Ziegenfuß-Prunkwinde

Ziegenfuß-Prunkwinde

Ziegenfuß-Prunkwinde (Ipomoea pes-caprae)

Systematik
Asteriden
Euasteriden I
Ordnung: Nachtschattenartige (Solanales)
Familie: Windengewächse (Convolvulaceae)
Gattung: Prunkwinden (Ipomoea)
Art: Ziegenfuß-Prunkwinde
Wissenschaftlicher Name
Ipomoea pes-caprae
L.

Die Ziegenfuß-Prunkwinde (Ipomoea pes-caprae), auch Strandwinde genannt, ist eine Pflanzenart aus der Gattung der Prunkwinden (Ipomoea) innerhalb der Familie der Windengewächse (Convolvulaceae). Sie ist weltweit an tropischen Stränden und Ufern zu finden. Diese Art sollte nicht verwechselt werden mit der Strandwinde (Calystegia soldanella).

Beschreibung

Vegetative Merkmale

Die Ziegenfuß-Prunkwinde ist eine ausdauernde krautige[1] oder leicht sukkulente Pflanze und breitet sich kriechend oder kletternd aus. Die Pflanzenteile sind kahl. Die Stängel sind dick und können bis zu 20 Meter lang werden. Es ist eine dicke Pfahlwurzel vorhanden.[1] Die Wurzeln sind lang und von einer dicken braunen Rinde umgeben.

Die wechselständig angeordneten Laubblätter sind in Blattstiel und -spreite gegliedert. Der Blattstiel ist mit einer Länge von 2 bis 10 Zentimetern relativ lang.[1] Die sehr dicke Blattspreite ist bei einer Länge von 3,5 bis 9 Zentimetern sowie einer Breite von 3 bis 10 Zentimetern eiförmig, elliptisch, nierenförmig, mehr oder weniger quadratisch bis länglich[1] oder nahezu kreisförmig, das obere Ende ist breit-gerundet, ausgebuchtet oder leicht bis tief zweilappig oder stachelspitzig[1] und die Basis ist breit-keilförmig, gestutzt, etwas herzförmig[1] oder gerundet. Der Blattrand ist glatt.[1] An der Basis der Mittelrippe ist auf der Unterseite beidseitig eine Drüse auszumachen. Zum Schutz vor der Hitze in den Habitaten weisen die Blätter aufrecht.

Generative Merkmale

Die Blütenstände bestehen aus einer bis mehreren Blüten. Die kräftige, meist gegabelte Blütenstandsschaft ist etwa so lang wie die Blattstiele. Die Blütenstiele sind 2 bis 5 Zentimeter lang und schlank.

Die etwa 1 Zentimeter langen Kelchblätter sind oval oder nahezu kreisförmig und am oberen Ende ist gerundet oder stumpf. Die Krone weist eine Länge von 4 bis 5 Zentimeter sowie einen Durchmesser von 5 bis 8 Zentimeter und ist rosa- bis purpurfarben, das Saftmal ist dunkler.

Die Kapselfrüchte sind bei einer Länge von etwa 1,5 Zentimetern eiförmig-kugelig und springen durch vier Klappen auf. Sie enthalten in zwei Samenkammern vier Samen. Die Samen dicht dunkel-braun behaart sind.

Chromosomensatz

Die Chromosomengrundzahl beträgt x = 15; es liegt meist Diploidie mit einer Chromosomenzahl von 2n = 30 vor.[2][1]

Vorkommen

Die Ziegenfuß-Prunkwinde ist weltweit an tropischen Stränden verbreitet, wo sie zu den Pionierpflanzen zählt und teilweise als Kennart bestimmter Pflanzengesellschaften in Erscheinung tritt, so zum Beispiel in der nach ihr benannten „pes-caprae-Formation“, wo sie vor allem mit der Strandbohne (Canavalia rosea (Sw.) DC.), einer Hülsenfrüchtler-Art mit ähnlichem Habitus, auftritt. Durch das starke Wurzelwerk bindet sie den Sand und verhindert das Wegspülen des Bodens. Die Ziegenfuß-Prunkwinde besiedelt aber auch nicht-marine Standorte im Inland oder an Süßwasserstränden.[3][4]

Taxonomie

Die Erstveröffentlichung erfolgte 1753 unter dem Namen (Basionym) Convolvulus pes-caprae durch Carl von Linné in Species Plantarum, Tomus I, Seite 159. Die Neukombination zu Ipomoea pes-caprae (L.) R.Br. wurde 1818 durch Robert Brown in Observations systematical and geographical on the herbarium collected by Professor Christian Smith, in the vicinity of the Congo, Seite 58 veröffentlicht.[5]

Etymologie

Der deutsche Trivialname Ziegenfuß-Prunkwinde leitet sich von der Form der Laubblätter ab, die an einen Ziegenfuß erinnern. Das ist auch die Bedeutung des Artepitheton pes-caprae.[6]

Nachweise

Literatur

  • Paul Carpenter Standley und Louis Otho Williams (Hrsg.): Flora of Guatemala, Fieldiana: Botany, Band 24, Teil IX, Nummer 1 und 2, Field Museum of Natural History, 1970.
  • Henri Alain Liogier: Descriptive Flora of Puerto Rico and Adjancent Islands, Spermatophyta, Band IV: Melastomataceae to Lentibulariaceae. Universidad de Puerto Rico, 1995, ISBN 0-8477-2337-2.
  • Gordon Cheers (Hrsg.): Botanica, Tandem Verlag GmbH, 2003, ISBN 3-8331-1600-5. S. 474.

Einzelnachweise

  1. a b c d e f g h Ruizheng Fang, George Staples: Ipomoea. In: Wu Zheng-yi, Peter H. Raven (Hrsg.): Flora of China, Volume 16: Gentianaceae through Boraginaceae. Science Press und Missouri Botanical Garden Press, Beijing und St. Louis, 1995, ISBN 0-915279-33-9. textgleich online wie gedrucktes Werk.
  2. Ipomoea pes-caprae bei Tropicos.org. In: IPCN Chromosome Reports. Missouri Botanical Garden, St. Louis
  3. K. Paijmans: Vegetation (PDF; 4,9 MB). In: K. Paijmans, M.M.J. van Balgooy, J. M. Powell: New Guinea Vegetation, 1976, CSIRO, Canberra, S. 28
  4. William Edwin Safford: The Useful Plants of the Island of Guam. In: Contributions from the United States National Herbarium, Band IX, 1905. S. 299
  5. Ipomoea pes-caprae bei Tropicos.org. Missouri Botanical Garden, St. Louis
  6. Helmut Genaust: Etymologisches Wörterbuch der botanischen Pflanzennamen. 3., vollständig überarbeitete und erweiterte Auflage. Birkhäuser, Basel/Boston/Berlin 1996, ISBN 3-7643-2390-6.
Commons: Ziegenfuß-Prunkwinde (Ipomoea pes-caprae) – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Ipomoea pes-caprae. In: U. Brunken, M. Schmidt, S. Dressler, T. Janssen, A. Thiombiano, G. Zizka: West African plants – A Photo Guide. Forschungsinstitut Senckenberg, Frankfurt am Main 2008.