Albert Saijo
Albert Fairchild Saijo (* 4. Februar 1926 in Los Angeles, Kalifornien; † 2. Juni 2011 in Volcano (Hawaii)) war ein US-amerikanischer Autor, Dichter und Designer japanischer Abstammung.[1] Er ist für seine Rolle innerhalb der Beat Generation, seine Bücher, seine zen-orientierte Philosophie sowie seine späteren Lebensjahre als Homesteader auf der Lost Coast und auf Hawaii bekannt. Albert Saijo diente im 442nd Regimental Combat Team und veröffentlichte unter anderem die Werke Trip Trap (gemeinsam mit Jack Kerouac und Lew Welch), The Backpacker und Outspeaks: A Rhapsody.[1]
Leben
Albert Saijo wurde als zweites von drei Kindern von Satoru Saijo und Asano Miyata Saijo geboren. Sein Vater stammte aus der Präfektur Kumamoto, wanderte im Jahr 1900 in die USA aus und wurde später von der Familie Holden bei seinem Universitätsstudium unterstützt. Seine Mutter Asano, geboren 1891 in Tokushima, kam 1919 als sogenannte „Picture Bride“ in die USA. Sie arbeitete als Sprachlehrerin für Japanisch, war Haiku-Dichterin und Kolumnistin für die in Los Angeles erscheinenden Zeitungen Kashu Mainichi und Rafu Shimpo.[1]
Internierung im Zweiten Weltkrieg
Nach dem Angriff auf Pearl Harbor wurde die Familie Saijo im Jahr 1942 zunächst im Pomona Assembly Center und anschließend im Heart Mountain Relocation Center in Wyoming inhaftiert. Albert Saijo besuchte dort die Highschool und war Herausgeber der Schülerzeitung Echoes. Sein Bruder Gompers engagierte sich im künstlerischen Umfeld des Lagers, unter anderem in der Art Students League Heart Mountain. 1943 entschied sich Albert Saijo, dem 442nd Regimental Combat Team, 100th Battalion, Company B, beizutreten. Gompers verweigerte das Loyalty Questionnaire und betrachtete sich als Kriegsdienstverweigerer aus Gewissensgründen. Während Albert im Militär diente, zogen die Eltern und seine Schwester nach Cleveland. Nach Kriegsende kehrte die Familie nach Los Angeles zurück. Im Lager Heart Mountain kam Saijo erstmals mit den Lehren des Rinzai-Mönchs Nyogen Senzaki in Kontakt. Dessen Zazen-Kreise besuchten Albert und später auch sein Bruder regelmäßig.[1]
Literarische Laufbahn
Albert Saijo studierte in den frühen 1950er Jahren Internationale Beziehungen an der University of Southern California, brach das Studium jedoch ab und zog nach San Francisco. Dort arbeitete er im YMCA in Chinatown und schloss sich einem Kreis von Künstlern und Schriftstellern an, zu denen Jack Kerouac, Lew Welch und David Hunter gehörten. In diesem Umfeld gewann der Zen-Buddhismus im Zuge der kulturellen Entwicklungen der 1950er Jahre an Bedeutung. Albert Saijo war darüber hinaus im erweiterten Kreis um Alan Watts aktiv und gehörte zu den Bewohnern der East-West-House- sowie der späteren Hyphen-House-Gemeinschaft. 1959 unternahm Saijo mit Jack Kerouac und Lew Welch eine viel beachtete USA-Durchquerung, die er in humorvollen Haiku festhielt. Diese erschienen 1973 unter dem Titel Trip Trap: Haiku on the Road. Kerouac verarbeitete diese Reise in seinem Roman Big Sur und porträtierte Saijo dort unter dem Namen George Baso.[2][1]
Nach seiner Rückkehr zog Albert Saijo sich zunehmend in die Natur zurück. Er lebte in Marin County, übernahm die Betreuung von Gary Snyders Hütte und engagierte sich in einem Floating Zendo für Zen-Meditation. In dieser Zeit unternahm er ausgedehnte Wanderungen durch die Sierra Nevada und gab 1972 das von seinem Bruder Gompers illustrierte Buch The Backpacker heraus. Nach zwei Jahrzehnten in Marin und dem Ende seiner Ehe suchte Saijo ein abgeschiedeneres Leben. Mit seiner zweiten Ehefrau Laura lebte er fast zwölf Jahre lang als Selbstversorger an der Lost Coast in Nordkalifornien. In den 1990er Jahren zog das Paar auf die Big Island von Hawaii, wo Saijo ein eigenes Haus entwarf und baute. 1997 erschien bei Bamboo Ridge Press sein Gedichtband Outspeaks: A Rhapsody, der positiv rezensiert wurde – unter anderem von Lawrence Ferlinghetti. Am 2. März 2000 trat Saijo gemeinsam mit Gary Snyder und Nanao Sakaki zu einer Lesung an der University of Hawaiʻi auf. Albert Saijo starb am 2. Juni 2011 in seinem selbst erbauten Haus in Volcano auf Hawaii.[2][1]
Literatur
- Albert Saijo: The Backpacker, 101 Productions 1972.
- Albert Saijo: Outspeaks: A Rhapsody, Bamboo Ridge Press, Honolulu (HI), 1997.
- Albert Saijo: Woodrat Flat, TinFish Press, (Herausgeber: Jerry Martien), Tinfish Press, 2015.
- Jack Kerouac, Albert Saijo, Lew Welch. Trip Trap: Haiku on the Road. Bolinas, CA: Grey Fox Press, 1973.
- Lavonne Leong: Albert Saijo. In: Guiyou Huang. Asian-American Poets: A Bio-Bibliographical Critical Sourcebook. Westport, Connecticut: Greenwood Publishing Group, 2002. 272–73.
- Josephine Park: Apparitions of Asia: Modernist Form and Asian American Poetics. Oxford University Press, 2008: 103.
Weblinks
Einzelnachweise
- ↑ a b c d e f Albert Saijo | Densho Encyclopedia. Archiviert vom am 23. Januar 2025; abgerufen am 16. November 2025 (englisch).
- ↑ a b Albert Saijo: Karmic Heart. 5. Juli 2013, abgerufen am 16. November 2025.