Alexander Hill Everett

Alexander Hill Everett (* 19. März 1790 in Boston; † 29. Juni 1847 in Guangzhou) war ein US-amerikanischer Politiker, Diplomat und Publizist.

Leben

Everett war der Sohn des Geistlichen Oliver Everett und seiner Frau Lucy Hill. Er studierte an der Harvard University und machte 1806 als jüngster seines Jahrgangs seinen Abschluss. Nachdem er kurzzeitig als Griechischlehrer an der Phillips Exeter Academy gearbeitet hatte, begann er eine Anwaltslehre in der Kanzlei von John Quincy Adams. Im von William Emerson angeführten Anthology Club knüpfte der angehende Anwalt Kontakte zu den führenden Intellektuellen Bostons und diente 1808 bis 1809 als Herausgeber des Monthly Anthology, dem Magazin des Clubs. Früh standen er und sein jüngerer Bruder Edward Everett im Austausch mit Literaten, Journalisten und Wissenschaftlern wie George Ticknor, Nathan Hale und Jacob Bigelow.

Everetts diplomatische Karriere begann 1809, als er John Quincy Adams als Sekretär auf seine diplomatische Mission in das Russische Kaiserreich begleitete. Er kehrte 1811 in die Vereinigten Staaten zurück. 1815 bis 1816 diente er als Sekretär der amerikanischen Botschaft in den Niederlanden. Nach seiner erneuten Rückkehr in die Vereinigten Staaten heiratete er 1816 Lucretia Orne Peabody. Als Nachfolger von William Eustis wurde er 1818 zum Chargé d’affaires der amerikanischen Botschaft in den Niederlanden. Er nahm das Amt 1819 wahr und übte es bis 1824 aus. Daraufhin ernannte ihn John Quincy Adams, nunmehr Präsident, 1825 zum Botschafter in Spanien. In diesem Amt schlug er Adams den Kauf Kubas von der sich in Geldnot befindenden spanischen Regierung vor. Er legte sein Amt 1829 nach Adams’ gescheiterter Wiederwahlkampagne nieder und kehrte in die Vereinigten Staaten zurück.

Everett veröffentlichte eine Vielzahl an Schriften zur Nationalökonomie, Außenpolitik und Literaturkritik. 1817 publizierte er den ersten von 72 Artikeln für den North American Review. Im 1822 erschienenen Buch Europe prophezeit er, dass die wirtschaftliche Dominanz Europas noch Jahrzehnte anhalten würde. Ein Jahr darauf veröffentlichte er die Studie New Ideas on Population, with Remarks on the Theories of Malthus and Godwin, in der er sich kritisch mit Thomas Robert Malthus’ Idee der Überbevölkerung auseinandersetzt. Dem hält er entgegen, dass das rasante Bevölkerungswachstum in den Vereinigten Staaten ihren Wohlstand nicht vermindert habe. Bevölkerungswachstum hänge mit dem Überfluss, nicht mit der Knappheit von Ressourcen zusammen. Den Wohlstand der Vereinigten Staaten führt er in America (1827) auf die Freiheit zurück, die seine Bevölkerung genieße. Diese sei das einzige Unterscheidungsmerkmal zwischen den USA und anderen Ländern. 1830 bis 1835 war er Herausgeber des North American Review. 1824 wurde er in die American Academy of Arts and Sciences aufgenommen.

Nach seiner Rückkehr aus Spanien diente Everett in der ersten Hälfte der 1830er im Massachusetts General Court, dem Landesparlament von Massachusetts. Nachdem er anfänglich den Whigs angehörte und ein scharfer Kritiker des Präsidenten Andrew Jackson war, wandte er sich ab 1835 verstärkt den Demokraten zu. Grund hierfür war zum Teil seine Unzufriedenheit über fehlende Aufstiegsmöglichkeiten bei den Whigs. Zerstritten mit seinen ehemaligen Parteifreunden, die ihm Korruption und übergroßen Ehrgeiz vorwarfen, verlor er sein Mandat. Er vertrat kurzzeitig die Regierung der Vereinigten Staaten auf Kuba, bevor er 1841 bis 1844 die Leitung des Jefferson College übernahm. 1845 ernannte ihn Präsident James K. Polk zum Botschafter im von der Qing-Dynastie beherrschten Kaiserreich China. Er traf 1846 in China ein. Everett plante, gemeinsam mit Frankreich und Russland gegen eine britische Vorherrschaft in China vorzugehen. Er verstarb jedoch bereits 1847 in Guangzhou und konnte seine Agenda nicht umsetzen.

Literatur