15 Liebesbeweise
| Film | |
| Titel | 15 Liebesbeweise |
|---|---|
| Originaltitel | Des preuves d’amour |
| Produktionsland | Frankreich |
| Originalsprache | Französisch |
| Erscheinungsjahr | 2025 |
| Länge | 97 Minuten |
| Altersfreigabe | |
| Produktionsunternehmen |
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| Stab | |
| Regie | Alice Douard |
| Drehbuch | Alice Douard |
| Produktion |
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| Kamera | Jacques Girault |
| Schnitt | Pierre Deschamps |
| Besetzung | |
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15 Liebesbeweise (Originaltitel Des preuves d’amour, internationaler englischer Titel Love Letters) ist ein französischer Spielfilm aus dem Jahr 2025 von Regisseurin und Drehbuchautorin Alice Douard mit Ella Rumpf, Monia Chokri und Noémie Lvovsky in den Hauptrollen.[2][3]
Handlung
Die Tontechnikerin und DJ Céline Steyer und ihre Partnerin Nadia Hamadi, die im zahnärztlichen Notdienst arbeitet, wohnen in Paris in einem kleinen Apartment in einem Hochhaus. Die beiden zählten zu den ersten, die sich trauen ließen, nachdem das Gesetz, das die gleichgeschlechtliche Ehe in Frankreich erlaubte, 2013 in Kraft trat.
Im Jahr 2014 erwartet Nadia die Geburt ihres ersten Kindes. Geheiratet hatten die beiden, damit Céline eine Chance auf das Sorgerecht für die gemeinsame Tochter hat. Damit Céline das Kind nach der Geburt adoptieren kann, muss sie vor dem zuständigen Familiengericht mit Fotos, Dokumenten und 15 persönlichen Briefen von Freunden, Bekannten und Verwandten nachweisen, dass sie ihrer künftigen Rolle gewachsen ist.
Ein solcher Bericht von Célines Mutter, der bekannten Pianistin Marguerite Orgen, käme besonders gelegen. Allerdings besteht zwischen Mutter und Tochter seit einiger Zeit kaum Kontakt.[2][4][5]
Produktion und Hintergrund
Die Dreharbeiten fanden vom 27. Mai bis zum 5. Juli 2024 in Bordeaux und Paris statt.[2]
Der Film wurde von Apsara Films (Produzentin Marine Arrighi de Casanova) und Les Films de June (Produzentinnen Marie Boitard und Alice Douard) produziert.[2][6] Beteiligt war France 2 Cinéma.[2] Unterstützt wurde die Produktion vom Département de la Gironde, der Région Nouvelle-Aquitaine sowie dem CNC – Centre national du cinéma et de l’image animée.[2]
Die Kamera führte Jacques Girault, den Schnitt verantwortete Pierre Deschamps. Das Produktionsdesign gestaltete Anne-Sophie Delseries, das Kostümbild Pauline Juille und den Ton Vincent Vatoux, Erwan Kerzanet, Caroline Reynaud und Olivier Guillaume.[2][6][3]
Regisseurin Alice Douard gab mit dem Film ihr Langspielfilmdebüt.[6] Für die Adoption ihres eigenen Kindes musste sie denselben Prozess durchlaufen.[7]
Veröffentlichung
Premiere war am 17. Mai 2025 im Rahmen der 78. Internationalen Filmfestspiele von Cannes in der Nebenreihe Semaine de la critique, wo der Film für die Queer Palm nominiert wurde.[8][9]
In der Schweiz wurde der Film ab dem 27. September 2025 am Zurich Film Festival vorgestellt. Dort wurde die Produktion in den Spielfilm-Wettbewerb eingeladen[10] und erhielt eine besondere Erwähnung der Jury.[11]
In Deutschland wurde der Film Anfang Oktober 2025 beim Filmfest Hamburg gezeigt und gewann den Publikumspreis.[6] Der deutsche Kinostart war am 4. Dezember 2025 im Luftkind Filmverleih.[12][13] In Österreich kam der Film am 1. Januar 2026 im Vertrieb der Polyfilm in die Kinos.[14]
Rezeption
Falk Straub bewertete den Film auf film-rezensionen.de mit sieben von zehn Punkten. Alice Douard sei ein ebenso bodenständiges wie beschwingtes Debüt geglückt mit Ella Rumpf und Monia Chokri als mit großer Natürlichkeit gespieltem Paar, das trotz der gesetzlichen Hürden nicht den Humor verliere.[4]
Nora Nater vergab auf outnow.ch 5,5 von 6 Sternen. Der Film berühre, rege zum Lachen und Weinen an und versetze in Unglauben über die mittelalterliche Rechtslage für gleichgeschlechtliche Paare.[5]
Thomas Schultze bezeichnete die Produktion auf the-spot-mediafilm.com als herausragende Liebesgeschichte. Wie Alice Douard hier leichte Momente ausbalanciere mit den heftigen Konfrontationen, sei ein kleines Wunder, gleiche manchmal dem ähnlichen und doch ganz anderen Die jüngste Tochter, rühre aber auch an ähnliche Themen wie Was uns verbindet.[15]
Susanne Gietl (4 von 5 Sterne) schrieb auf filmstarts.de, dass der Film leise, scharfsinnig und mit viel Wärme die Facetten moderner Mutterschaft porträtiere und intelligente Fragen über Mutterschaft und Muttersein aufwerfe.[7]
Fabian Schäfer befand auf queer.de, dass der Film nicht nach Schema F funktioniere. Das Drama durchziehe zwar ein leiser Humor, vor allem in den immer gleichen, stereotypen Fragen und ungebetenen Ratschlägen. Genauso präsent seien aber die große Frustration der zwei Frauen sowie die ganz großen Konflikte rund um Elternschaft sowie die Frage, was eine gute Mutter eigentlich ausmache.[16]
Birgit Rosch (vier von fünf Sterne) meinte auf epd-film.de, dass das Milieu, sehr pariserisch und Bobo, dank der lebensnahen Inszenierung nie klischeehaft wirke. Die beschwingte Stimmung erinnere an die Klassiker der Nouvelle Vague und atme Freiheit und Lebensfreude. Wie nebenbei poppten in Gesprächen mit Freunden und Familie Fragen auf, die durchaus ans Eingemachte gehen.[17]
Antje Wessels urteilte, dass die Produktion vor allem durch seine warmherzige Authentizität und die starke Zeichnung des zentralen Paares überzeuge. Trotz manch plakativer Humorentscheidung und eines verschenkt wirkenden Nebenplots bleibe der Film emotional stimmig. Alice Douard gelinge ein berührender Spagat zwischen Bürokratiekritik und Paarentwicklung. Unterm Strich überwiege ein sympathisches, nahbares Gesamtbild.[18]
Im Spiegel hob Wolfgang Höbel das „überraschende Vergnügen“ des Films hervor, das an der „tollen Ernergie der Schauspielerin Ella Rumpf“ liege: Beim Scheinesammeln für die Adoptionslizenz mit bürokratischen Absurditäten sei sie mit so viel Leidenschaft, Witz und Trickreichtum unterwegs, dass „klar wird: Es ist die Mission ihres Lebens“.[19]
Auszeichnungen und Nominierungen
Filmfest Hamburg 2025
- Auszeichnung mit dem Publikumspreis[20]
Zurich Film Festival 2025
- Besondere Erwähnung der Jury[11]
Weblinks
- 15 Liebesbeweise bei IMDb
- 15 Liebesbeweise in The Movie Database
- Love Letters bei Rotten Tomatoes (englisch)
Einzelnachweise
- ↑ Freigabebescheinigung für 15 Liebesbeweise. Freiwillige Selbstkontrolle der Filmwirtschaft (PDF; Prüfnummer: 273873).
- ↑ a b c d e f g 15 Liebesbeweise bei crew united, abgerufen am 29. September 2025.
- ↑ a b 15 Liebesbeweise. In: Lexikon des internationalen Films. Filmdienst, abgerufen am 29. September 2025.
- ↑ a b Falk Straub: Love Letters. In: film-rezensionen.de. 17. Mai 2025, abgerufen am 29. September 2025.
- ↑ a b Nora Nater: Filmkritik: Darf ich mein eigenes Kind adoptieren, bitte? In: outnow.ch. 29. September 2025, abgerufen am 29. September 2025.
- ↑ a b c d 15 Liebesbeweise. In: filmfesthamburg.de. 29. September 2025, abgerufen am 29. September 2025.
- ↑ a b Susanne Gietl: 15 Liebesbeweise. In: filmstarts.de. Abgerufen am 8. Oktober 2025.
- ↑ Des preuves d'amour. In: queerpalm.org. Abgerufen am 29. September 2025 (französisch).
- ↑ Des preuves d'amour / Love Letters. In: semainedelacritique.com. Abgerufen am 29. September 2025.
- ↑ Des preuves d'amour (Love Letters). In: zff.com. Abgerufen am 29. September 2025.
- ↑ a b Thomas Schultze: Die Awards des 21. ZFF: Schweizer Triumph, toller „Prank“. In: the-spot-mediafilm.com. 4. Oktober 2025, abgerufen am 5. Oktober 2025.
- ↑ 15 Liebesbeweise. In: filmsthatmatter.net. Abgerufen am 29. September 2025.
- ↑ 15 Liebesbeweise. In: Filmstarts.de. Abgerufen am 29. September 2025.
- ↑ 15 Liebesbeweise. In: polyfilm.at. Abgerufen am 29. September 2025.
- ↑ Thomas Schultze: REVIEW FESTIVAL: „15 Liebesbeweise“. In: the-spot-mediafilm.com. 5. Oktober 2025, abgerufen am 5. Oktober 2025.
- ↑ Fabian Schäfer: So nervenaufreibend ist die Stiefkindadoption für ein lesbisches Paar. In: queer.de. 23. November 2025, abgerufen am 25. November 2025.
- ↑ Birgit Rosch: Kritik zu 15 Liebesbeweise. In: epd-film.de. 27. November 2025, abgerufen am 29. November 2025.
- ↑ Antje Wessels: 15 Liebesbeweise. In: wessels-filmkritik.com. 1. Dezember 2025, abgerufen am 2. Dezember 2025.
- ↑ Wolfgang Höbel: Lizenz zum Elternwerden. In: Der Spiegel 49/2025, S. 106.
- ↑ Barbara Schuster: 33. Filmfest Hamburg: Preise und Besucherplus. In: the-spot-mediafilm.com. 4. Oktober 2025, abgerufen am 5. Oktober 2025.