Zyta Rudzka

Zyta Rudzka (* 10. November 1964 in Warschau) ist eine polnische Psychotherapeutin, Schriftstellerin und Drehbuchautorin.

Werk und Rezeption

Zyta Rudzka schreibt Gedichte, Romane und Drehbücher.

Ihr als erster ins Deutsche übersetzte Roman Doktor Josefs Schönste ist eine bizarr-verwirrende Geschichte über das Leben in einem polnischen Altersheim, in dem viele Auschwitz-Überlebende untergebracht sind. Unter ihnen ist die 80-jährige Czechna, die als 12-Jährige vom berüchtigten Lagerarzt Mengele angehimmelt worden war und in Angst einflößender Weise die absurd-erschreckenden Parallelen zwischen dem damaligen Lagerleben und der Gegenwart beschreibt.

2014 erschien der Roman Mikwe in deutscher Übersetzung. Dort wird in anspruchsvoller Prosa über mehrere Generationen hinweg das Schicksal der polnisch-jüdischen Familie Haberstein in Polen und Israel erzählt.

IIhr Roman Lachen kann, wer Zähne hat, der bei der Friedenauer Presse auf Deutsch erschienen ist, wurde insbesondere für seinen „unverwechselbaren und kompromisslosen Erzählstil” positiv bewertet, der „[den] Leser vom ersten Satz an [zwingt]”.[1] Es erzählt die Geschichte von Wera, einer Herrenfriseurin, deren Mann verstorben ist. Für die Beerdigung, um Schuhe für den Sarg zu finden, besucht Wera ehemalige Kunden, Bekannte, Weggefährten und ehemalige Liebhaber. Laut Tino Schlench ist es „der schnoddrig derbe Ton, der dem Buch seinen spezifischen Charme verleiht und es so lesenswert macht”.[2]

Veröffentlichungen

Prosa

  • Białe klisze (1993). Roman.
  • Uczty i głody (1995). Roman.
  • Pałac Cezarów (1997). Roman.
  • Mykwa (1999). Roman.
    • Mikwe. Roman. Übers. Sven Sellmer. Secession Verlag für Literatur, Zürich 2014, ISBN 978-3-905951-31-8.
  • Dziewczyny Bonda (2004). Roman.
  • Die Giftfresser. Kurzgeschichte. In: Hubert Wohlan, Friedrich Griese: Verwandtschaft ohne Wahl / Powinowactwo bez wyboru. (deutsch–polnisch). Anthologie. Deutsche Welle, Fibre Verlag, Osnabrück 2004, ISBN 978-3-929759-89-1.
  • Ślicznotka doktora Josefa (2006). Roman.
    • Doktor Josefs Schönste. Roman. Übers. Esther Kinsky. Ammann Verlag, Zürich 2009, ISBN 978-3-250-60124-1.
  • Z penisem jak z mężem – trudno o ideał (2008). Essay.
  • Krótka wymiana ognia (2018). Roman.
  • Tkanki miękkie (2020). Roman.
  • Ten się śmieje, kto ma zęby (2022). Roman.
    • Lachen kann, wer Zähne hat. Roman. Übers. Lisa Palmes. Friedenauer Presse, Berlin 2025, ISBN 978-3-7518-8046-6.
  • Tylko durnie żyją do końca (2025). Roman.

Gedichte

  • Ruchoma rzeczywistość (1989). Gedichtsammlung.

Theaterstücke

  • Seks, chemia i latanie. Fruwanie dla ornitologów (2005). Theaterstück.
  • Fastryga (2006). Theaterstück.
  • Cukier Stanik (2007). Theaterstück.
    • Zucker Büstenhalter, in: "...anfangen zu erzählen". Theateranthologie. Übers. Andreas Volk und Liliana Nelska. Neues Polnisches Theater, KLAK Verlag, Berlin 2015, ISBN 978-3-943767-63-6, S. 62–89.
  • Eskimos w podróży służbowej (2008). Theaterstück.
  • Pęknięta, obwiązana nitką (2010). Theaterstück.
  • Zimny Bufet (2011). Theaterstück.

Drehbücher

  • Wieczność dla nikogo (1995)

Literatur

  • Henryk Broder: Jüdischer Kalender 2009-2010, Augsburg 2009, 7. März/21. Adar
Commons: Zyta Rudzka – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

  1. Marta Kijowska: Zyta Rudzkas Roman „Lachen kann, wer Zähne hat“: Eine Stimme für all die wehrhaften Frauen. In: faz.net. Frankfurter Allgemeine Zeitung, 9. Oktober 2025, abgerufen am 14. Januar 2026.
  2. Tino Schlench: Zyta Rudzka: "Lachen kann, wer Zähne hat". In: deutschlandfunk.de. Deutschlandfunk, 14. November 2025, abgerufen am 14. Januar 2026.