William Emerson (Geistlicher)

William Emerson (* 6. Mai 1769 in Concord; † 12. Mai 1811 in Boston) war ein US-amerikanischer unitaristischer Geistlicher und Vater des Schriftstellers Ralph Waldo Emerson.

Leben

William Emerson war der Sohn des Geistlichen William Emerson Sr. und dessen Frau Phebe Bliss. Sein Vater verstarb bereits 1776 an einem Fieber, während er Truppen der Kontinentalarmee im Fort Ticonderoga begleitete. Erzogen wurden William Emerson und seine Geschwister daher von ihrem Stiefvater Ezra Ripley, der 1780 Phebe Bliss heiratete und das Pastorenamt ihres verstorbenen Ehemanns übernahm.

Emerson machte 1789 seinen Abschluss am Harvard College und wurde 1792 ordiniert. Er diente zunächst als Priester im Dorf Harvard, war jedoch unzufrieden mit diesem provinziellen Dasein und eher unbeliebt in seiner Gemeinde. 1799 wurde er Pastor der bedeutsamen First Church in Boston. Seine Zeitgenossen zählten ihn bald zu den angesehensten Bürgern der Stadt; zu seinem Freundeskreis gehörten Mitglieder des General Courts und der Gouverneur. Emerson war Mitglied in einer Vielzahl der in Boston aktiven karitativen und literarischen Gesellschaften wie der American Academy of Arts and Sciences, der Massachusetts Historical Society, dem Wednesday Evening Club, der Charitable Fire Society, und der Massachusetts Humane Society. Besonders erwähnenswert ist die von ihm organisierte Anthology Society, der mehrere der führenden Intellektuellen Bostons wie Joseph Stevens Buckminster, William Tudor und George Ticknor angehörten. Gemeinsam veröffentlichten sie die Monthly Anthology und gründeten das Boston Athenæum.

1796 heiratete er die Kaufmannstochter Ruth Haskins, mit der er acht Kinder hatte, darunter den Schriftsteller Ralph Waldo Emerson. Der Sohn schätzte seinen Vater als einen eher unkreativen und zahmen Denker ein.

William Emerson verstarb 1811 an Magenkrebs. Die Erziehung Ralph Waldos übernahm Williams Schwester Mary Moody Emerson.

Literatur