Die jüngste Tochter
| Film | |
| Titel | Die jüngste Tochter |
|---|---|
| Originaltitel | La petite dernière |
| Produktionsland | Frankreich, Deutschland |
| Originalsprache | Französisch |
| Erscheinungsjahr | 2025 |
| Länge | 106 Minuten |
| Altersfreigabe | |
| Stab | |
| Regie | Hafsia Herzi |
| Drehbuch | Hafsia Herzi |
| Produktion | Julie Billy, Naomi Denamur |
| Musik | Amin Bouhafa |
| Kamera | Jérémie Attard |
| Schnitt | Géraldine Mangenot |
| Besetzung | |
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Die jüngste Tochter (Originaltitel: La petite dernière, englischsprachiger Titel: The Little Sister) ist ein Spielfilm von Hafsia Herzi aus dem Jahr 2025. Bei dem Drama handelt es sich um eine Verfilmung des gleichnamigen Romans von Fatima Daas. Das Werk wurde im Rahmen der Internationalen Filmfestspiele von Cannes im Mai 2025 uraufgeführt, wo Nadia Melliti mit dem Darstellerpreis geehrt wurde.
Handlung
Die 17-jährige Fatima wächst als jüngste Tochter in einer algerischen Einwandererfamilie in einem Pariser Banlieue auf und spielt gerne Fußball. Die Themen Liebe und Sexualität sind für sie ein Tabu. Als sie in der Schule als Lesbe bezeichnet wird, rastet sie aus. Sie hat einen muslimischen Liebhaber, den sie aber nur selten trifft und zu dem sie sich nicht hingezogen fühlt. Als sie das Gymnasium in der Vorstadt verlässt, um sich auf ihr Philosophiestudium in Paris vorzubereiten, beginnt sie sich von ihrer Familie zu distanzieren. Fatima lernt neue Lebensentwürfe kennen und bekennt sich zu ihrer Homosexualität.[2][3][4][5] Sie lädt sich eine Dating-App herunter und trifft eine ältere Frau. Die Frau merkt, dass Fatima unerfahren ist und erklärt ihr einige Dinge über lesbischen Sex.
Wegen ihrer Lungenprobleme muss Fatima zum Pneumologen. Der empfiehlt ihr eine Gruppensitzung, bei der ein Austausch über die Erfahrung mit Asthma stattfindet. Bei dieser Sitzung ist Ji-Na als Krankschwester dabei. Fatima hat Ji-Na vorher auf ihrer Dating-App gesehen und Ji-Na schenkt Fatima auch sofort besondere Aufmerksamkeit. Fatima hat noch ein Date in einer Lesben-Bar, trifft sich dann aber mit Ji-Na und es entsteht eine Liebesbeziehung. Eines Morgens erwacht Fatima alleine im Bett und findet Ji-Na traurig im Wohnzimmer. Ji-Na beichtet, dass sie Depressionen hat und alleine sein möchte. Der Aufforderung zu gehen, geht Fatima widerwillig nach.
In der Universität setzt sich Fatima in der Mensa zu vier Männern, die Fatima sofort in ein Gespräch verwickeln und zu einer Party einladen. Auf der Party ist auch ein älteres lesbisches Paar, welches Fatima zu gemeinsamen Sex einlädt. Fatima trauert aber noch Ji-Na hinterher, die ihre Anrufe nicht entgegennimmt. In den darauf folgenden Tagen geht Fatima aber auf das lesbische Paar ein und besucht viele Partys. Daheim trifft sie ihre Familie fast nur noch zum Essen. Ihre Mutter hat dafür Verständnis, aber mit ihren zwei Schwestern kommt es zum Streit. Fatima ersucht Rat beim Imam, der aber eine homosexuelle Lebensweise ablehnt und es für eine Prüfung Gottes hält.
Während einer Party meldet sich Ji-Na wieder und Fatima trifft sich mit ihr in einem Park. Ji-Na geht es wieder besser und will wieder mit Fatima zusammen sein. Fatima fühlt sich noch verletzt und wehrt die Annäherungsversuche ab. Ji-Na versucht sich Fatima dauernd anzunähern, bis es doch zum Kuss kommt und Fatima trägt Ji-Na ins Gebüsch. Am nächsten Tag schnappt sich Fatima daheim ein frisch gebackenes Madeleine ihrer Mutter. Die Mutter möchte von Fatima wissen, weshalb sie in letzter Zeit so traurig ist. Fatima weiß nicht, wie sie darauf antworten soll und sagt, dass sie einen Roman schreibt, davon aber nicht erzählen will. Die Mutter merkt, dass Fatima nicht über ihre Probleme reden kann und nimmt ihre weinende Tochter in den Arm.
Hintergrund
Die jüngste Tochter ist der vierte Spielfilm der Schauspielerin und Regisseurin Hafsia Herzi. Sie verfasste auch das Drehbuch nach dem gleichnamigen, preisgekrönten Roman von Fatima Daas. Der Film ist eine Produktion des französischen Unternehmens June Films (Produktion: Julie Billy, Naomi Denamur) und der deutschen Katuh Studio (Vanessa Ciszewski) sowie von ZDF/ARTE France.[4]
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Hafsia Herzi (2018)
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Hauptdarstellerin Nadia Melliti bei der Präsentation des Films in Cannes
Veröffentlichung
Die Weltpremiere von Die jüngste Tochter fand am 16. Mai 2025 im Hauptwettbewerb des 78. Filmfestivals von Cannes statt.[6] Der Film wurde dort mit zwölf Minuten stehendem Applaus gefeiert.[7] Besonders gelobt wurde auch Hauptdarstellerin Nadia Melliti.[7] Die lange Applausdauer reiht den Film in die Liste der am meisten gefeierten Beiträge der Festivalgeschichte ein.[7]
Ein regulärer Kinostart in Frankreich erfolgte am 22. Oktober 2025 im Verleih von Ad Vitam.[3] In Deutschland brachte der Filmverleih Alamode den Film am 25. Dezember 2025 in die Kinos.[8][9]
Auszeichnungen
Für Die jüngste Tochter erhielt Hafsia Herzi ihre erste Einladung in den Wettbewerb um die Goldene Palme des Filmfestivals von Cannes. Titelheldin Nadia Melliti wurde für ihre schauspielerische Leistung mit dem Darstellerpreis geehrt. Darüber hinaus gewann der Film dort den LGBTQ-Preis Queer Palm.[10]
Im September 2025 gelangte Herzis Regiearbeit gemeinsam mit dem Animationsstreifen Arco sowie den Spielfilmen Ein einfacher Unfall, Nouvelle Vague und Vie privée in die engere Auswahl, Frankreich in der Kategorie Bester Internationaler Film bei der Oscarverleihung 2026 zu vertreten.[11] Auch wurde das Werk in die Vorauswahl zum Europäischen Filmpreis 2026 berücksichtigt.[12]
Literatur
- Fatima Daas: La petite dernière. Les Éditions Noir sur Blanc, Paris, 2020, ISBN 9782882506504.
- Die jüngste Tochter. Übersetzung Sina de Malafosse. Claassen, Berlin [2021], ISBN 978-3-546-10024-3.
Weblinks
- Offizielle Website von Ad Vitam (französisch)
- La petite dernière im Festivalprogramm von Cannes (englisch/französisch)
- Die jüngste Tochter bei crew united
- Die jüngste Tochter im Lexikon des internationalen Films
- Die jüngste Tochter bei IMDb
- Die jüngste Tochter beim deutschen Verleih Alamode
Einzelnachweise
- ↑ Freigabebescheinigung für Die jüngste Tochter. Freiwillige Selbstkontrolle der Filmwirtschaft (PDF; Prüfnummer: 273103).
- ↑ Die jüngste Tochter bei crew united (abgerufen am 10. April 2025).
- ↑ a b La Petite Dernière. In: allocine.fr (abgerufen am 10. April 2025).
- ↑ a b Fünf Kinokoproduktionen von ZDF und ZDF/ARTE im Wettbewerb von Cannes. In: presseportal.zdf.de, 10. April 2025 (abgerufen am 11. April 2025).
- ↑ La petite dernière. In: advitamdistribution.com (abgerufen am 22. April 2025).
- ↑ Zac Ntim: Cannes Competition: Aster, Trier, Dardennes, Reichardt, Ducournau & Wes Anderson Among Lineup — Full List. In: deadline.com, 10. April 2025 (abgerufen am 10. April 2025).
- ↑ a b c n-tv NACHRICHTEN: Film bekommt bei Festspielen in Cannes zwölf Minuten Applaus. Abgerufen am 17. Mai 2025.
- ↑ Die jüngste Tochter. In: Alamode Film. 25. November 2025, abgerufen am 24. Dezember 2025.
- ↑ Die jüngste Tochter bei filmstarts.de
- ↑ The Little Sister – Auszeichnungen. In: imdb.com (abgerufen am 26. Juni 2025).
- ↑ Melanie Goodfellow: Oscars: France Unveils Shortlist For 2026 Best International Feature Film Candidate. In: deadline.com (abgerufen am 10. September 2025).
- ↑ Feature Film Selection. In: europeanfilmawards.eu (abgerufen am 14. Oktober 2025).