Adalbert von Flottwell
Julius Adalbert Flottwell (seit 1861 von Flottwell; * 3. Februar 1829 in Marienwerder; † 29. Mai 1909 in Pullach im Isartal) war ein deutscher Verwaltungsjurist und konservativer Politiker. Er war Landesdirektor von Waldeck (1868–1872), Kabinettsminister in Lippe (1872–1875) und Regierungspräsident in Marienwerder (1875–1881) sowie von 1878 bis 1881 Mitglied des Reichstages.
Herkunft
Er war Sohn des Staatsministers Eduard von Flottwell (1786–1865) und dessen Ehefrau Auguste Lüdecke (* 15. August 1794; † 6. März 1862).
Leben
Nach einem rechtswissenschaftlichen Studium trat er in den preußischen Staatsdienst ein. Er war 1857 Regierungsassessor in Potsdam und Posen. Durch die Nobilitierung seines Vaters 1861 wurde auch er in den Adelsstand erhoben. Im selben Jahr wurde er Landrat von Meseritz in der Provinz Posen. Zwischen 1866 und 1868 gehörte er dem Preußischen Abgeordnetenhaus als Mitglied der konservativen Partei an.[1][2] Seit 1868 war er als Landesdirektor von Waldeck-Pyrmont Leiter der Verwaltung dieses Fürstentums, die aufgrund eines Staatsvertrags von Preußen ausgeübt wurde. Im Jahr 1872 wurde er Kabinettsminister im Fürstentum Lippe.
Von 1875 bis 1881 amtierte er als Regierungspräsident im westpreußischen Marienwerder. Zwischen 1878 und 1881 gehörte Flottwell außerdem als Mitglied der deutschkonservativen Fraktion dem Reichstag an. Hier vertrat er als Abgeordneter den Wahlkreis Marienwerder 7 (Kreise Schlochau und Flatow).[3] Zwischen 1880 und 1883 war er Bezirkspräsident des Bezirks Lothringen mit Sitz in Metz. Danach war Flottwell bis 1902 Direktor der Schlesischen Bodenkreditbank.
Familie
Er heiratete am 29. Mai 1860 Ella von Oppen (* 7. Dezember 1841). Das Paar hatte mehrere Kinder:
- Adalbert Hermann (* 7. Oktober 1861; † 26. Dezember 1891 in San Remo)
- Hermann Georg (* 31. Juli 1864) ⚭ 1908 Freiin Magda Maria von Diepenbroick-Grüter (* 29. September 1878)[4]
- Elisabeth Viktoria (* 20. Mai 1869) ⚭ 1898 Nikolaus von Arnim
Literatur
- Marcelli Janecki: Handbuch des Preußischen Adels. Band 2, Hrsg. Königliches Heroldts-Amt, E. S. Mittler & Sohn, Berlin 1893, S. 234.
- Thomas Klein: Leitende Beamte der allgemeinen Verwaltung in der preußischen Provinz Hessen-Nassau und in Waldeck 1867 bis 1945. In: Quellen und Forschungen zur hessischen Geschichte. Bd. 70, Hrsg. Hessische Historische Kommission Darmstadt, Historische Kommission für Hessen, Darmstadt/Marburg 1988, ISBN 3-8-8443-159-5, S. 121.
Weblinks
- Kurzbiographie Staatsbibliothek Berlin
- BBAW (Hrsg.): Acta Borussica: Protokolle des Preußischen Staatsministeriums. Band 7, S. 380. (Digitalisat; PDF; 3,0 MB)
- Adalbert von Flottwell in der Datenbank der Reichstagsabgeordneten
- Biografie von Adalbert von Flottwell. In: Heinrich Best: Datenbank der Abgeordneten der Reichstage des Kaiserreichs 1867/71 bis 1918 (Biorab – Kaiserreich)
- Flottwell, Julius Adalbert von. Hessische Biografie. (Stand: 3. Februar 2020). In: Landesgeschichtliches Informationssystem Hessen (LAGIS).
Einzelnachweise
- ↑ Bernhard Mann: Biographisches Handbuch für das Preußische Abgeordnetenhaus. 1867–1918. Mitarbeit von Martin Doerry, Cornelia Rauh und Thomas Kühne. In: Handbücher zur Geschichte des Parlamentarismus und der politischen Parteien. Bd. 3; Droste Verlag, Düsseldorf 1988, S. 132.
- ↑ Zu den Wahlergebnissen siehe Thomas Kühne: Handbuch der Wahlen zum Preußischen Abgeordnetenhaus 1867–1918. Wahlergebnisse, Wahlbündnisse und Wahlkandidaten. In: Handbücher zur Geschichte des Parlamentarismus und der politischen Parteien. Bd. 6; Droste, Düsseldorf 1994, ISBN 3-7700-5182-3, S. 280–282.
- ↑ Fritz Specht, Paul Schwabe: Die Reichstagswahlen von 1867 bis 1903. Eine Statistik der Reichstagswahlen nebst den Programmen der Parteien und einem Verzeichnis der gewählten Abgeordneten. 2. Auflage, Carl Heymanns Verlag, Berlin 1904, S. 21.
- ↑ Gothaisches Genealogisches Taschenbuch der Freiherrlichen Häuser. 1892. Zweiundvierzigster Jahrgang, Justus Perthes, Gotha 1891, S. 310.