Yucatánvireo

Yucatánvireo

Yucatánvireo

Systematik
Ordnung: Sperlingsvögel (Passeriformes)
Unterordnung: Singvögel (Passeri)
Überfamilie: Corvoidea
Familie: Vireos (Vireonidae)
Gattung: Eigentliche Vireos (Vireo)
Art: Yucatánvireo
Wissenschaftlicher Name
Vireo magister
(Baird, 1871)

Der Yucatánvireo (Vireo magister), Syn. Vireosylvia magister, ist eine Vogelart aus der Familie der Vireos (Vireonidae).[1][2]

Der Vogel kommt im Südosten Mexikos und in Belize vor sowie auf einigen vorgelagerten Inseln.

Der Lebensraum umfasst Mangrovenwald, Mischwald, Küstenwald, Dickicht bestandene Flächen mit Pinien in Belize oder Wälder auf Kalkstein auf Grand Cayman.[3]

Der Artzusatz kommt von lateinisch magister ‚Meister, größer‘.[4]

Merkmale

Die Art ist 15 cm groß, das Männchen wiegt 19–25 und das Weibchen 16–23 g. Die Nominatform hat einen blass bräunlich weißen Überaugenstreif, bräunlich graue Zügel. Die Kopfkappe bis zum Nacken und der Oberseite sind matt braun, ziemlich dunkel graubraun, am Rücken etwas olivfarben überhaucht. Hand- und Armschwingen sind schwärzlich grau mit schmalen olivfarbenden Rändern der Außenfahnen. Die Steuerfedern sind dunkel bräunlichgrau. Kehle und Brustmitte sind gelblich weiß, die Brustseiten gräulich, die übrige Unterseite gelblich weiß, an den Seiten und den Flanken etwas gräulich oliv überhaucht. Die Iris ist schwärzlich, der auffallend schwere und kräftige Schnabel ist grau, an der Basis des Unterschnabels heller. Die Beine sind bläulich oder blaugrau. Die Geschlechter unterscheiden sich nicht.[3]

Geografische Variation

Es werden folgende Unterarten anerkannt:[1][3][5][6]

  • V. m. magister (Baird, 1871), Nominatform, – Südosten Mexikos (Quintana Roo, einschließlich Isla Mujeres und Cozumel) und Belize
  • V. m. decoloratus (A. R. Phillips, 1991)[7.1] – Inseln vor der Küste von Belize (von Ambergris Caye bis Turneffe), größer, Schnabel und Schwanz länger, Oberseite matt, Scheitel dunkelgrau, Unterseite weißlicher
  • V. m. stilesi (A. R. Phillips, 1991)[7.1] – Glover's Riff und Islas de la Bahía, heller und mehr olivgrün am Bürzel und an den Rändern der Steuerfedern
  • V. m. caymanensis Cory, 1887[8]Grand Cayman, klein, matt olivfarben an der Oberseite, am hellsten am Bürzel, Füße schieferfarben braun.

Von Avibase[1], Birds of the World[3] und der Clements Checklist of Birds of the World[9] werden die hier aufgeführten Unterarten V. m. decoloratus und V. m. Stilesi der Nominatform zugeschlagen.

Stimme

Die Lautäußerungen werden als Folgen von zwei- oder dreisilbigen Lauten „whoi whu“ oder „sweet brid-get“ beschrieben, von Pausen unterbrochen, gemütlicher und sanfter als beim Gelbflankenvireo (Vireo flavoviridis) und sehr dem Bartvireo (Vireo altiloquus) ähnlich. Die Rufe umfassen ein trockenes „shi-tchi-chi-chi“, ein leises, oft wiederholtes, tiefes „bik-bik“ und ein spechtartiges „wik“.[3]

Lebensweise

Die Art ist ein Standvogel. Die Nahrung besteht vermutlich hauptsächlich aus Früchten, die eher heimlich in unteren und oberen Etagen im Blattwerk gesucht werden. Die Brutsaison liegt auf Grand Cayman zwischen April und August, auf Belize zwischen April und Mai. Das Nest ist eine tiefe Schale am Rande in eine Astgabel eingehängt. Das Gelege besteht aus 2 weißen Eiern, mitunter mit einigen dunklen Flecken.[3]

Gefährdungssituation

Der Bestand gilt als nicht gefährdet (Least Concern).[10]

Literatur

  • S. F. Baird: Vireosylvia magister. In: Annals of the Lyceum of Natural History of New York, Band 10, S. 20–21, 1874, Biodiversity Library
Commons: Yucatánvireo – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

  1. a b c Yucatánvireo, in Avibase – Die Weltvogel-Datenbank. Abgerufen am 5. Oktober 2025.
  2. P. H. Barthel, C. Barthel, E. Bezzel, P. Eckhoff, R. van den Elzen, Ch. Hinkelmann & F. D. Steinheimer: Die Vögel der Erde - Arten, Unterarten, Verbreitung und deutsche Namen, 3. ergänzte Auflage, 2022, PDF
  3. a b c d e f D. Brewer: Yucatan Vireo (Vireo magister), version 1.0. In: J. del Hoyo, A. Elliott, J. Sargatal, D. A. Christie und E. de Juana (Herausgeber): Birds of the World. 2020, Cornell Lab of Ornithology, Ithaca, NY, USA. Vireo magister
  4. J. A. Jobling: A Dictionary of Scientific Bird Names. Oxford University Press. 1991. ISBN 0-19-854634-3.
  5. IOC World Bird List Shrikes, vireos, shrike-babblers
  6. AviList Core Team. 2025. AviList: The Global Avian Checklist, v2025. AviList.v2025
  7. A. R. Phillips: Vireosylva magister decolorata. In: The known birds of North and Middle America, Band 2, 1991
    1. a b Seite 201.
  8. C. B. Cory: Vireo caymanensis. In: The Auk, Band 4, ‚S. 7, 1887, Digitalcommons
  9. Clements, J. F., P. C. Rasmussen, T. S. Schulenberg, M. J. Iliff, T. A. Fredericks, J. A. Gerbracht, D. Lepage, A. Spencer, S. M. Billerman, B. L. Sullivan, M. Smith, and C. L. Wood. 2024. The eBird/Clements checklist of Birds of the World: v2024. [1], abgerufen am 26. Januar 2025.
  10. Vireo magister in der Roten Liste gefährdeter Arten der IUCN 2021. Eingestellt von: BirdLife International, 2021. Abgerufen am 05. Oktober 2025.