Abu Kabir geforscht und auch den nahen Friedhof entdeckt hatte.[2] Ustinow hatte sie 1913 nach Norwegen verkauft.[2] Da Tote und Friedhöfe Juden als rituell unrein gelten, ließ Jaffas jüdischer Gemeinde ihren Begräbnisplatz außerhalb des damaligen Weichbilds der spätantiken Stadt anlegen,[1.6] zufällig neben dem überwachsenen Resten des Friedhofs gründeten Einwanderer vom Niel während der ägyptischen Besatzungszeit der 1840er Jahre das Dorf Abu Kabir, seit 1934 Ortsteil des modernen Jaffas und mit diesem nach Tel Aviv umgemeindet.

Bibliographie

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  • Ori Dvir (אוֹרִי דְּבִיר; 1931–2011), נְקֻדַּת חֵן תֵּל־אָבִיב–יָפוֹ, Tel Aviv-Jaffo: מוֹדָן, neue, aktualisierte Aufl., 1991/25752Greg./Jüd. Kal.[53] (15744[54])
  • Joʾav Gelber (יוֹאָב גֶּלְבֶּר), קוממיות ונכבה: ישראל, הפלסטינים ומדינות ערב, 1948, Or Jehuda: דביר, 5764,[55] S. 137
  • Jaʿaqov Jinnon (יַעֲקֹב יִנּוֹן), סביב כיכר השעון: לסייר ביפו עם יד בן-צבי (Svīv Kikkar haSchaʿōn), יד יצחק בן-צבי (Jad Jizchaq Ben-Zvi; Hrsg.), Jerusalem: הוצאת יד יצחק בן-צבי, 2001, S. 180–181
  • Even Or (Ordentlich; אֶבֶן אוֹר [אוֹרְדֶּנְטְלִיך]), Schimschon Feder (שִׁמְשׁוֹן פֵדֶר) und Zvi Schacham (צְבִי שָׁחָם), מדרכון יפו: מדריך לסיור עצמי, Tel Aviv: מוזיאון ארץ-ישראל, 1988 / 5748Greg./Jüd. Kal.[56]
  • Andrew Petersen, A Gazetteer of Buildings in Muslim Palestine: 4 Tle., Council for British Research in the Levant (Hrsg.), Oxford: Oxford University Press, 2001, (=British Academy monographs in archaeology; Nr. 12), Teil 2 ‹D–J›: ‹The Old Sarāy› und ‹Ḥammām› (Einträge), S. 173seq. und S. 174.
  • ʿOfer Regev (עֹפֶר רֶגֶב), טיול קטן בעיר גדולה: לטייל בתל אביב-יפו, HaMoʿatzah leSchimmur Mivnim weʾAtarei Hitjaschvut und HaChevrah leHagannat haṬeva (Hrsgg.), Tel Aviv: משרד הביטחון - ההוצאה לאור, 1999 / 5759,Greg./Jüd. Kal.[57] S. 43–44
Commons: Altes Serail (Tel Aviv-Jaffa) – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

  1. Ori Dvir (אוֹרִי דְּבִיר; 1931–2011), נְקֻדַּת חֵן תֵּל־אָבִיב–יָפוֹ, neue, aktualisierte Aufl., Tel Aviv-Jaffa: מוֹדָן, 1991Greg. Kal. / 25752Jüd. Kal. (9. Sep. 1991 – 27. Sep. 1992), Seite wie gesondert angegeben.
    1. a b c d e f g h S. 202.
    2. a b c d S. 24.
    3. S. 32.
    4. S. 38.
    5. S. 92.
    6. a b S. 58.
  2. a b c d e f g h i Leo NN. (ליאו ?), מוזיאון יפו לעתיקות (29. August 2021), auf: עמוד ענן; abgerufen am 8. Januar 2026.
  3. a b c Andrew Petersen, A Gazetteer of Buildings in Muslim Palestine: 4 Tle., Council for British Research in the Levant (Hrsg.), (=British Academy monographs in archaeology; Nr. 12), Oxford: Oxford University Press, 2001, Teil 2: ‹The Old Sarāy› (Eintrag), S. 173seq. ISBN 978-0-19-727011-0.
  4. a b c d e f g h NN, “Al-Saraya al-ʿAtika: Jaffa, Israel”, auf: ArchNet; abgerufen am 6. Januar 2026.
  5. a b c NN, “Al-Saraya al-Jadida, Jaffa, Israel”, auf: Archnet; abgerufen am 4. März 2024.
  6. a b c d e f g h i j k l m n o p NN, “Operation Hametz and the Demolition of the Old City”, auf: Shemer Historic Preservation in Israel; abgerufen am 8. Dezember 2025.
  7. „Museum des Heldentums“ (Memento vom 26. August 2019 im Internet Archive), auf: Die Geheimnisse der überirdischen und der unterirdischen Stadt Akko, abgerufen am 24. Februar 2019.
  8. Dafür finden sich verschiedentlich im ehemals osmanischen Reichsgebiet Beispiele, so bezeichnet man das Regierungsgebäude in Beirut als Grand Sérail (السراي الكبير ‚Großes Serail‘), ähnlich auch al-Sarāyā al-Ḥamrā (السرايا الحمراء ‚Rotes Serail‘) in Tripolis, das Alte Serail in Akko, Neues Serail (Jaffa), Serail zu Safed, Ak Saray (Weißes Serail) in Ankara, Grand Sérail in Aleppo, oder Topkapı Sarayı (Kanonentor-Serail) in Istanbul.
  9. a b Schiri Hadar (שִׁירִי הָדָר), הצצה למלון החדש בכיכר המפורסמת ביפו (14. Dezember 2017), auf: Ynet יְדִיעוֹת אַחֲרוֹנוֹת; abgerufen am 12. März 2024.
  10. Thomas Philipp, Acre: the rise and fall of a Palestinian city, 1730–1831, New York und Chichester: Columbia University Press, 2001, (=History and society of the modern Middle East series; Bd. 6), Seite wie gesondert angegeben. ISBN 0-231-12327-2.
    1. S. 17
    2. S. 41 und 228
    3. a b S. 43
  11. Khaldun Bshara (خَالْدُون بَشَارَة), “Derelict Structures – The Ottoman Saraya: All That Did Not Remain”, in: Jerusalem Quarterly, Nr. 69 (Frühjahr 2017), S. 66–77, hier Seite wie gesondert angegeben.
    1. a b c d S. 72.
    2. S. 72, Endnote 22.
    3. S. 76, Endnote 5.
    4. S. 74.
    5. a b S. 75.
    6. S. 72seq.
    7. a b c S. 73.
  12. Shukri ʿArraf (شُكْرِي عَرَّاف), Al-Saraya: Government Headquarters in Palestine during the Ottoman Era, Ramallah: Riwaq, 2016, Seite wie gesondert angegeben.
    1. S. 177.
    2. a b S. 180.
    3. S. 181seqq.
  13. Der Janitschare al-Schami diente nachfolgend von 1819 bis 1827 als Mütesellim von Thessaloniki, zu welcher Zeit Griechenland seine Unabhängigkeit vom Osmanischen Reich erlangte.
  14. Ilan Pappé, The Israel–Palestine Question: A Reader, London and New York: Routledge, 1999, S. 36. ISBN 0-415-16948-8.
  15. a b c d Andrew Petersen, A Gazetteer of Buildings in Muslim Palestine: 4 Tle., Council for British Research in the Levant (Hrsg.), (=British Academy monographs in archaeology; Nr. 12), Oxford: Oxford University Press, 2001, Teil 2: ‹Ḥammām› (Eintrag), S. 174. ISBN 978-0-19-727011-0.
  16. Martin Dow, The Islamic Baths of Palestine, Council for British Research in the Levant (Hrsg.), (=British Academy monographs in archaeology; Nr. 7), Oxford: Oxford University Press, 1996, S. 84seqq. ISBN 978-0-19-727006-6.
  17. Avraham Lewensohn (אַבְרָהָם לֶבִינְסוֹן; 1923–1986), Reiseführer Israel mit Straßenkarten und Stadtplänen ['Israel Tourguide', 21979; dt.], Miriam Magall (Übs.), Tel Aviv-Jaffa: בית א. לבנסון und Tourguide, 1982, S. 376.
  18. Diese neue Kışla am Uhrturm bieldete bis 2005 als örtliche Wache der Polizei Israels und erlangte als Haftplatz Adolf Eichmanns Bekanntheit, der dort während der Prozesstage einsaß, und seiner altertümlichen Bauart wegen als Drehort des israelischen Films Schlaf gut, Wachtmeister Asulai!. Vgl. Schiri Hadar (שִׁירִי הָדָר), הצצה למלון החדש בכיכר המפורסמת ביפו (14. Dezember 2017), auf: Ynet יְדִיעוֹת אַחֲרוֹנוֹת; abgerufen am 12. März 2024.
  19. Ekrem Buğra Ekinci, “The voice of the rule: Ottoman clock towers” (23. Dezember 2021), in: Daily Sabah; abgerufen am 22. August 2025.
  20. Aharon Chelouche, wie die französischer Umschrift folgende Schreibung in lateinischen Lettern lautet, war Kaufmann in Jaffa. Seine Eltern waren mit dem neugeborenen Aharon dem algerischen Oran entflohen, als Frankreich es dem Osmanischen Reich entzog, um es sich selbst einzuverleiben. Chelouche gründete mit anderen 1887 den Vorort Neweh Zedeq, seit Juni 1923 zu Tel Aviv gehörig. Vgl. Mordechai Naʾor, The Twentieth Century in Eretz Israel: A Pictorial History, [‹ספר המאה – היסטוריה מצולמת של ארץ-ישראל›, Tel Aviv: עם עובדל, 1996; engl.], Köln: Könemann, 1998, Judith Krausz (Übers.), S. 123. ISBN 3-89508-595-2.
  21. Alex Carmel (אָלֶכְּס כַּרְמֶל), Geschichte Haifas in der türkischen Zeit 1516-1918 [תּוֹלְדֹוֹֹת חֵיפָה בִּיְמֵי הַתּוּרְכִּים, Haifa: הוצאת הספרים של אוניברסיטת חיפה, 1969; dt.], Clara Zellermeyer (Übs.), Wiesbaden: Harrassowitz, 1975, (=Abhandlungen des Deutschen Palästinavereins; Bd. 3), S. 149. ISBN 3-447-01636-1.
  22. Mordechai Naʾor, The Twentieth Century in Eretz Israel – a Pictorial History, [סֵפֶר הַמֵּאָה – הִיסְטוֹרְיָה מְצֻלֶּמֶת שֶׁל אֶרֶץ־יִשְׂרָאֵל, Tel Aviv: עַם עוֹבֵד, 1996; engl.], Judith Krausz (Übers.), Köln: Könemann, 1998, S. 196. ISBN 3-89508-595-2.
  23. Tom Segev, One Palestine, Complete: Jews and Arabs Under the British Mandate [יְמֵי הַכַּלָּנִיּוֹת – אֶרֶץ יִשְׂרָאֵל בְּתְקוּפַת הַמַּנְדָּט, Jerusalem: כֶּתֶר, 1999; engl.], Haim Watzman (Übs.), New York: Henry Holt & Co., 2000, S. 399. ISBN 0-8050-6587-3.
  24. Matthew Hughes, Britain’s Pacification of Palestine: The British Army, the Colonial State, and the Arab Revolt, 1936–1939, Cambridge, Eng.: Cambridge University Press, 2019, S. 179. ISBN 978-1-107-10320-7.
  25. In den Waffenstillstandsabkommen von 1949 markierte dann die Grüne Linie die 22 % des ehemaligen Mandatsgebietes, die die arabische Seite mit Waffengebrauch erlangt hatte.
  26. Yusif Haykal, auch Haycal (يُوسِف هَيْكَل), trat später in den diplomatischen Dienst, zunächst als Gesandter Transjordaniens in Washington, D.C. (23. Mai bis 1. Juni 1949) und dann als Botschafter Jordaniens an gleicher Stelle (7. bis 14. Dezember 1953 und 6. bis 20. Oktober 1959), in London (4. August 1954 bis 18. Mai 1956), als Botschafter bei der UNO (21. August 1957 bis 5. Juni 1962), als Botschafter in Indien (5. Juni 1962 bis 10. Mai 1964) und in China (10. Mai 1964 bis 10. März 1969).
  27. Er war Sohn David Ben-Gurions.
  28. Nimrod Luz (נִמְרוֹד לוּז), “The Politics of Sacred Places. Palestinian Identity, collective memory, and resistance in the Hassan Bek mosque conflict”, in: Environment and Planning D: Society and Space, Bd. 26 (2008), S. 1036–1052, hier S. 1040. ISBN 978-3-7408-0263-9.
  29. Ausgenommen jüdische Algerier, die ihr Bürgerrecht erst 1961, als die arabischen Kämpfer für Unabhängigkeit sie zu Flüchtlingen machten.
  30. Die Abteilung entstand als zentrales Instrument im Büro des Premiers zur Aufnahme und Unterbringung der Neueinwanderer mit Chefplaner Arieh Scharon, wechselte 1953 in die Zuständigkeit des Innenministeriums, bevor daraus 1961 das eigenständige Ministerium für Bau- und Wohnungswesen (Israel) hervorging.
  31. Erste Architektin in diesem Amt war Nitza Metzger-Szmuk.
  32. NN, תֵּיאַטְרוֹן יָפוֹ / مَسْرَحُ يَافَا / תֵּיאַטְרוֹן עֲרָבִי-עִבְרִי / Jaffa Theatre; abgerufen am 9. Januar 2026.
  33. a b NN, “About Us”, auf: Al Saraya Theatre: مسرح السرايا العربي - يافا; abgerufen am 9. Januar 2026.
  34. NN, “Jaffa Theatre: A Middle Eastern Stage”, auf: תֵּיאַטְרוֹן יָפוֹ / مَسْرَحُ يَافَا / תֵּיאַטְרוֹן עֲרָבִי-עִבְרִי / Jaffa Theatre; abgerufen am 9. Januar 2026.
  35. NN, פתיחת בית-הנכות הזמני לעתיקות בתל־אביב, auf: קוֹל הָעַם (Qol haʿAm), 23. Oktober 1951, S. 3.
  36. Jacob Kaplan (יַעֲקֹב קַפְּלָן Jaʿaqov Qaplan; 1911–1989), מפעליה הארכיאולוגיים של תל־אביב, auf: ידיעות עיריית תל אביב (Tel Avivs Amtsblatt), 15. Juni 1952, S. 13.
  37. NN, בית־הנכות הומני לעתיקות תל־אביב - יפו, auf: ידיעות עיריית תל אביב (Tel Avivs Amtsblatt), 15. Juni 1952, S. 15.
  38. NN ,“The I. Meier Segals Garden for Zoological Research: History”, auf: The I. Meier Segals Garden for Zoological Research; abgerufen am 3. Oktober 2016.
  39. Mosche Meisels, מוקם מוזיאון לעתיקות בתל אביב, in: Maʿariv, 27. März 1955, S. 5.
  40. M. Klier (מ. קליר), מוזיאון סגור, in: Haʾaretz, 13. Juni 1957, S. 2.
  41. Redaktion von LaMerchav, שרידי חומות מהתקופות הכנענית והפרסית נתגלו ביפו, in: LaMerchav (לַמֶּרְחָב), 2. November 1955, S. 2.
  42. NN, במקום "השטת הגדול" - מוזיאון …, in: LaMerchav (לַמֶּרְחָב), 18. Januar 1956, S. 2.
  43. Meʾir Nachtomi (מֵאִיר נַחְתּוֹמִי), מוזיאון ייפתח ביפו, in: Maʿariv, 3. März 1960, S. 5.
  44. NN, הוחל בהקמת מוזיאון יפו, in: Haʾaretz, 1. September 1957, S. 6.
  45. Moscheh Ben-Schachar (מֹשֶׁה בֶּן-שַׁחַר), מרכז לתרבות בתל אביב מוקם והולך, in: Cherut, 9. Juni 1958, S. 3.
  46. NN, נחנך המוזיאון לעתיקות ת״א-יפו, in: Haʾaretz, 20. Januar 1961, S. 8.
  47. Avraham Rotem (אַבְרָהָם רוֹתֶם), יש מה לחשוף במוזיאון לעתיקות ביפו, in: Maʿariv, 30. Juli 1970, S. 20.
  48. Ilan Schchori (אִילָן שְׁחוֹרִי), כבוד הקפלנים החוצה, in: Davar, 20. August 1981, S. 40.
  49. Musejʾon Haʾaretz und Stadtverwaltung Tel Aviv, נסגר זמנית מוזיאון יפו העתיקה, in: Maʿariv, 25. Juli 1984, S. 16.
  50. NN, מבצע נופש עירוני, in: Chadaschot, 20. Januar 1989, S. 63.
  51. a b c d ‹Qobi› Jaʿaqov Finkler (‹קובי› יַעֲקֹב פינקלר), תערוכת "פלסטלינה-ארט", in: ʿArutz Scheva, 17. Tammus 5777 (ה׳תשע״ז) / 9. Juli 2017.
  52. Danny Recht (דָּנִי רֶכְט), “המוסקוביה (מגרש הרוסים, ביארת אל מסקוב, ארצ׳ אלטביתא)”, auf: תֵּל אָבִיב 100. הָאֶנְצִיקְלוֹפֶּדְיָה הָעִירוֹנִי; abgerufen am 10. Januar 2026.
  53. Das Jahr 5752 (ה׳תשנ״ב) des jüdischen Kalenders dauerte vom 9. September 1991 bis 27. September 1992 des gregorianischen Kalenders, jeweils zum Sonnenuntergang.
  54. Dvirs 1. Auflage erschien im Jahr 5744 (ה׳תשמ״ד) des jüdischen Kalenders, das vom 8. September 1983 bis 26. September 1984 des gregorianischen Kalenders dauerte, jeweils zum Sonnenuntergang.
  55. Das Jahr 5764 (ה׳תשס״ד) des jüdischen Kalenders dauerte vom 27. September 2003 bis 15. September 2004 des gregorianischen Kalenders, jeweils zum Sonnenuntergang.
  56. Das Jahr 5748 (ה׳תשמ״ח) des jüdischen Kalenders dauerte vom 24. September 1987 bis 11. September 1988 des gregorianischen Kalenders, jeweils zum Sonnenuntergang.
  57. Das Jahr 5759 (ה׳תשנ״ט) des jüdischen Kalenders dauerte vom 21. September 1998 bis 10. September 1999 des gregorianischen Kalenders, jeweils zum Sonnenuntergang.