Zastava CZ-99

Zastava CZ-99
Allgemeine Information
Zivile Bezeichnung Zastava 99
Militärische Bezeichnung CZ-99
Einsatzland Serbien, vereinzelt Bosnien und altsowjetische Länder, Montenegro, Mazedonien, Israel sowie Irak
Entwickler/Hersteller Božidar Blagojević
Zastava Arms Co.
Produktionszeit seit 1990
Modellvarianten CZ-99
CZ-999
CZ-999 Skorpion
Waffenkategorie Pistole
Ausstattung
Gesamtlänge 198 mm
Gewicht (ungeladen) 0,92 kg
Technische Daten
Kaliber 9 × 19 mm
.45 ACP
.40 S&W
Mögliche Magazinfüllungen 9 mm: 15 Patronen
.40 S&W: 12 Patronen
Munitionszufuhr Stangenmagazin
Feuerarten Einzelfeuer
Anzahl Züge 6
Drall links
Visier Offene Visierung
Verschluss Browning-Petter
Ladeprinzip Rückstoßlader
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Die Zastava CZ-99 ist eine Selbstladepistole des Waffenherstellers Zastava Arms. Die Bezeichnung ist eine Abkürzung von Crvena Zastava devetdeset devet (Rote Flagge neunundneunzig).

Geschichte

Diese Pistole löste etwa 1990 die Zastava M57 und Mod.70 ab. Circa 1988 begann die Entwicklung dieser Handfeuerwaffe. Nachdem klar wurde, dass die M57 nicht mehr dem Stand der Technik entsprach, schrieb die Serbische Nationale Armee eine neue Waffe aus. Die Wahl fiel auf die neu entwickelte CZ-99.

Technik

Die CZ-99 ist ein halbautomatischer Rückstoßlader. Der Schwenklauf verriegelt im Schlitten, indem sich ein korrespondierender Teil des Laufes in das Auswurffenster schiebt. Die Pistole ist in Form und Funktion stark von der deutsch-schweizerischen Pistole SIG Sauer P226 beeinflusst, hat gegenüber dieser aber einige Modifikationen. Eine Besonderheit der CZ-99 ist die Möglichkeit, den Abzug über einen Wahlschalter auf DA (Double Action) oder DAO (Double Action Only) umzustellen. Eine weitere Eigenschaft der CZ-99 ist, dass sie dem Schützen anzeigt, ob noch drei oder weniger Schüsse im Magazin sind.

Nachdem sich die CZ-99 bei der Nationalen Armee Serbiens bewährt hatte, wurde sie 1992 auch bei der Serbischen Polizei eingeführt.

Varianten

CZ999 Scorpion (ЦЗ999): Eine überarbeitete Variante der CZ99 bietet verschiedene Verbesserungen, darunter ein schlankerer Griff mit neu gestalteten Griffschalen, breitere Riffelungen am Verschluss, eine geriffelte Rückseite des Griffs, standardmäßige 3-Punkt-Visierung, ein gebogener Abzug, ein eckiger Abzugsbügel sowie ein verlängerter Hahnsporn. Ursprünglich für die Patrone 9×19 mm konzipiert, existiert auch eine Version im Kaliber .40 S&W, die vor allem für den Export bestimmt war – viele dieser Pistolen wurden 1990 in die USA eingeführt. Im Laufe der Zeit wurden weitere Modelle entwickelt: Die Zastava CZ999 verfügt über eine Umschaltmöglichkeit zwischen Double-Action-Only (DAO) und Double-Action/Single-Action (DA/SA). Die CZ999 Scorpion hingegen verzichtet auf diese Umschaltung. Beide Varianten besitzen eine Anzeige für eine geladene Kammer und sind auch als Kompaktmodelle erhältlich.

Zastava EZ die EZ9 stellt die vierte Generation der CZ99-Pistolenreihe dar. Sie entspricht technisch weitgehend der CZ999, verfügt jedoch über eine Picatinny-Schiene unter dem Lauf zur Montage von Lichtmodulen und Zubehör sowie über einen vergrößerten Ringhahn. Die Waffe ist sowohl für den Dienstgebrauch als auch zur Selbstverteidigung konzipiert, arbeitet im Single-/Double-Action-Modus und ist beidseitig bedienbar.

KSN Golan ist ein israelischer Nachbau der CZ99, dessen Produktionsrechte erworben wurden, nachdem Zastava die Herstellung eingestellt hatte. Zwar fehlt der Golan die Ladezustandsanzeige der CZ99, und sie besitzt einen kürzeren Verschluss sowie kürzeren Lauf, abweichende Griffschalen und weitere kleinere optische Unterschiede – dennoch ist sie im Inneren nahezu identisch aufgebaut. Einige Bauteile sind zwischen beiden Modellen austauschbar.

Tressitu TZ99 ist ein südafrikanischer Nachbau der CZ99. Anfang der 1990er Jahre schloss das südafrikanische Unternehmen Tressitu eine Lizenzvereinbarung mit Crvena Zastava, um eine lizenzierte Kopie namens TZ99 herzustellen. Diese wurde in den Kalibern 9×19 mm und .40 S&W angeboten. Die Produktion lief jedoch nur für kurze Zeit, da Tressitu Mitte der 1990er Jahre den Betrieb einstellte. Einige der damals eingelagerten TZ99-Modelle wurden in den 2000er Jahren in die USA exportiert.