Yoshiaki Ishizawa
Yoshiaki Ishizawa (japanisch 石澤 良昭; geboren am 19. September 1937 in Obihiro (Hokkaidō)) ist ein japanischer Geschichtsprofessor, dem 2017 der Ramon-Magsaysay-Preis für seinen langjährigen Einsatz zum Erhalt der kambodschanischen Tempelanlage Angkor Wat verliehen wurde.
Akademische Karriere
Yoshiaki Ishizawa erwarb im Jahr 1961 einen Bachelor im Fach Französische Sprache an der Sophia-Universität. Danach wechselte er sein Studienfach und schloss 1968 einen Masterstudiengang in Orientalischer Geschichte an der Chūō-Universität ab. 1974 wurde ihm von der Japan Society for the Promotion of Science ein Stipendium gewährt, um an der École pratique des hautes études in Paris zu studieren. Drei Jahre später wurde er in Orientalischer Geschichte an der Chūō-Universität promoviert. Seinen ersten Lehrauftrag erhielt er an der Kagoshima-Universität. Ab 1982 lehrte er dann an seiner Alma Mater, der Sophia-Universität, und wurde von 2005 bis 2011 ihr Präsident.[1] 2007 wurde er außerdem zum Präsidenten des Rates für die Agentur für kulturelle Angelegenheiten ernannt.[2]
Yoshiaki Ishikawa begann im Jahr 1980 für den Erhalt von Angkor Wat zu arbeiten, indem er eng mit Kambodschanern zusammenarbeitete, sich mit internationalen Fachleuten und Organisationen vernetzte sowie Kampagnen in den japanischen Medien durchführte, um Bewusstsein und Unterstützung für den Schutz und die Konservierung der kambodschanischen Tempelanlage zu schaffen. Für sein Engagement wurde er 2017 mit dem Ramon-Magsaysay-Preises gewürdigt, der oft als asiatischer Nobelpreis bezeichnet wird. Zur Preisverleihung wurde betont, dass Ishizawa durch seine inspirierende Führungsrolle die Kambodschaner zu Hütern ihres Erbes gemacht habe und darüber hinaus vermitteln konnte, dass Kulturdenkmäler wie Angkor Wat Schätze der Menschheit seien, für deren Erhalt wir eine globale Verantwortung haben.[3]
Bei seiner Arbeit habe er, so sagte Yoshiaki Ishizawa in einem Interview der Mainichi Shinbun, nach ethnischer Versöhnung, kultureller Wiederherstellung und der Schaffung einer Grundlage für Frieden gestrebt, mit Angkor Wat als Säule der Identität des kambodschanischen Volkes.[4] Sein Forschungsschwerpunkt waren Angkor-Monumenten in Kambodscha, dabei insbesondere die Erforschung kambodschanischer Inschriften und chinesische Geschichtsaufzeichnungen. 1991 gründete er in Siem Reap das Asia Center for Research and Human Development, um Konservatoren für die Angkor-Monumente auszubilden.[2] Seine Berichte trugen maßgeblich dazu bei, dass Angkor Wat in die UNESCO-Welterbeliste aufgenommen wurde. Außerdem initiierte er bedeutende Entdeckungen wie die der Buddha-Statuen von Banteay Kdei, was 2007 zur Gründung des Preah Sihanouk Museums in Siem Reap führte. Sein Forschungsansatz schloss Untersuchungen chinesischer Quellen über das alte Kambodscha ein und regte die Diskussion über die Geschichte vor der Angkor-Zeit an, insbesondere über die Prozesse der Indianisierung und Sinisierung.[5]
Veröffentlichungen (Auswahl)
- Along the Roads to Angkor, Weatherhill, 1999, ISBN 978-0-834804722.
- アンコール・ワットへの道 (The Roads to Angkor Wat, Die Straßen zum Angkor Wat), JTB Publishing 2000, ISBN 978-4-533033414.
- アンコールからのメッセージ (Message from Angkor, Nachricht von Angkor), Yamakawa Publishing 2002, ISBN 978-4-634490406.
- アンコール・王たちの物語 (The Story of the Kings of Angkor, Die Geschichte der Könige von Angkor), NHK Publishing 2005, ISBN 978-4-140910344.
- Challenging the Mystery of the Angkor Empire realizing the mission of Sophia University in the Asian World, Tokyo Sophia Press 2012, ISBN 978-4-324092910.
Weblinks
Einzelnachweise
- ↑ Restoring Angkor Wat: An Interview with Japanese Scholar Ishizawa Yoshiaki. 6. April 2018, abgerufen am 10. November 2025 (englisch).
- ↑ a b Ishizawa Yoshiaki The Sophia University Institute of Asian, African, and Middle Eastern Studies (IAAMES). Abgerufen am 10. November 2025.
- ↑ Yoshiaki Ishizawa. In: Ramon Magsaysay Award Foundation Philippines. Abgerufen am 10. November 2025 (amerikanisches Englisch).
- ↑ 'Asia's Nobel Prize' winner dedicated his professional life to Angkor Wat, Cambodians. In: Mainichi Daily News. 23. September 2017 (mainichi.jp [abgerufen am 10. November 2025]).
- ↑ Yoshiaki Ishizawa. Abgerufen am 10. November 2025 (britisches Englisch).