A. C. de Freitas & Co.

A. C. de Freitas & Co. war eine Handelsfirma und Reederei in Hamburg.

Geschichte

Der aus Madeira stammende Augusto Constantino de Freitas gründete Mitte Mai 1835 die Handelsfirma und Reederei A. C. de Freitas in Hamburg. Aus kleinen Anfängen mit Segelschiffen, die Waren auf eigene Rechnung trugen, entstand ein beachtliches Unternehmen. Am 1. Januar 1859 wurde das Unternehmen in A. C. de Freitas & Co umbenannt, da der älteste Sohn Augusto Rudolpho Friedrich als Mitinhaber eingetreten war. Zum Jahresende 1870 schied der Gründer Augusto Constantino de Freitas aus und der Sohn Carlos Teodoro wurde Mitinhaber von A. C. de Freitas & Co.

Um 1879 ersetzten Dampfschiffe die kleine Flotte von Segelschiffen. 1884 begann der regelmäßige Liniendienst in das Adriatische Meer und 1892 nach Südbrasilien und Argentinien.

Für die HAPAG, deren Generaldirektor er von 1899 bis 1918 war, kaufte Albert Ballin im Jahr 1900 die 14 in der Südamerikafahrt beschäftigten Dampfer. Das Ende der Reederei kam 1911 mit dem Verkauf der sechs im Mittelmeer eingesetzten Dampfer an die Deutsche Levante Linie. Im selben Jahr mussten auch die beiden großen Segelschulschiffe Beethoven und Mozart abgestoßen werden. Der Warenhandel wurde unter dem Namen Augusto de Freitas GmbH weitergeführt.

Das Unternehmen fungierte seit 1892 auch als Agentur der in Fiume (heute: Rijeka) ansässigen größten ungarischen Reederei Adria in Transleithanien. Gleichzeitig erteilten A. C. de Freitas & Co ihre Vertretung der Adria in Fiume.

Personen

  • Augusto Constantino de Freitas wurde am 27. Februar 1809 in Funchal geboren. Anfang Juli 1828 kam er nach Hamburg und ließ sich in Altona nieder. Mitte November 1832 heiratete er Mathilde Castagnier, deren Familie als Hugenotten über mehrere Stationen nach Altona geflohen waren. Mathilde brachte innerhalb von 16 Jahren 8 Kinder zur Welt, von denen 5 das Alter von Erwachsenen erreichten. Mitte November 1837 wurde Augusto Constantino de Freitas Hamburger Bürger. Mathilde de Freitas starb im Alter von 49 Jahren im Juli 1860, ihr Mann Augusto Constantino de Freitas am 22. Januar 1881.
    • Augusto Rudolpho Friedrich de Freitas wurde am 2. Dezember 1835 in Hamburg als erstes Kind geboren. Im Alter von 23 Jahren wurde er am 25. Juni 1858 Hamburger Bürger. Ende März 1862 meldeten Ernestine Julie Hoffmann und Augusto Rudolpho Friedrich de Freitas ihre bevorstehende Hochzeit an und wurden am 10. Mai von Pastor Ritter in der St. Petri Kirche in Hamburg getraut. Julie Hoffmann hatte drei Wochen vorher ihren 19. Geburtstag gefeiert. Die Eheleute Julie und Augusto de Freitas hatten 5 Kinder innerhalb von 13 Jahren. Julie starb Ende September 1910 an den Folgen eines erlittenen Unfalls, ihr Mann Augusto Rudolpho Friedrich de Freitas Mitte Mai 1913 in Hamburg.
    • Der Sohn Carlos Teodoro wurde Ende April 1848 als sechstes Kind in Hamburg geboren. Am 27. Dezember 1876 heirateten Carlos Teodoro und Anna Pauline Christine Traun, die ein halbes Jahr älter war, in der St. Nicolai Kirche in Moorfleeth. Sie hatten zwei Kinder. Carlos starb bereits Anfang April 1890 im Alter von 42 Jahren, seine Frau Mitte August 1917.
      • Am 9. März 1866 wurde Carlos Pedro als drittes Kind von Augusto und Julie de Freitas in Hamburg geboren. Im Alter von 30 Jahren heiratete er Auguste Mathilde Helene Abegg. Sie hatten zwei Kinder. Carlos Pedro starb Ende Januar 1909 im Alter von 42 Jahren in St. Moritz.

Literatur

  • Gottfried Lintzer: A. C. de Freitas & Co – Kaufmannsreeder, 2. Auflage, Hamburg 2023, ISBN 978-3-347-57695-7.
  • Arnold Kludas: Die Geschichte der HAPAG-Schiffe, Band 1, Bremen 2007, ISBN 978-3-89757-341-3. (S. 204–212)
  • Paul Günther 1891–1991, Gert Uwe Detlefsen, Bad Segeberg 1991, S. 11–14