Der zentrale Grenzwertsatz der Wahrscheinlichkeitstheorie formuliert Bedingungen, unter denen das Mittel einer hinreichend großen Zahl unabhängiger Zufallsvariable endlichen Mittels und endlicher Varianz approximativ einer Normalverteilung genügt.
Für Richtungsstatistiken werden Richtungen (Einheitsvektoren im Rn), Achsen (eindimensionale Untervektorräume im Rn) oder Rotationen in Rn betrachtet.[1] Mittel und Varianzen von Richtungsgrößen sind endlich, sodass der zentrale Grenzwertsatz insbesondere auf Richtungsstatistiken angewendet werden kann.
Dieser Artikel behandelt nur Einheitsvektoren im 2-dimensionalen Vektorraum R2, aber die Methode kann auch auf den allgemeineren Fall endlicher Dimension erweitert werden.
Zentraler Grenzwertsatz
Es liege eine Stichprobe gemessener Winkel
vor. Da diese nur bis auf additive Vielfache von
bestimmt sind, wird stattdessen die komplexe Größe
als Zufallsvariable verwendet. Für die Wahrscheinlichkeitsverteilung können die Momente kartesisch und in Polarkoordinaten ausgedrückt werden:

Daraus folgt:




Aus einer Stichprobe vom Umfang N werden die (komplexen) Mittel berechnet:

wobei




Der reelle Vektor [
] repräsentiert das Mittel
der gemessenen Werte und wird als zweidimensionale relle Zufallsvariable behandelt.[1] Der zentrale Grenzwertsatz ergibt nun für
und
im Grenzfall unendlich großen Stichprobenumfangs die Verteilung:
![{\displaystyle [{\overline {C_{1}}},{\overline {S_{1}}}]\xrightarrow {d} {\mathcal {N}}([C_{1},S_{1}],\Sigma /N)}](./_assets_/eb734a37dd21ce173a46342d1cc64c92/4cb7f8aa8e584513678bbb46ebcb4ac9a83f411e.svg)
wobei
die zweidimensionale Normalverteilung und
die Kovarianzmatrix für die zirkuläre Verteilung ist:




Da das zirkuläre Mittel auf den Einheitskreis beschränkt ist, die Normalverteilung aber auf der ganzen Ebene definiert ist, ist das Integral der bivarianten Normalverteilung über dem Einheitskreis nicht gleich eins, sondern erreicht im Allgemeinen den Wert eins erst im Limes.
Kovarianzmatrix durch kartesische Momente ausgedrückt
Eine direkte Rechnung ergibt:


Daraus erhält man für die Einträge der Kovarianzmatrix:



In Polarkoordinaten ausgedrückt ergibt sich: Wenn
die Wahrscheinlichkeit ist, dass Ereignis im (kartesischen) Element
auftritt, dann ist das in Polarkoordinaten ausgedrückt
.
Einzelnachweise
- ↑ a b S. Rao Jammalamadaka, Ashis Sengupta: Topics in circular statistics (= Series on multivariate analysis. Nr. 5). World Scientific, River Edge, N.J 2001, ISBN 978-981-02-3778-3 (google.com).