Albert André (Maler)

Albert André (* 24. Mai 1869 in Lyon; † 11. Juli 1954 in Laudun) war ein französischer Maler des Post-Impressionismus.[1]

Leben

Albert André wurde 1869 in Lyon als Sohn eines Hutfabrikanten geboren. Nach dem Besuch des Lycée in Lyon arbeitete er zunächst als Entwerfer für die Seidenindustrie, wandte sich dann jedoch vollständig der Malerei zu. Um 1889 zog er nach Paris und besuchte die Académie Julian. Er schloss Freundschaft mit Malern wie Paul Ranson, Louis Valtat und Georges d’Espagnat, mit denen er der Künstlergruppe Les Nabis nahestand. 1894 nahm er erstmals am Salon des Indépendants teil, wo er von Pierre-Auguste Renoir entdeckt wurde. Dieser empfahl ihn wiederum dem Kunsthändler Paul Durand-Ruel. Dies markierte den Beginn seiner professionellen Laufbahn als Künstler.[2]

In den folgenden Jahren arbeitete Albert André gemeinsam mit Henri de Toulouse-Lautrec an den Bühnenbildern für das avantgardistische Theaterstück Le Chariot de Terre Cuite von Paul Regnaud, das im Théâtre de l’Œuvre aufgeführt wurde. Zusammen mit Maurice Denis, Pierre Bonnard und Édouard Vuillard, die ebenfalls Mitglieder der Gruppe der Nabis waren, stellte er Werke bei Siegfried Bing aus. Bing war ein bedeutender Händler japanischer Kunst und Förderer des Jugendstils. Seine erste Einzelausstellung fand 1904 bei Durand-Ruel statt und brachte ihm breite Anerkennung. Es folgten zahlreiche Ausstellungen und Aufträge. 1908 war er in der von Durand-Ruel organisierten Ausstellung Natures Mortes (Stillleben) neben Künstlern wie Claude Monet, Paul Cézanne, Pierre-Auguste Renoir und Camille Pissarro vertreten. Für die Weltausstellung in Turin 1911 erhielt er den Auftrag für ein großes Dekorationspanorama im französischen Pavillon. 1912 zeigte Durand-Ruel seine erste Einzelausstellung in New York, die großen Erfolg hatte. 1913 nahm André am Salon de la Libre Esthétique in Brüssel teil, wo er mit dem Werk Interprétation du Midi vertreten war.[2]

Albert André wurde während des Ersten Weltkriegs eingezogen und 1917 wieder entlassen. Anschließend ließ er sich in Endoume bei Marseille nieder, wo er einige seiner bekanntesten Gemälde schuf, darunter Jour de l’Armistice (Tag des Waffenstillstands), Promenade à Endoume und Terrasse au bord de la mer. Später verfasste André Biografien über Renoir und Monet und porträtierte beide Künstler in ihren letzten Lebensjahren. Zu seinem Freundeskreis gehörten unter anderem Julie Manet, Pierre Renoir, Albert Marquet und Paul Signac. Er pendelte zwischen Paris, wo er als Maler und Sekretär des Salon d’Automne tätig war, und Laudun, wo er während des Zweiten Weltkriegs Zuflucht fand und als Konservator des Musée de Bagnols-sur-Cèze[3] wirkte.[2]

Werk

Albert André war ein bedeutender Vertreter des Postimpressionismus und schuf zahlreiche Porträts, Stillleben, Interieurs und Landschaften. Zu seinen Motiven zählten häufig Szenen des südfranzösischen Alltags, Blumen und Interieurs, die durch eine warme, farblich nuancierte Palette geprägt sind. Die enge Freundschaft mit Renoir prägte sowohl sein künstlerisches Schaffen als auch seinen Zugang zur Porträtmalerei. Die Werke Albert Andrés wurden vielfach ausgestellt, unter anderem in Paris, New York und Brüssel. Bedeutende Sammlungen seiner Werke befinden sich heute im Musée Albert-André, im Musée d’Orsay in Paris, im Museum of Modern Art in New York sowie weiteren internationalen Museen.[4]

Werke (Auswahl)

Literatur

  • Emmanuel Bénézit: Dictionary of artists. Band 1: A – Bedeschini. Paris, 2006.
  • Albert André (1869–1954), intimité d'un peintre réaliste / Aurélie Voltz, Musée du château des ducs de Wurtemberg, 111. April bis 27. September 2015.
  • Claire Durand-Ruel Snollaerts, Jacques-Sylvain Klein: Paul Durand-Ruel and Post-Impressionism : Albert André, Georges D'Espagnat, Gustave Loiseau, Maxime Maufra, Henry Moret. In Fine éditions d'art, Paris, 2020.
  • Albert André : peintre post-impressionniste. Ausstellungskatalog, Ausstellungskatalog der Archives départementales du Gard, 11.10.2019–29.03.2020, Nîmes.
Commons: Albert André – Sammlung von Bildern

Einzelnachweise

  1. Emmanuel Bénézit: Dictionary of artists. Band 1: A – Bedeschini. Paris 2006.
  2. a b c André, Albert. Museo Nacional Thyssen-Bornemisza. Abgerufen am 10. Oktober 2025 (englisch).
  3. ukiyo: Musée Albert-André | Bagnols-sur-Cèze. 12. Oktober 2023, abgerufen am 10. Oktober 2025 (französisch).
  4. Archives départementales du Gard (Hrsg.): Albert André : peintre post-impressionniste. Nîmes 2019.