Zeughaus (Schwäbisch Hall)
| Zeughaus | |
|---|---|
| Daten | |
| Ort | Schwäbisch Hall |
| Anschrift | Rosenbühl 14 |
| Baujahr | 1505 |
| Bauzeit | 28 Jahre (mit Pausen) |
| Koordinaten | 49° 6′ 40,8″ N, 9° 44′ 19,5″ O |
Das ehemalige Zeughaus, auch Neubau, Büchsenhaus oder Altes Zeughaus genannt, am Rosenbühl 14 in Schwäbisch Hall ist ein denkmalgeschütztes historisches Gebäude aus dem frühen 16. Jahrhundert, das heute als Veranstaltungsstätte für kulturelle und gesellschaftliche Anlässe genutzt wird.[1][2][3][4]
Geschichte
Der Steinbau mit fünfstöckigem[5] Steildach steht an der höchsten Stelle der Altstadt von Schwäbisch Hall[4] vor einem gut erhaltenen Teil der mittelalterlichen Stadtmauer nahe dem Langenfelder oder Crailsheimer Tor[6] und gilt als größtes und auffälligstes Haus der Stadt.[7] Der Grundriss hat die Form eines unregelmäßigen Parallelogramms.[5]
Der Bau wurde – zur Bauzeit am östlichen Ende der Stadt[5] – laut Gradmann ab 1505 errichtet und wohl erst 1533 endgültig fertiggestellt. Geplant gewesen sei er als Büchsenhaus (Zeughaus) und Kornspeicher. Diese Nutzung ist auch durch eine Erläuterung in Herolts Chronik belegt, in der es heißt, dass man „oben Traid und unten das geschütz“[2] untergebracht habe. Allerdings soll schon 1604 in dem Gebäude auch Theater gespielt worden sein.[8]
1510[2] trat wegen Streitigkeiten zwischen Adel und Bürgerschaft offenbar eine Pause im Bau des Hauses ein, während der sich das Konzept änderte: In der Erdgeschosshalle finden sich mehrere steinerne Rundpfeiler mit Gewölbeanfängen, während das Gebälk ansonsten von Eichenholzstützen getragen wird. Auch Strebepfeiler an der nördlichen Langseite weisen darauf hin, dass das Erdgeschoss ursprünglich eingewölbt werden sollte. Außerdem sind neben Fenstern mit spätgotischem Vorhangbogen auch jüngere Fensterformen an dem Gebäude zu bemerken.[2] Dendrochronologische Untersuchungen des verbauten Holzes lassen eine Datierung auf die Jahre 1526 und 1527 zu. Auf dieses Jahr verweist auch die Inschrift einer Steintafel an der nordöstlichen Giebelseite,[2] die außerdem die als Reliefs gearbeiteten Wappen des Reichs und der Stadt zeigt, die von einem Putto gehalten werden. Der Doppeladler auf dem heraldisch rechten Wappen wurde abgemeißelt, als Hall 1802 seinen Status als Reichsstadt verlor, und wurde im 20. Jahrhundert rekonstruiert. Der Putto, der zwischen den beiden Wappen steht und diese mit ausgebreiteten Armen festhält, ist deutlich größer als zwei weitere Putti, die liegend und die Wappenschilde stützend dargestellt wurden. Die gleiche Wappenkombination findet sich – ohne schmückendes oder stützendes Beiwerk – am äußeren Langenfelder/Crailsheimer Tor. Auch hier fiel die Originalgestalt der Wappenschilde der Geschichte zum Opfer. Der Reichsadler wurde mit dem württembergischen Wappen übermalt, der andere Wappenschild mit dem Stadtwappen mit Kreuz und Hand. Später wurde der originale Wappenstein überhaupt entfernt; der heute am Tor befindliche Stein ist eine Rekonstruktion.[5]
Das ehemalige Büchsenhaus diente ab 1803 als Fruchtkasten, gehörte 1827 dem Königlichen Cameralamt Hall und wurde am 8. Oktober 1925 in das Landesverzeichnis der Baudenkmale in Württemberg eingetragen.[1] 1979 erfolgte der Umbau zu einer Festhalle mit Theatersaal.[5]
Heute dient der Neubau als Veranstaltungsstätte für kulturelle und gesellschaftliche Anlässe mit einer Kapazität von bis zu 400 Personen.[4][9] Für Ende 2026 ist eine umfassende Sanierung vorgesehen.[10]
Weblinks
Einzelnachweise
- ↑ a b Das Zeughaus im Gebäudeverzeichnis Schwäbisch Hall. In: haeuserlexikon.de. Stadt Schwäbisch Hall, abgerufen am 20. Juli 2025.
- ↑ a b c d e Eugen Gradmann: Die Kunst- und Altertums-Denkmale der Stadt und des Oberamtes Schwäbisch-Hall. Paul Neff Verlag, Esslingen a. N. 1907, OCLC 31518382, S. 70 (Textarchiv – Internet Archive).
- ↑ www.strassenkatalog.de
- ↑ a b c Architekturrundgang: Stadt Schwäbisch Hall. Abgerufen am 20. Juli 2025.
- ↑ a b c d e www.welt-der-wappen.de
- ↑ www.quermania.de
- ↑ www.quermania.de
- ↑ www.kulturpur.de
- ↑ www.schmeck-den-sueden.de
- ↑ Tobias Würth: Gravierende Mängel erfordern Sanierung: Haller Neubau-Saal ab Ende 2026 gesperrt. In: swp.de. Südwest Presse, 9. November 2024, abgerufen am 2. Januar 2026.