Alfred D. Starbird
Alfred Dodd Starbird (* 28. April 1912 in Fort Sill, Comanche County, Oklahoma; † 28. Juli 1983 in Washington, D.C.) war ein Generalleutnant der United States Army. Er war unter anderem Kommandeur der Defense Communications Agency.
Er war ein Sohn von Alfred Andrews Starbird (1875–1956) und dessen Frau Mary Ethel Dodd (1890–1961). Der Vater war Brigadegeneral des US-Heeres und nahm unter anderem am Spanisch-Amerikanischen Krieg teil. Der Vater seiner Mutter war George A. Dodd (1852–1925), der ebenfalls Brigadegeneral der Armee war. Dieser war an allen amerikanischen Kriegen von den Indianerkriegen in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts bis zur Mexikanischen Expedition in den Jahren 1916–1917 beteiligt.
In den Jahren 1929 bis 1933 durchlief Alfred Starbird die United States Military Academy in West Point. Nach seiner Graduation wurde er als Leutnant den Pionieren zugeteilt. In der Armee durchlief er anschließend alle Offiziersränge vom Leutnant bis zum Drei-Sterne-General.
Alfred Starbird war ein ausgezeichneter Sportler und Mitglied der amerikanischen Olympiamannschaft für die Olympischen Sommerspiele 1936 in Berlin. Dort nahm er am Modernen Fünfkampf teil und belegte den siebten Platz.
Im Lauf seiner militärischen Karriere absolvierte Starbird verschiedene Kurse und Schulungen. Dazu gehörten unter anderem die Engineer School in Fort Belvoir und ein Studium an der Princeton University. In seinen ersten Jahren beim Militär absolvierte er den für Offiziere in den niederen Rangstufen üblichen Dienst in verschiedenen Einheiten und Standorten. Ende der 1930er und Anfang der 1940er Jahre war er vier Jahre lang Lehrer an der Militärakademie in West Point.
Während des Zweiten Weltkriegs war er zumeist Stabsoffizier im damaligen Kriegsministerium der Vereinigten Staaten. Dort war er in der für den europäischen Kriegsschauplatz zuständigen Abteilung tätig. Zwischenzeitlich war er für das Ministerium als Kriegsbeobachter auf dem europäischen Kriegsschauplatz eingesetzt. Während der Landung der Alliierten in Nordafrika war er in dieser Eigenschaft dem Stab der 1. Infanteriedivision zugeteilt. Die gleiche Aufgabe erfüllte er bei der Landung der Alliierten in der Normandie im Hauptquartier des V. Corps. Zwischen Januar und Juli 1945 erhielt er das Kommando über eine Pioniereinheit (1135th Engineer Combat Group), mit der er am Vormarsch der Alliierten nach Deutschland beteiligt war. Anschließend kehrte er zum Stab des Kriegsministeriums zurück.
Nach einer zwischenzeitlichen Verwendung beim Stab der United States Army Pacific in Hawaii wurde er zum Atoll Eniwetok versetzt, wo er im Jahr 1948 an der Operation Sandstone, den damaligen Nuklearwaffentests des amerikanischen Militärs teilnahm. Nach zwischenzeitlich anderen Tätigkeiten in Washington, D.C. und im damaligen NATO-Hauptquartier in Rocquencourt in Frankreich wurde er in die United States Atomic Energy Commission berufen. Zwischen 1955 und 1961 leitete er deren Stabsabteilung für militärische Belange (Director of Military Applications). Im Jahr 1961 kehrte er für kurze Zeit zum Corps of Engineers zurück, wo er dessen Operationsbereich für den nördlichen Pazifik kommandierte. Bereits im Dezember 1961 erhielt er das Kommando über die Joint Task Force 8, mit der er die Operation Dominic durchführte. Dabei handelt es sich um eine Reihe von Kernwaffentests, die von den Vereinigten Staaten im Jahr 1962 abgehalten wurden.
Im März 1962 erhielt Alfred Starbird das Kommando über die Defense Communications Agency, (DCA) die 1991 den Namen Defense Information Systems Agency erhalten sollte. Diese Aufgabe erfüllte er bis zum November 1967, als er von Richard P. Klocko abgelöst wurde. Die DCA spielte eine wichtige Rolle bei der Entwicklung des Defense Satellite Communications System. Während des Vietnamkriegs eröffnete die DCA eine Außenstelle in Asien und baute mit Talk Quick ein sicheres Kommunikationsnetz auf.
Nach dem Ende dieses Auftrags wurde Starbird mit der Leitung des Sentinel programs zur Raketenabwehr betraut. Diese Aufgabe erfüllte er bis zum Jahr 1971. Danach schied er aus dem aktiven Militärdienst aus.
Nach seiner offiziellen Pensionierung war er weiterhin in unterschiedlichen Funktionen für die amerikanische Regierung tätig. Dabei leitete er die neugeschaffene Stabsabteilung (director Test and Evaluation) im Verteidigungsministerium. Im Jahr 1975 wurde er Vorstandsmitglied (assistant administrator for National Security) der Energy Research and Development Administration (ERDA), der Nachfolgeorganisation der United States Atomic Energy Commission. Diese gehörte zum Energieministerium der Vereinigten Staaten. Später gehörte er noch bis zu seiner endgültigen Pensionierung im Jahr 1980 einer gemeinsamen Planungsgruppe des Verteidigungs- und Energieministeriums an (director of the Joint DOD/DOE Long Range Resource Planning Group).
Der mit Evelyn Wallington (1918–2004) verheiratete Offizier starb am 28. Juli 1983 an den Folgen einer Krebserkrankung und wurde auf dem amerikanischen Nationalfriedhof Arlington beigesetzt.
Orden und Auszeichnungen
Alfred Starbird erhielt im Lauf seiner militärischen Laufbahn unter anderem folgende Auszeichnungen:
- Army Distinguished Service Medal
- Legion of Merit
- Bronze Star Medal
- Army Commendation Medal
- Secretary of Defense Meritorious Civilian Service Award
Weblinks
- Starbird bei Olymics.Com (zuletzt abgerufen am 14. Dezember 2025)
- Starbird bei der West Point Association of Graduates (zuletzt abgerufen am 14. Dezember 2025)
- Starbird in der Hall of Valor (zuletzt abgerufen am 14. Dezember 2025)
- Starbirds Ernennung zum Leiter der Test and Evaluation abteilung im Verteidigungsministerium (zuletzt abgerufen am 14. Dezember 2025)
- Alfred D. Starbird in der Datenbank von Olympedia.org (englisch)
- Nachruf in der NY Times (zuletzt abgerufen am 14. Dezember 2025)
- Starbird bei Find A Grave (zuletzt abgerufen am 14. Dezember 2025)