Zinaida Jurjewskaja
Zinaida Jurjewskaja (auch Sinaida Jurjevskaya, * 10. Juni 1892 in Tartu (Dorpat), Estland; † 3. Dezember 1925 in Andermatt, Schweiz) war eine russische, später estländische Opernsängerin in der Stimmlage Sopran.
Leben und Werk
Zinaida Jurjewskaja wurde als Zinaida Lenkina geboren und führte ihren Künstlernamen in Erinnerung an Jurjew, der russischen Namensform ihrer Geburtsstadt. Sie studierte bis 1918 am Sankt Petersburger Konservatorium bei Alma Fohström Gesang und debütierte im Mai 1920 am Mariinski-Theater als Tatjana in der Oper Eugen Onegin. 1921 wurde sie in Russland als Geisel für ihren Ehemann vorübergehend inhaftiert und kehrte daraufhin nach Estland zurück.
In Deutschland debütierte sie im Dezember 1922 mit einem Arien- und Liederabend[1] und sang im Juni 1923 an der Berliner Staatsoper die Partie der Königin von Schemacha in der Erstaufführung von Der goldene Hahn (Dirigent: Leo Blech); im März 1924 folgte die Titelrolle in der Premiere der Oper Jenufa (Dirigent: Erich Kleiber).[2] Mit dem Ensemble der Berliner Staatsoper gastierte Jurjewskaja im Februar 1925 in Amsterdam als Sophie im Rosenkavalier.[3]
1918 heiratete sie in Sankt Petersburg den baltischen Offizier und späteren Bildhauer Georg von Bremer (* 1890 in Tartu; † 1935 in Berlin).[4]
Während eines Urlaubes in Andermatt stürzte sie sich in die Schöllenenschlucht.[5]
Basierend auf dem tragischen Ende der Opernsängerin wurde 2019 von den einheimischen Schauspielerinnen Heidi Danioth und Marielouise Gamma die theatralische Führung „Verschollen in der Tiefe“ durchgeführt.
Tondokumente
Zinaida Jurjewskaja hinterließ relativ wenige Schallplatten auf Homocord (6 Titel, Berlin 1923/24), Parlophon (3 Titel, Berlin 1924) und Deutsche Grammophon (2 Titel, Berlin 1925). Davon wurden 6 Titel auf CD wiederveröffentlicht: Aline Sanden / Zinaida Jurjevskaja (Preiser Records/Lebendige Vergangenheit 89196, Wien 1999).
Literatur
- Zinaida Jurjevskaja. In: Julius Kapp: Die Staatsoper Berlin 1919 bis 1925: ein Almanach. Deutsche Verlags-Anstalt, Berlin 1926. Nach S. 208.
- Karl-Josef Kutsch, Leo Riemens, Hansjörg Rost: Großes Sängerlexikon. Vierte, erweiterte und aktualisierte Auflage. K. G. Saur, München 2003, ISBN 3-598-11598-9 (7 Bände). S. 2293
Einzelnachweise
- ↑ Führer durch die Konzertsäle Berlins vom 4. bis 17. Dezember 1922 [1]
- ↑ 250 Jahre Opernhaus Unter den Linden. Propyläen, Berlin 1992, ISBN 3-549-05209-X, S. 414 f
- ↑ Concertgebouworkest/Concert archive [2]
- ↑ Standesamt Berlin-Charlottenburg III, Sterbeurkunde Nr. 2093 vom 4. September 1935
- ↑ Fotografie des Tatorts in der Schöllenenschlucht, 1925. In: Zürcher Illustrierte. Nr. 22, 14. Dezember 1925, S. 16.
Weblinks
- Heili Reinart: "Zinaida Jurjevskaja – Tartust tõusnud ja Šveitsis kärestikku langenud täht" (Zinaida Jurjevskaja – ein Star, der in Tartu aufstieg und sich in der Schweiz in Stromschnellen stürzte). Vom 3. Januar 2017, Abruf am 27. Oktober 2024 [3]
- Jurjewskaja, Zinaida – Faces of Historical Opera. In: Internet Archive
- Theatertour Schöllenen „Verschollen in der Tiefe“ feiert Premiere. Website von Andermatt (Medienmitteilung; PDF; 48 kB)
- Forum Grammophon-Platten mit ausführlichem Lebenslauf und detaillierten Berichten zum Tod der Sängerin
- Zinaida Jurjewskaja bei Discogs