Adelheid Gremmer

Adelheid Gremmer (geboren 1841; gestorben am 6. August 1895 in Landshut) war eine deutsche Unternehmerin.

Leben

Adelheid Gremmer wurde 1841 als uneheliche Tochter von Gregor Miller oder Müller und Monika Huber geboren. Als uneheliches Kind wurde ihr nur eine sehr rudimentäre schulische Ausbildung zuteil und sie hatte wenig Aussicht auf ein erfolgreiches Leben. Sie heiratete am 20. August 1866 Josef Gremmer, den Sohn von Gallus und Theresia Gremmer, sie besaßen eine kleine Tabakfabrik. Adelheid Gemmer war die zweite Frau von Josef Gremmer, seine erste Frau Katharina, geborene Huber, war am 20. Februar 1866 verstorben. Josef Gremmer war zu der Zeit laut der Trauungsurkunde Tagelöhner. Kurze Zeit später, am 7. März 1875, starb Josef Gremmer und da auch die Schwiegereltern verstorben waren, übernahm Adelheid Gremmer, die mit Josef Gallus, geboren am 16. Februar 1874, einen kleinen Sohn hatte, das Tabakunternehmen. Sie baute das Unternehmen aus, konnte bereits in den ersten fünf Jahren den Umsatz vervielfachen und ihren Tabak nicht nur in Bayern, sondern in ganz Deutschland sowie im Elsass, in Lothringen und in der Schweiz verkaufen.

Das Unternehmen firmierte nun unter dem Firmennamen „Brasiltabak-Fabrik Jos. Gremmer’s Ww.“ und wurde eine der großen Schnupftabakfabriken Deutschlands.[1][2]

Bereits in einer Firmenanzeige, die aus der Zeit zwischen 1875 und 1879 stammte und bei der das Unternehmen noch in der Schirmgasse Haus Nr. 272–274 saß, wurde damit geworben, dass es sich bei dem Unternehmen um die „größte und älteste Brasiltabak-Fabrik“ handeln würde. Adelheid Gremmer setzte den wirtschaftlichen Aufschwung durch den Kauf der Schleifmühle am Isarufer fort. Dort richtete sie ihre neue Fabrikationsstätte ein. Der verarbeitete Tabak stammte aus Brasilien und war sehr hochwertig. Sie erwarb am 8. März 1879 den Gebäudeteil, der zuvor die Fahrmbacher’sche Tabakmühle gewesen war, und fünf Jahre später, am 23. Dezember 1884, kaufte sie den Rest der Schleifmühle. Durch die Wasserkraft, die sie nun zur Verfügung hatte, konnte sie weiter expandieren und zusätzlich baute sie eine Dampfmaschine mit Dampfkessel ein, die nochmals eine Produktionssteigerung ermöglichte.[1]

Adelheid Gremmer starb plötzlich am 6. August 1895 an Tuberkulose. Ihr Sohn Josef Gallus Gremmer führte das Unternehmen mit seiner Frau Barbara weiter. Er kaufte weitere anliegende Grundstücke und Gebäude und baute es zu einer imposanten Produktionsstätte aus.[1]

Adelheid Gremmer wurde in Landshut mit einem FrauenOrt geehrt.

Einzelnachweise

  1. a b c Anna Botzet: Das Ussar-Anwesen: Industriegebäude und Märchenschloss. Landshut, 2013 (PDF), abgerufen am 10. Januar 2026
  2. Starke Frauen Bayern: Adelheid Gremmer. In: bayerns-frauen.de. Starke Frauen Bayern, abgerufen am 10. Januar 2026.