Acht Schulen des Daoismus

Hinsichtlich der daoistischen Schulen gibt es verschiedene Systematisierungsversuche, die sich teilweise widersprechen und auch nicht alle Schulen umfassen. Verbreitet sind u. a. Kategorisierungen in die folgenden drei Gruppen, die sich teilweise auf unterschiedliche Schulen beziehen: Vier Große Schulen (si da pai), Fünf Große Schulen (wu da zong) sowie die Acht Schulen (ba pai).

Eine weit verbreitete Aufteilung nennt Acht Schulen (chinesisch 八派, Pinyin ba pai), die im chinesischen Daoismus wie folgt verstanden werden:

In der sinologischen Forschung wird seit einigen Jahrzehnten die Rolle der Schulen im Daoismus neu bewertet. Wurden sie früher als abgrenzbare Gebilde mit definierbaren Positionen betrachtet, so findet sich heute immer mehr die Einschätzung, dass es sich bei ihnen um Teile eines Kontinuums mit nicht immer klar bestimmbaren Grenzen handelt.[1] Auch wird davon ausgegangen, dass einzelne Meister wichtiger für die Abgrenzung von Schulen waren als lehrdogmatischen Unterschiede.[2]

Literatur

  • Hu Fuchen (Hrsg.): Zhonghua daojiao da cidian [Großes Wörterbuch des chinesischen Daoismus]. Beijing: Zhongguo shehui kexue chubanshe 1995.

Einzelnachweise

  1. Franklin Perkins: The Mozi and the Daodejing. In: Journal of Chinese Philosophy. Band 41, 2014, ISSN 0301-8121, S. 18–32.
  2. Hans-Günter Wagner: Der Daoismus. Chinas indigene Religion und Philosophie. Origo, Bern 2025, ISBN 978-3-282-00214-6, S. 135.