Al-Zubarah-Klasse

Al-Zubarah-Klasse p1
Schiffsdaten
Land Katar Katar
Schiffsart Korvette
Bauwerft Fincantieri, Muggiano
Bauzeitraum 2018 bis 2023
Stapellauf des Typschiffes 27. Februar 2020
Gebaute Einheiten 4
Dienstzeit seit 2021
Schiffsmaße und Besatzung
Länge 107,0 m (Lüa)
99,6 m (Lpp)
Breite 14,7 m
Tiefgang (max.) 8,6 m
Verdrängung 3250 t
 
Besatzung 98 Personen
Maschinenanlage
Maschine CODAD
4 × Dieselmotoren
Höchst­geschwindigkeit 28 kn (52 km/h)
Propeller 2
Bewaffnung
  • 1 × 76-mm-Geschütz
  • 2 × 30-mm-Waffenstation
  • 1 × VLS mit 16 Zellen für Aster
  • 1 × Starter für 21 RIM-116 RAM
  • 8 × Exocet MM.40-Seezielflugkörper
Sensoren
  • Radar
  • Sonar

Die Al-Zubarah-Klasse ist ein Klasse von vier Korvetten der Marine von Katar, die seit 2021 in Dienst steht.

Geschichte

Im Juni 2016 wurde durch das Verteidigungsministerium von Katar dem italienischen Unternehmen Fincantieri ein Auftrag über ein Landungsschiff, zwei Patrouillenboote und vier Korvetten erteilt. Für diese Korvetten wurde ein Entwurf erarbeitet und ein erstes Modell, 2018 auf der Doha International Maritime Defence Exhibition & Conference (DIMDEX) vorgestellt. Alle vier Einheiten wurden zwischen 2018 und 2023 auf der Werft von Fincantieri im ligurischen Muggiano bei La Spezia gebaut.

Einheiten

Kennung Name Bauwerft Kiellegung Stapellauf Indienststellung
F101 Al Zubarah Fincantieri,
Muggiano (La Spezia)
Juni 2018 27. Februar 2020 28. Oktober 2021[1]
F102 Damsah 13. Februar 2021 28. April 2022[2]
F103 Al Khor 30. September 2021 22. Dezember 2022[3]
F104 Sumaysimah 13. Februar 2021 29. März 2022 16. Mai 2023[4]

Technische Beschreibung

Rumpf und Antrieb

Der Rumpf eines Schiffes der Al-Zubarah-Klasse ist 107 Meter lang, 14,7 Meter breit und hat bei einer Verdrängung von 3250 Tonnen einen Tiefgang von 8,6 Metern. Der Antrieb besteht aus vier Dieselmotoren. Diese geben ihre Leistung an zwei Wellen mit je einem Propeller weiter. Die Höchstgeschwindigkeit beträgt 28 Knoten (52 km/h) und die Reichweite 3500 Seemeilen bei 15 Knoten.[5]

Bewaffnung

Neben den beiden separat aufgeführten Waffensystemen verfügen die Schiffe über ein Vertical Launching System des Typs Aster A50 mit 16 Zellen zum Einsatz von Aster-Flugabwehrraketen, zwei Vierfachstarter für Exocet MM.40-Seezielflugkörper und auf dem Hangardach ein Nahbereichsverteidigungssystem zum Verschuss von RIM-116 RAM-Flugabwehrraketen.

Geschützturm

Das 76-mm-Geschütz Rapid Rapid von Leonardo befindet sich auf dem Vorderdeck. Die Waffe mit 62 Kaliberlängen verschießt eine breite Munitionspalette mit einer Kadenz von bis zu 120/min und einer Mündungsgeschwindigkeit von 925 m/s. Die effektive Reichweite gegen Bodenziele beträgt 16.000 m, gegen Luftziele als Flak bis zu 7.800 m. Das Geschützrohr kann um 35°/s in der Elevation in einem Bereich von +85°/−15° bewegt werden. Die Drehgeschwindigkeit des Turmes beträgt 60°/s. Die Masse wird durch die Verwendung von Leichtmetall reduziert, das Gehäuse besteht aus GFK. Die kleine Mündungsbremse reduziert den Rückstoß von 11 t um 10 % auf 9,9 t, die dann mittels Hydraulik abgefangen werden.[6]

Das Geschütz arbeitet wie folgt: Unter Deck befindet sich der Doppelbeladering mit einer Aufnahmekapazität von 70 Patronen, die durch die Drehbewegung der Beladeeinrichtung von dem äußeren in den inneren Ring befördert werden. Auf der linken Seite wandern die Patronen in eine Förderschnecke in der Drehachse des Turmes, welche die Munition senkrecht nach oben führt. Oben angekommen, werden die Patronen von Pendelarmen entgegengenommen. Diese zwei Pendelarme schwenken alternierend (bewegt sich einer nach oben, schwenkt der andere nach unten) und geben die Patrone an die Zuführtrommel in der Rohrachse ab. Die Patrone fällt auf die Beladeschale, wird angesetzt, der Verschluss steigt und der Schuss kann ausgelöst werden.

Waffenstation

Die 30-mm-Waffenstationen MARLIN 30 von Leonardo befinden sich mittschiffs je Back- und Steuerbords. Die Waffenstation besteht aus einer ferngesteuerten Lafette, in welche eine Bushmaster-II-Maschinenkanone verbaut ist. Diese hat eine Kadenz von bis zu 200/min und eine Reichweite von bis zu 3500 m.[7]

Elektronik

Die elektronische Ausstattung der Schiffe besteht aus einem Gefechtsführungssystem, einem Multifunktionsradar, einem Feuerleitradar und elektrooptischen Feuerleitsystemen sowie einem Sonar zur Hindernis- und Minenvermeidung.[5]

Bordhubschrauber

Zur Bekämpfung von U-Booten und für Verbindungsaufgaben kann ein Hubschrauber vom Typ NH90 mitgeführt werden. Der Bordhubschrauber wird mithilfe einer Verfahranlage automatisch vom Helipad in den Hangar und umgekehrt verfahren.

Besatzung

Die Besatzung hat eine Stärke von 98 Offizieren, Unteroffizieren und Mannschaften. Des Weiteren besteht die Möglichkeit zur Unterbringung 14 weiteren Personen.[5]

Einzelnachweise

  1. Xavier Vavasseur: Fincantieri Delivers Qatar’s First Air Defense Corvette “Al Zubarah”. In: navalnews.com. 28. Oktober 2021, abgerufen am 21. November 2025 (englisch).
  2. Xavier Vavasseur: Fincantieri Delivers Second Al Zubarah-class Corvette to Qatar. In: navalnews.com. 28. April 2022, abgerufen am 21. November 2025 (englisch).
  3. Fincantieri delivers 3rd Al Zubarah-class corvette “Al Khor” to Qatar. In: navalnews.com. 23. Dezember 2022, abgerufen am 21. November 2025 (englisch).
  4. Fincantieri Delivers 4th Air Defense Corvette ‘Semaisma’ to Qatar. In: navalnews.com. 16. Mai 2023, abgerufen am 21. November 2025 (englisch).
  5. a b c Al Zubarah Class. In: fincantieri.com. Abgerufen am 21. November 2025 (englisch).
  6. Norman Friedman: The Naval Institute Guide to World Naval Weapons Systems. US Naval Institute Press, 2006, ISBN 1-55750-262-5, S. 262–263.
  7. Leonardo MARLIN 30 / 40 Remote Weapon System. In: seaforces.org. Abgerufen am 21. November 2025 (englisch).