Ziegelmehl (Baustoff)
Bei Ziegelmehl handelt es sich um ein Produkt aus zerkleinerten Ziegelsteinen. Bei größerer Korngröße werden gebrochene Ziegelsteine als Ziegelsplitt bezeichnet.
Herstellung
Die Herstellung erfolgt durch Zerkleinern von Ziegelabfällen oder sortenreinem Ziegelschutt aus Dach- und Mauerziegeln in Hammerbrechern und anschließendes Aussieben.[1]
Eigenschaften
Auch die Brenntemperatur des Ziegels verändert die Eigenschaften des Mehls: Je stärker der Ziegel gebrannt wurde (Klinker, Schamotte), desto hydraulischer sind seine Eigenschaften.
Verwendung
Ziegelmehl wurde früher, gemischt mit Öl, zur Zubereitung von sogenanntem Ziegelöl mittels Destillation verwendet.[2][3][4] Heute verwendet man Ziegelmehl als Zuschlagstoff, um Kalkmörtel mit hydraulischen Eigenschaften[5] zu versehen und damit die Festigkeit zu steigern. Ziegelmehl aus hochtemperaturgebrannten Schamotte-Ziegeln kann bei der Herstellung von Kalksandstein als Zuschlag mit ungefähr einem Teil Schamotte auf zwei Teile Sand zugesetzt werden.
Fein gemahlenes Ziegelmehl kann bei Putzmörtel als farbgebender Zusatz verwendet werden.[5] Je nach Ausgangsmaterial erhält man Pigment in Gelb-, Rot- und Brauntönen. Um die Eigenschaften des Putzes nicht zu verändern, verwendet man hier eher weiche, niedertemperaturgebrannte Ziegel (aus Abbruchgebäuden).
Stark tonhaltigen keramischen Massen setzt man Ziegelmehl zu, um diese abzumagern.[5]
Ziegelmehl dient als Belag für Tennisplätze[5] und wird in diesem Zusammenhang auch als Tennissand oder Tennismehl bezeichnet.[6][7] Es unterliegt der Norm DIN 18035/5,[6] die Gütesicherung ist in RAL-GZ 515/1 geregelt.
Im Luftverkehr wird Ziegelmehl als Belag von Start- und Landebahnen auf einigen sehr kleinen Flugplätzen verwendet. Beispiele für Flugplätze mit Ziegelmehl als Bahnbelag sind die portugiesischen Flugplätze Sines und Praia Verde.
Einzelnachweise
- ↑ Ziegelmehl. Returnal, abgerufen am 30. Januar 2022.
- ↑ Gundolf Keil: Die ‚Cirurgia‘ Peters von Ulm. Untersuchungen zu einem Denkmal altdeutscher Fachprosa mit kritischer Ausgabe des Textes (= Forschungen zur Geschichte der Stadt Ulm. Band 2). Stadtarchiv, Ulm 1961 (Zugleich Philosophische Dissertation Heidelberg 1960), S. 359 (Benedictenöl bzw. Ziegelsteinöl, laut August Knapp „Öl, hergestellt aus Ziegelsteinmehl und Baumöl“) und 435–436 (petroliumöl, petroliumöle: Erdöl, Petroleum, sowie das aus einem Erdöl-Ziegelmehl-Gemisch gewonnene Destillat, das je nach dem Destillationsvorgang mehr oder weniger viel von den ursprünglichen Rohölbestandteilen enthält).
- ↑ Julius Ruska: Al-Razi’s Buch Geheimnis der Geheimnisse. Mit Einleitung und Erläuterungen in deutscher Übersetzung ( vom 28. September 2007 im Internet Archive) Springer, Berlin 1937 (= Quellen und Studien zur Geschichte der Naturwissenschaften und der Medizin. Band 6), S. 221.
- ↑ Grabadin. Manuskript. Frankfurt Ms Praed. 9, [S.l.] um 1440, Blatt 45vb (Digitalisat) ..... Grabadin. Druck. Übers. aus dem Arab. korr. und hrsg. von Johannes Theobaldus und Marcus de Papia. Prüss, Straßburg 1478, Blatt 68 (Digitalisat)
- ↑ a b c d Ton-Ziegelmehl. Pilosoth, abgerufen am 30. Januar 2022.
- ↑ a b Tennissand und Ziegelmehl… Returnal, abgerufen am 30. Januar 2022.
- ↑ Christian Albrecht Barschel: Sandtastisch: Die Produktion von Tennismehl. In: Tennismagazin. Nr. 3, 2019 (tennismagazin.de [abgerufen am 15. Februar 2023]).