Zilpha Elaw

Zilpha Elaw (* um 1790 bei Philadelphia, Pennsylvania; † 1873 in London) war eine US-amerikanische methodistische Wanderpredigerin und spirituelle Autobiografin, die zu den frühesten öffentlich predigenden schwarzen Frauen in den USA zählt.[1][2] Sie wirkte zunächst im Nordosten der Vereinigten Staaten und setzte ihre Predigttätigkeit ab 1840 im Vereinigten Königreich fort.[3][4] Ihre Memoiren erschienen 1846 in London und zählen heute zu den wichtigen Quellen zur religiösen Kultur des 19. Jahrhunderts aus dem Blickwinkel einer schwarzen Frau.[5][6]

Leben und Wirken

Elaw wurde nahe Philadelphia (Pennsylvania) als Tochter freier schwarzer Eltern geboren und wuchs in einer tief religiösen Familie auf.[3][2] Nach dem Tod der Mutter, als sie zwölf Jahre alt war, kam sie in den Haushalt eines Quäker-Ehepaars, was sie später in ihren Erinnerungen als prägend schilderte.[3][5] Im Jahr 1808 schloss sie sich einer methodistischen Gemeinschaft an.[3] Um 1810 heiratete sie Joseph Elaw, einen Tuchwalker, und die Familie lebte in Burlington (New Jersey), wo eine Tochter geboren wurde.[2] Auf einem Erweckungslager erlebte sie eine Trance, hielt erstmals öffentlich eine Ansprache und beschrieb Visionen sowie eine persönliche Berufung zum Predigtdienst.[5][2] Nach dem Tod ihres Mannes in den 1820er-Jahren eröffnete sie mit Unterstützung von Quäkern eine Schule für schwarze Kinder in Burlington und begann intensiver zu reisen und zu predigen.[2] 1840 reiste Elaw nach England, wo sie sich dauerhaft niederließ und 1850 den Londoner Kaufmann Ralph Bressey Shum heiratete.[2][1] Elaw starb 1873 in London.[1][2]

Als Wanderpredigerin bereiste Elaw die Neuenglandstaaten bis nach Maine und die südlichen Mittelatlantikstaaten bis nach Virginia; sie predigte vor Schwarzen und Weißen, Versklavten und Versklavern.[2][7] Zeitgenössische Berichte und ihre Autobiografie schildern, dass ihre Predigten zu Bekehrungen führten und zugleich auf Widerstände stießen, was Elaw theologisch als Wirken des Heiligen Geistes deutete.[5][7] Ab 1840 setzte sie ihre Tätigkeit im Vereinigten Königreich fort, wobei sie – so die Forschung – die Spannung zwischen US-Erweckungsfrömmigkeit und viktorianischer Religionskultur scharf beobachtete und kommentierte.[4] Im Jahr 1846 veröffentlichte sie ihre Memoiren in London, die autobiografische, geistliche und Reiseliteratur verbinden und daher in der Forschung als eigenständiger und wichtiger Beitrag zur afroamerikanischen Literatur gelten.[5][6] In den USA wird Elaw – neben Jarena Lee und Julia A. J. Foote – häufig als Vorreiterin weiblicher Predigt im afroamerikanischen Protestantismus erinnert.[7][6] Neuere Ausgaben und bibliothekarische Erschließungen haben ihre Memoiren als Quelle für Theologie-, Geschlechter- und Transatlantikforschung erneut zugänglich gemacht.[6]

Einzelnachweise

  1. a b c Elaw [née Panco; other married name Shum], Zilpha (1793?–1873), preacher and author. In: Oxford Dictionary of National Biography. 10. Oktober 2019, abgerufen am 27. September 2025 (englisch).
  2. a b c d e f g h Zilpha Elaw (1790–1873). In: BlackPast.org. 29. Januar 2007, abgerufen am 27. September 2025 (englisch).
  3. a b c d Zilpha Elaw. In: Pennsylvania Center for the Book. Abgerufen am 27. September 2025 (englisch).
  4. a b Unlikely Pilgrim: The English Journey of Zilpha Elaw. In: International Journal of Religious Tourism and Pilgrimage. 2017, abgerufen am 27. September 2025 (englisch).
  5. a b c d e Memoirs of the Life, Religious Experience, Ministerial Travels and Labours of Mrs. Zilpha Elaw. In: Internet Archive (Erstausg. London 1846). 1846, abgerufen am 27. September 2025 (englisch).
  6. a b c d Disrupting Print: Emigration, the Press, and Narrative Subjectivity in the British Preaching and Writing of Zilpha Elaw, 1840–1860s. In: MELUS (Oxford Academic). 2015, abgerufen am 27. September 2025 (englisch).
  7. a b c Three Black Women Who Preached With the Power of the Holy Spirit. In: Christianity Today. 21. Februar 2023, abgerufen am 27. September 2025 (englisch).