Zwischen Himmel und Hölle (1993)
| Film | |
| Titel | Zwischen Himmel und Hölle |
|---|---|
| Originaltitel | Heaven & Earth |
| Produktionsland | Frankreich, USA |
| Originalsprache | Englisch, Vietnamesisch |
| Erscheinungsjahr | 1993 |
| Länge | 140 Minuten |
| Altersfreigabe |
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| Stab | |
| Regie | Oliver Stone |
| Drehbuch | Oliver Stone |
| Produktion | A. Kitman Ho, Robert Kline, Arnon Milchan, Oliver Stone |
| Musik | Kitarō |
| Kamera | Robert Richardson |
| Schnitt | David Brenner, Sally Menke |
| Besetzung | |
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| Chronologie | |
Zwischen Himmel und Hölle (Originaltitel: Heaven & Earth) ist ein US-amerikanischer Antikriegsfilm von Oliver Stone aus dem Jahr 1993. Die deutsche Synchronisation wurde erstellt von der Synchronfirma: Deutsche Synchron Film GmbH, Berlin, und Michael Richter war verantwortlich für die Dialogregie.[1]
Der Film basiert auf den Büchern Geboren in Vietnam. Die Geschichte einer mutigen Frau (Originaltitel: When Heaven and Earth Changed Places) von Le Ly Hayslip und Jay Wurts sowie Geboren in Vietnam – leben in USA. Der Lebensweg einer tapferen Frau (Originaltitel: Child of War, Woman of Peace) von Le Ly Hayslip und James Hayslip.
Handlung
Le Ly ist die Tochter eines Reisbauern im Dorf Ky La in Zentral-Vietnam. Sie arbeitet mit ihrer Mutter und den Geschwistern auf den heimatlichen Feldern. In der Freizeit widmet sie sich der Verehrung der Ahnen. Die Schrecken des Krieges kündigen sich an. Zunächst erlebt sie als Kind den Angriff der Franzosen, die das Dorf niederbrennen, jedoch erholt sich Ky La davon wieder. Allerdings sollten weitere Konflikte folgen.
Nachts nähern sich die kommunistischen Viet Cong dem Dorf. Le Ly ist 12 Jahre alt, als 1965 der erste US-Soldat im Reisfeld der Familie landet. Ihr Leben verändert sich für immer. Ihre Brüder werden in den Krieg geschickt und Le Ly hat bald eine Vision ihres jüngeren Bruders, der in dieser umkommt, was später von einem Zauberer, den die Familie nach nächtlichen Vorkommnissen zu sich lädt, bestätigt wird. Le Ly unterstützt die Kommunisten und gerät zwischen die Fronten. Erst wird sie von südvietnamesischen Regierungstruppen verhört und gefoltert, dann bezichtigen sie die Viet Cong des Verrats und vergewaltigen sie. Sie kann danach nicht mehr in Ky La bleiben und zieht mit ihrer Mutter nach Da Nang. Dort arbeitet sie zunächst mit ihrer Mutter als Dienstmädchen im Hause eines reichen Paares, jedoch verliebt sie sich in den Familienvater, der sie schließlich auch schwängert. Als ihre Schwangerschaft erkennbar wird, wird sie des Hauses verwiesen und arbeitet fortan auf der Straße, während ihre Mutter nach Ky La zurückkehrt.
Nach der Geburt eines unehelichen Kindes in Da Nang schlägt sie sich als Schwarzmarkthändlerin durch. Sie lebt zeitweise bei ihrer Schwester Kim, die als Prostituierte arbeitet, bevor sie infolge eines Besuchs ihres Vaters durch die eifersüchtige Kim auf die Straße gesetzt wird. Um das Leben ihres Kindes zu sichern, prostituiert sich auch Le Ly einmalig und erhält dadurch sehr viel Geld. Ihr Vater wird zunehmend krank und Le Ly besucht ihn und die Familie in Ky La. Ihr Vater schwört sie darauf ein, stets treu zu sich zu stehen und nicht zu vergessen, woher sie kommt und das die Ahnen stets auf sie achten werden. Kurze Zeit später stirbt ihr Vater durch Selbstmord und Le Ly übernimmt den Großteil der Kosten des Begräbnisses, bevor sie nach Da Nang zurückkehrt. Jahre später lebt sie recht gut, bis ihr der US-Sergeant Steve Butler den Hof macht. Sie verliebt sich in ihn und beide werden in den eskalierenden Krieg hinein gezogen. Le Ly bekommt ein weiteres Kind und entkommt 1970 mit Hilfe Butlers nach San Diego. Dort bekommt das Paar ein weiteres Kind. Doch das vermeintliche Paradies entpuppt sich zunehmend als Albtraum. Der Rassismus im Alltag und das unbewältigte Vietnam-Trauma ihres Ehemanns machen ihr Leben zur Hölle. Butler gibt zu, bei schwarzen Operationen viele Menschen gezielt und brutal getötet zu haben.
Beide streiten sich immer mehr, bis es zur Trennung kommt und Butler zwei seiner Kinder mit Le Ly von der Schule zu sich holt und sie als de facto Geißeln nimmt. Le Ly wird durch ihre Schwester Kim, die ebenfalls nach San Diego gekommen ist und einen von Butlers Kameraden geheiratet hat, gewarnt, das die Söhne bei ihr sind. Während der Scheidung begeht Butler Selbstmord, nachdem Le Ly sich nach einem Tempelbesuch an ihn wendet und an das Gute in ihm appelliert. Danach kehrt Le Ly schließlich als inzwischen reiche Amerikanerin mit ihren Söhnen nach Vietnam Ky La zurück. In Saigon besucht sie den Vater ihres ältesten Sohnes und ermöglicht ihm und ihrem Sohn sich kennen zu lernen. Zum ersten Mal nach 16 Jahren sieht sie die Heimat wieder. Auch dort sind die Wunden des Krieges nicht verheilt. In Ky La wird sie von ihrem überlebenden Bruder als Verräterin angesehen und aus Angst, das ihr Besuch das Dorf erneut gegen die Familie aufbringen wird, zurückgewiesen. Ihre Mutter zeigt sich jedoch versöhnlich und nimmt sie wieder in den Kreis der Familie auf, deutet aber auch an, das sie bald sterben wird.
Le Ly sinniert vor dem elterlichen Haus und den Reisfeldern über ihr Leben zwischen den Welten nach und trifft nachts den Geist ihres Vaters, der sie danach – wohl beruhigt, dass sie nach Hause gekommen ist – nie wieder besucht.
Kritik
„Nach einem harten, eindrucksvollen Beginn gehen Ansätze zur psychologischen und philosophischen Vertiefung in hemmungsloser Rührseligkeit und Karikatur verloren.“
Hintergrund
Nach Platoon (1986) und Geboren am 4. Juli (1989) wollte Oliver Stone im letzten Teil seiner Vietnam-Trilogie die Ereignisse aus der Sicht der vietnamesischen Bevölkerung schildern. Für sein Drehbuch benutzte er die autobiografischen Romane When Heaven and Earth changed Places und Child of War, Woman of Peace von Le Ly Hayslip.
Für die Besetzung der weiblichen Hauptrolle war ein aufwendiger Casting-Prozess in mehreren amerikanischen Städten, Hongkong und Bangkok organisiert worden, an dem 16.000 Kandidatinnen teilnahmen.[3]
Bei einem Budget von etwa 33 Millionen spielte der Film lediglich 5 Mio. an den US-Kassen ein.[4]
Auszeichnungen (Auswahl)
Komponist Kitarō wurde für die Komposition, die in diesem Film verwendet wurde, mit einem Golden Globe ausgezeichnet.
Soundtrack
Die im Film eingesetzte Musik beinhaltet neben Beiträgen von Donovan, Procol Harum und BB Chung King & The Buddaheads auch rituelle Musik des tibetischen Buddhismus.
Literatur
- Le Ly Hayslip und Jay Wurts: Geboren in Vietnam. Die Geschichte einer mutigen Frau (Originaltitel: When Heaven and Earth Changed Places). Deutsch von Brigitte Jakobeit. Heyne, München 1994, 383 S., ISBN 3-453-07206-5
- Le Ly Hayslip und James Hayslip: Geboren in Vietnam – leben in USA. Der Lebensweg einer tapferen Frau (Originaltitel: Child of War, Woman of Peace). Deutsch von Liselotte Julius. Heyne, München 1994, 477 S., ISBN 3-453-07506-4
- Michael Singer: Oliver Stone’s Heaven and earth : verfilmt unter dem Titel „Zwischen Himmel und Hölle“. Deutsch von Wilfried Oppermann. Lübbe, Bergisch Gladbach 1994, 223 S., ISBN 3-404-12158-9
Weblinks
- Zwischen Himmel und Hölle bei IMDb
- Zwischen Himmel und Hölle in der Online-Filmdatenbank
- Zwischen Himmel und Hölle bei Rotten Tomatoes (englisch)
- Bußpredigt mit Buddha. Der Spiegel 4/1994
Einzelnachweise
- ↑ Zwischen Himmel und Hölle. In: Deutsche Synchronkartei. Abgerufen am 19. Dezember 2017.
- ↑ Zwischen Himmel und Hölle. In: Lexikon des internationalen Films. Filmdienst, abgerufen am 2. März 2017.
- ↑ vgl. Ebert, Roger: Oliver Stone Concludes His Vietnam Trilogy. In: Chicago Sun-Times, 26. Dezember 1993, Show, S. 1.
- ↑ Heaven & Earth, boxofficemojo.com