Zwei-Prozent-Ziel

Das Zwei-Prozent-Ziel ist eine Verpflichtung der NATO-Staaten, zwei Prozent des Bruttoinlandsprodukts (BIP) für Verteidigung auszugeben. Formuliert wurde das Ziel ursprünglich 2002, als Bulgarien, Rumänien und die Slowakei der NATO beitraten. Es wurde beschlossen, dass auch alle anderen NATO-Staaten diese Zielmarke einhalten sollten. Das Ziel war jedoch nicht sehr verbindlich. Nach der Annexion der Krim durch Russland wurde auf dem NATO-Gipfel in Wales 2014 dieses Ziel noch mal bestätigt, und alle NATO-Staaten sollten bis 2024 zwei Prozent ihres BIPs für Verteidigung ausgeben.[1]

2015 hatten erst Griechenland, Polen, das Vereinigte Königreich, Estland und die USA das Zwei-Prozent-Ziel erreicht.[2] Im Jahr 2025 wurde Hochrechnungen zufolge zum ersten Mal das Zwei-Prozent-Ziel von allen NATO-Staaten erreicht. Ausnahme ist Island, das keine eigenen Streitkräfte unterhält.[3]

Auf dem NATO-Gipfel in Den Haag 2025 wurde dieses Ziel durch den The Hague Defence Investment Plan ersetzt, der den NATO-Staaten bis 2035 ein Fünf-Prozent-Ziel auferlegt.[4]

Einzelnachweise

  1. Leonard Flach: Die Nato-Mitglieder rüsten auf – ein Überblick. Das nordatlantische Verteidigungsbündnis kommt seinem Ausgabenziel näher. Doch was bedeutet das für die Kampfkraft der Nato? 18. Juni 2024, abgerufen am 15. November 2025.
  2. Jan Techau: THE POLITICS OF 2 PERCENT. (pdf) NATO and the Security Vacuum in Europe. In: Carnegie Endowment for International Peace. 2015, S. 5, abgerufen am 15. November 2025 (englisch).
  3. Erstmals erreichen alle Nato-Staaten das Zwei-Prozent-Ziel – das ist der Spitzenreiter. 29. August 2025, abgerufen am 15. November 2025.
  4. NATO concludes historic Summit in The Hague. 25. Mai 2025, archiviert vom Original; abgerufen am 15. November 2025.