Agnes Weinrich
Agnes Weinrich (* 16 Juli 1873 in Yarmouth, Des Moines County, Iowa; † 15. April 1946 in Provincetown, Barnstable County, Massachusetts)[1] war eine US-amerikanische Malerin und Grafikerin.[2] Sie zählte zu den Vertretern der amerikanischen Moderne und stand insbesondere mit dem Künstlerkreis von Provincetown in Massachusetts in engem Kontakt. Sie war die Schwägerin des Malers Karl Knaths.[3]
Leben
Agnes Weinrich wurde 1875 in Yarmouth, Des Moines County, im Bundesstaat Iowa geboren. Sie erhielt zunächst eine musikalische Ausbildung und studierte Gesang, bevor sie sich der bildenden Kunst zuwandte. Gegen Ende des 19. Jahrhunderts war sie in Illinois und Iowa tätig und lebte zeitweise in Springfield, Illinois. Zu Beginn des 20. Jahrhunderts zog sie nach New York und hielt sich wiederholt in Provincetown, Massachusetts, auf. Der Ort entwickelte sich zu einem wichtigen Zentrum der amerikanischen Moderne. Dort war sie Teil des künstlerischen Netzwerks um die Provincetown Art Association und nahm regelmäßig an deren Ausstellungen teil. Wie Blanche Lazzell studierte sie bei Albert Gleizes, einem französischen kubistischen Maler, der viele Mitglieder der Provincetown-Kolonie beeinflusste. Weinrich, Lazzell und Lucy L'Engle waren Gründungsmitglieder der New York Society of Women Artists (1925). Agnes Weinrich blieb zeitlebens unverheiratet und arbeitete kontinuierlich als freischaffende Künstlerin. Sie starb im April 1946 in Provincetown.[3][2]
Werk
Während ihre frühen Arbeiten noch vom Impressionismus beeinflusst sind, weisen ihre späteren Werke zunehmend modernistische und teilweise kubistische Tendenzen auf. Kritiker hoben wiederholt ihre expressive Linienführung und experimentelle Farbauffassung hervor. Agnes Weinrich stellte regelmäßig in Gruppenausstellungen aus, unter anderem bei der Provincetown Art Association, im Philadelphia Water Color Club sowie in Galerien und Museen in New York, Boston und Washington, D.C. Ihre Arbeiten wurden bereits zu Lebzeiten in überregionalen Zeitungen und Kunstzeitschriften besprochen. Auch nach ihrem Tod war ihr Werk Bestandteil zahlreicher Ausstellungen zur amerikanischen Moderne und zu Künstlerinnen des 20. Jahrhunderts.[3][2]
Literatur
- Allgemeines Künstlerlexikon – Internationale Künstlerdatenbank – Online, De Gruyter, 2009.
- Emmanuel Bénézit: Dictionary of artists. Band 14: Valverde – Zyw. Paris, 2006.
- Ross Moffett: Art In Narrow Streets : The First Thirty-Three Years of the Provincetown Art Association 1914–1947, Provincetown, 1964.
- Jules Heller, Nancy G. Heller: North American Women Artists of the Twentieth Century, Routledge, 1997.
- Louise R. Noun, Deborah Leveton: Agnes Weinrich, 1873–1946. Des Moines Art Center, Des Moines, Iowa, 1997.
Weblinks
Einzelnachweise
- ↑ Agnes Weinrich (1875–1946). In: Find a Grave. Abgerufen am 13. Januar 2026.
- ↑ a b c Louise R. Noun, Deborah Leveton: Agnes Weinrich, 1873–1946. Des Moines Art Center, Des Moines 1997, ISBN 1-879003-19-8 (englisch).
- ↑ a b c Jules Heller, Nancy G. Heller: North American Women Artists of the Twentieth Century. 1. Auflage. Routledge, London 1997, ISBN 1-135-63882-9 (englisch).