Zwillingssätze von Brun
Die Zwillingssätze von Brun sind zwei Sätze des mathematischen Gebiets der Analytischen Zahlentheorie. Sie gehen zurück auf den norwegischen Mathematiker Viggo Brun und liefern zwei Ungleichungen für gewisse äquidistante Paare von Primzahlen und damit insbesondere für Primzahlzwillinge. Die Beweise beider Sätze lassen sich mit Siebmethoden führen.[1][2][3]
Formulierung
An die Darstellung von Georg Johann Rieger angelehnt lassen sich die Sätze folgendermaßen formulieren:[1.1]
- Satz I
- Es existiert eine positive Zahl derart, dass für jede reelle Zahl und jede natürliche Zahl die dazu gehörige Anzahl
- stets der Ungleichung
- genügt.[AuH 1]
- Satz II [AuH 2]
- Es existiert eine positive Zahl derart, dass für jede natürliche Zahl die Ungleichung
-
- besteht.[AuH 3][AuH 4]
Quellen und Literatur
- Steven R. Finch: Mathematical Constants (= Encyclopedia of Mathematics and its Applications. Band 94). Cambridge University Press, Cambridge [u. a.] 2003, ISBN 0-521-81805-2, Kap. 2 (zbMATH Open).
- Karl Prachar: Primzahlverteilung (= Die Grundlehren der mathematischen Wissenschaften in Einzeldarstellungen. Band 91). Springer-Verlag, Berlin, Göttingen, Heidelberg 1957, Kap. 2 (zbMATH Open).
- Georg Johann Rieger: Zahlentheorie (= Studia Mathematica. Band XXIX). Vandenhoeck & Ruprecht, Göttingen 1976, Kap. 8 (zbMATH Open).
- Harald Scheid: Zahlentheorie. 2. Auflage. BI-Wissenschaftsverlag, Mannheim, Leipzig, Wien, Zürich 1994, ISBN 3-411-14842-X, Kap. 8.
Einzelnachweise
- ↑ Georg Johann Rieger: Zahlentheorie. Vandenhoeck & Ruprecht, Göttingen 1976, S. 120 ff.
- ↑ S. 120 & S. 122
- ↑ Karl Prachar: Primzahlverteilung. Springer-Verlag, Berlin et al. 1957, S. 50 ff.
- ↑ Harald Scheid: Zahlentheorie. BI-Wissenschaftsverlag, Mannheim et al. 1994, S. 466 ff.
Anmerkungen und Hinweise
- ↑ Dabei wird mit der natürliche Logarithmus bezeichnet und mit die eulersche Phi-Funktion.
- ↑ Satz II beruht auf Satz I. Dabei spielt für den Beweis eine Rolle, dass für jedes die Reihe
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- ↑ Mit Satz II ist insbesondere gesichert, dass die aus den Kehrwerten aller Primzahlzwillinge gebildete endliche oder unendliche Summe
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- ↑ Aus Satz II kann jedoch weder eine Bestätigung noch eine Widerlegung der Primzahlzwillingsvermutung geschlussfolgert werden. Angesichts des bekannten Satzes von Euler, wonach
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