Yudania Gómez Heredia

Yudania Gómez Heredia (* 1994 in Santa Clara, Provinz Villa Clara, Kuba) ist eine kubanisch‑deutsche Dirigentin, Komponistin und Organistin, die insbesondere im Bereich der Chormusik und Kirchenmusik mit einem Schwerpunkt auf zeitgenössischer Musik aktiv ist.

Leben und Ausbildung

Yudania Gómez Heredia wuchs in Villa Clara, Kuba auf. Dort erhielt sie ihre frühe musikalische Ausbildung in Gesang, Musiktheorie, Chorleitung und Komposition an der National School of Arts sowie später am Instituto Superior de Arte in Havanna.[1]

Im Jahr 2015 zog sie als Teil einer Kooperation der Hochschule für Kirchenmusik Regensburg nach Deutschland. In Regensburg studierte sie Kirchenmusik mit Schwerpunkt Orgel‑Improvisation. Später setzte sie ihre Studien an der Hochschule für Musik Nürnberg fort, u. a. mit Masterstudiengängen in Chorleitung und in Dirigieren.[1]

Karriere

Zu ihren Tätigkeiten gehören:

  • Leitung verschiedener Ensembles und Chöre, darunter das Kammerorchester Weißenburg, die Neustädter Kantorei Erlangen, die Fränkische Kammerphilharmonie sowie sinfonische Blasorchester in Spanien und Brasilien.[1]
  • Assistenz bei Opernproduktionen, z. B. „Die Liebe zu den drei Orangen“ am Staatstheater Fürth.[1]
  • Auftritte bei Festivals für zeitgenössische Musik in Deutschland und international, z. B. ION Festival Nürnberg, Tage Neuer Musik Regensburg, Semana de la Música Sacra in Havanna; Dirigentin ihrer Misa afrocubana beim Weihnachtskonzert des Kammerchors Stein in der Kirche St. Albertus Magnus in Stein am 7. Dezember 2025; etc.
  • Ihre Aufführung „The Fairy Queen“ in der Saison 2024/2025 an der Staatsoper Stuttgart unterstreicht ihre Tätigkeit im Musiktheaterbereich.[1]

Auszeichnungen und Stipendien

  • Kompositionspreis „Musicalia“ 2014 am Instituto Superior de Artes in Havanna.[1]
  • DAAD‑Preis der Hochschule für Musik Nürnberg 2023.[1]
  • Stipendium für Nachwuchsdirigentinnen der Orchesterakademie der Bergischen Symphoniker für die Konzertsaison 2024/25.[1]

Stil und Einfluss

Ihre Musik verbindet Einflüsse aus der klassischen, kirchlichen Musik mit Elementen ihrer kubanischen Herkunft, etwa afrokubanischen Rhythmen, lateinamerikanischen Melodien und Gesangstraditionen. Der Schwerpunkt ihres künstlerischen Wirkens liegt auch auf der Interpretation zeitgenössischer Musik und der Förderung junger Komponisten.

Rezeption

Kritiker heben insbesondere ihre präzise Musikalität und ihre Fähigkeit hervor, verschiedene Musikstile zu verbinden. Ihre Inszenierung von „The Fairy Queen“ in Stuttgart wurde für die Balance zwischen historischen Barockelementen und modernen Inszenierungsmitteln gelobt.[2]

Werke

Instrumental (Solo)

Für Klavier

  • Romance de dos aguas (2008)
  • Estudio # 1, en Sol Mayor (2008)
  • Rapsody for a dream (2009)
  • Viernes 13 (2009)
  • Nocturno en fa sostenido (2009)
  • Estudio # 2, para los trecillos (2010)
  • 2 Fugados (2010)
  • Estudio # 3, para el cromatismo (2011)
  • 11 Preludios (2011‑2012)
  • 35 Minivariaciones sobre los pollitos dicen pío pío (2012)
  • Zapateo cubano (2012)
  • Fantasía sobre un tema de Bach (2012)
  • Siete piezas para piano (2012)
  • Dos Divertimentos (2014)
  • 3 canciones sin palabras (2015)
  • Sonatina en La Mayor (2015)
  • 5 musikalische Augenblicke (2017)
  • Estudio #4, para la polimetría y compases irregulares (2017)

Für Flöte

  • Fantasía a solas para flauta sola (2020)

Für Orgel

  • Fuga sobre el tema „Bendito seas señor“, de Francisco Palazón (2020)

Instrumentalensemble

  • 5 Pieces, für Flöte und Klavier (2010)
  • Nocturno, für Violine und Klavier (2010)
  • Guajiresca, für Violin und Klavier (2017)
  • Danzón para una dama, für Flöte und Klarinette in B (2017)
  • Lied ohne Worte, für Streichquartett (2017)
  • Adagio et Invetion, für Flöte und Klarinette in B (2021)
  • Acorde guardado No.1, für Klarinette und Gitarre in B (2023)

Vokalmusik

  • 4 Nanas, für Sopran und Klavier (2014)
  • 3 Songs, für Mezzosopran und Klavier (2014)
  • Cuentos locos para niños cuerdos – sieben musikalische Erzählungen, für Sopran, Mezzosopran und Klavier (2014)
  • Der Abend, für Sopran und Klavier, Text von Eichendorff (2014)
  • Los días de la semana – 6 Lieder, für Sopran und Klavier (2015)
  • Cantate Domino, für Sopran und Streicher (2020)
  • Drei Lieder, nach Gedichten von Virgilio Piñera, für Bariton, Altflöte, Cello und Klavier (2022)

Chormusik

  • Ave María, für gemischten Chor (SATB) (2013)
  • Misa brevis, für gemischten Chor a cappella (SAT4?) (2014)
  • Misa brevis, für Frauenchor (SSAA) (2014‑2024)
  • 6 SMS, fünf Stücke basierend auf SMS‑Texten, für Frauenchor (2015‑2024)
  • El penúltimo día, für gemischten Chor, Text von Margarita Milián (2015)
  • Lux aeterna, für gemischten Chor SATB (2015)
  • Si tú supieras, für Frauenchor SSA, Text: Yudania Gómez Heredia (2015)
  • Nana del juego triste, für gemischten Chor, Text: Yudania Gómez Heredia (2015)
  • Stadt, Land, Fluss, für gemischten Chor SMATBB, Text: Yudania Gómez Heredia (2018)
  • Agnus Dei, für Frauenchor (2018) – Thema: Aschermittwoch
  • Wenn das Brot that wir teilen, Arrangement for mixed choir, Flöte, Klavier und Perkussion (2019)
  • O magnum mysterium, für gemischten Chor (2020)
  • Fantasía sobre temas de Mamá Africa, für Frauenchor (2024), beauftragt von Ensemble Vocal Luna, Havanna, Kuba
  • De cuerpo entero („Pescador“ und „Décima“), zwei Madrigale für Frauenchor und Klavier mit Text von Mirta Aguirre (2024) (beauftragt vom Frauenchor des Gesangvereins Tühngersheim)
  • Kling Glöckchen, kling!, für sechs gemischte Stimmen (2024) Arrangement, beauftragt vom StimmGold Vokalensemble
  • Cantar nos hace feliz, für gemischten Chor SATB, beauftragt von Fränkischer Sängerbund für das Deutsches Chorfest Nürnberg (2025)
  • Plaudite manibus (Psalm 47), für gemischten Chor SSATBB und Körperperkussion (Januar 2025)
  • Schmetterling Rosenliebe, mit Text von Heinrich Heine, für Frauenchor a cappella SSAA (Februar 2025)
  • Sanctus, aus der Misa brevis für Frauenchor

Chor und Orchester

  • Adoremos al rey, Arie und Chor für Sopran, gemischten Chor und Streichorchester (2014)
  • La primavera, Duett, Rezitativ und Chor, für Sopran, Tenor, Kammerorchester (2014)
  • Misa afrocubana, für Sopran, Bariton, gemischten Chor und Orchester (2022; Revision 2023)
  • Abiiku, beauftragt von polyLens vokal und Asambura Ensemble (2024)
  • Eni, beauftragt von polyLens vokal und Asambura Ensemble (2024)

Einzelnachweise

  1. a b c d e f g h Yudania Gómez Heredia auf der Website der Staatsoper Stuttgart, abgerufen am 24. September 2025.
  2. Rezension auf Die Deutsche Bühne, abgerufen am 24. September 2025.